Robert Pattinson: Interview ohne Kater

Früher litt Robert Pattinson bei Pressegesprächen oft unter den Folgen durchzechter Nächte. Heute erzählt er uns, wie erwachsen er geworden ist

Robert Pattinson

Als Vampir in der „Twilight“-Saga wurde weltberühmt. Der britische Schauspieler, 29, ist jedoch längst aus dieser prägenden Rolle herausgewachsen und überzeugt immer häufiger als talentierter Charakterdarsteller. So auch in seinem neuen Kinofilm „Life“ von Star-Regisseur .

In dem Biopic spielt Pattinson einen Fotografen, der 1955 kennenlernt und dessen Leben bis zum tragischen Unfalltod dokumentiert.

Dass der einst allzu plauderfreudige Pattinson aus dem Gröbsten raus ist, zeigt sich auch im Gespräch. Seine Verlobte – erst war von Krise die Rede, jetzt heißt es: Hochzeit – lässt er routiniert unerwähnt. Und für seinen früher leichtfertigen Umgang mit Alkohol gibt er heute eine Art Entschuldigung …

Als ich Sie das erste Mal interviewt habe, lief "Twilight" noch nicht in den Kinos …

Es war eine verrückte Zeit. Ich war noch völlig unerfahren und kein bisschen abgestumpft. Ich erinnere mich genau an diesen ersten Interviewtag, wie viel Freude ich daran hatte, weil ich so etwas noch nie gemacht hatte. Ich habe einfach frei von der Leber weg geredet…

Wie hat der Erfolg Sie verändert?

Ich versuche, mich mehr zu schützen, habe mich aber auch an meine Situation gewöhnt. Früher war ich in der Öffentlichkeit viel nervöser. Und es wäre mir früher im Traum nicht eingefallen, Dinge zu tun, die ich heute mache.

Zum Beispiel?

Ich bin kürzlich in Venice Beach auf dem Boardwalk spazieren gegangen. So etwas habe ich seit Jahren nicht mehr getan. Und wissen Sie was? Es war völlig in Ordnung: Nur ein einziger Typ hat mich erkannt.

Sie wirken auch viel entspannter als früher.

Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich älter werde. Und es ist viel einfacher, Interviews zu geben, wenn ich nicht verkatert bin. Zehn Jahre habe ich gebraucht, um das zu begreifen. Das ist wahrscheinlich eines der ersten Interviews, bei dem ich nicht verkatert bin.

Sie sind mit zwei älteren Schwestern aufgewachsen. Wie hat sie das geprägt?

Als jüngerer Bruder war ich irgendwie aus der Welt meiner Schwestern ausgeschlossen. Aber meine Mutter ist eine sehr starke Frau. Es hat mich sicherlich beeinflusst, mit selbstbewussten Frauen aufzuwachsen. Wenn ich Brüder gehabt hätte, hätte ich mich bestimmt mehr für Mannschaftssportarten interessiert.

Also kein Fußballfan?

Manchmal nervt es mich regelrecht, wie gleichgültig mir Mannschaftssport ist. Ich würde gerne Fußball spielen können. Neulich lief ich an einem Fußballfeld vorbei, und jemand schoss den Ball über den Zaun. Er rollte direkt auf mich zu und ich dachte nur: Bitte fragt mich jetzt nicht, ob ich den Ball zurückschieße. Es war ein echter Albtraum. Das kenne ich noch aus der Schule, wenn ich versuchte, den Ball zu treffen und daneben getreten habe. Ich bin extra langsamer gegangen, um dieser Schmach zu entgehen. Ich habe sogar überlegt, ob ich die andere Richtung nehme.

Das klingt, als wären Sie sehr scheu?

Es fing an, als ich ungefähr zehn Jahre alt war. Wenn die Mannschaften gewählt wurden, war ich immer unter den Letzten. Irgendwann dachte ich: Dann spiele ich lieber mit den Mädchen. (lacht) Ich mochte nie Teil eines Teams sein.

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Sie pendeln zwischen London und Los Angeles. Wo fühlen Sie sich zu Hause?

Ich lebe ja schon seit langem aus dem Koffer. Aber ich habe jetzt begriffen, dass man sich etwas Mühe geben muss, um ein Zuhause zu haben. Es klingt so simpel, aber wenn erst mal ein paar Möbel in der Wohnung stehen, gefällt es mir doch ganz gut in den eigenen vier Wänden.

In Ihrer neuen Rolle sind Sie auch Vater. Wünschen Sie sich selbst Familie und Kinder?

Im Film bin ich ein schrecklicher Vater und diene nicht gerade als Vorbild. Aber ich möchte definitiv Kinder. Ich habe neulich darüber nachgedacht, mir erst einmal einen Hund anzuschaffen Obwohl es wahrscheinlich leichter ist, ein Baby zu haben.

Warum das denn?

Ein Baby kann ich überall hin mitnehmen, jeder muss das akzeptieren. Mit einem Hund ist das nicht möglich.

Ein Kind findet Sie irgendwann peinlich.

Robert Pattinson

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Robert Pattinson, FKA Twigs

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Ja, Kinder können irgendwann sprechen, Hunde nicht … (lacht) Aber ein Hund ist ein guter Start, um Verantwortung zu lernen. Ich glaube, ich hätte doch lieber ein Kind als einen Hund. Oft habe ich diese verrückten Visionen davon, dass mein Kind all diese Sachen ganz fantastisch können wird, die ich nicht kann.

Das müssen Sie bitte konkretisieren …

Zum Beispiel, dass mein Sohn ein toller Tänzer wird.

Tanzen Sie wirklich so schlecht?

Nicht, wenn ich für mich alleine tanze. Da fühle ich mich ganz großartig. Das ist dann so, wie wenn man in der Dusche singt.

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