Robert Downey Jr.: Muss nur noch kurz die Welt retten

Zum dritten Mal ist Robert Downey Jr. in der Marvel-Verfilmung "Iron Man" im Kino zu sehen - und der Schauspieler schließt weitere Fortsetzungen nicht aus. Im Interview mit Gala.de sprach er über Superhelden, seinen Kollegen Sir Ben Kingsley - und Lederhosen

Die Rolle des Superhelden "Iron Man" verhalf Robert Downey Jr. 2008 zum großen Comeback - seither gehört er wieder zur ersten Liga Hollywoods. Am Mittwoch (1. Mai) ist hierzulande bereits der dritte Teil der Marvel-Comicverfilmung gestartet. Mit neuem Regisseur (Shane Black statt zuvor Jon Favreau) und bewährtem Blockbuster-Konzept hatte "Iron Man 3" schon vor dem Kinostart in Deutschland überzeugt: Satte 195,3 Millionen Dollar spielte er in den 42 Ländern ein, in denen er bereits läuft. Eine beeindruckende Zahl, die den Actionfilm um Downey Jr., Gwyneth Paltrow und Sir Ben Kingsley zum Kinohit des Jahres machen könnte. Und auch hierzulande steht der Film mit 151.000 Besuchern nach nur einem Tag auf Platz eins der Kinocharts.

Beim Fototermin in München sind Sie in Lederhosen erschienen – wo haben Sie die denn her und wer hat Ihnen den Schuhplattler beigebracht?

Oh, das habe ich gar nicht gelernt. Man sagte mir, ich sollte einfach wie ein Äffchen tanzen und das habe ich dann getan. Ich glaube, die Lederhosen wurden einfach auf der anderen Straßenseite für mich gekauft. Ich hoffe, dass ich sie noch zurückgeben kann – die gehören mir gar nicht. (lacht) Aber sie sind wirklich bequem, ich bin echt überrascht.

Und wie bequem ist die "Iron Man"-Rüstung, die Sie immer tragen müssen?

Die wird stetig besser. Ich erinnere mich noch, als ich sie das erste Mal tragen musste. Ich sollte den Arm heben und das ging kaum. Es war wirklich anstrengend. Die Rüstung war komplett steif und unbeweglich. Wenn ich darin gefallen wäre, hätte ich mir wahrscheinlich die Arme gebrochen. Aber mittlerweile ist es wirklich um einiges besser geworden. So richtig bequem ist das Kostüm zwar noch nicht, aber wesentlich besser.

Was mögen die Leute an "Tony Stark"?

Ich glaube, wenn er einfach nur ein Arschloch wäre, so wie am Anfang des ersten Teils, dann würde ihn wahrscheinlich niemand mögen. Die Leute wollen den "Tony Stark" sehen, der sich mit seiner eigenen Bombe in die Luft jagt. Es ist, als ob das Schicksal ihm etwas heimzahlen würde. Dadurch wird er verletzbar. Ein verletzter Mensch, der beschließt, trotzdem weiterzumachen und anderen zu helfen.

Wird es manchmal langweilig, immer wieder die Welt zu retten? Oder haben Sie mit Langeweile kein Problem?

Wenn man sein Leben immer nach gewissen Prinzipien lebt, dann wird es ganz schnell langweilig, weil man immer nur das tut, was von einem erwartet wird. Wir sind alle heute Morgen aufgestanden und mussten so tun, als würden wir uns wirklich auf das freuen, was wir heute tun müssen. Wie dieses Interview zum Beispiel. Jetzt bin ich gerne hier, aber vorhin war ich mir darüber im Klaren, dass das nun nicht der spannendste Tag meines Lebens werden wird. Aber dann denke ich mir: Das macht auch nichts. Es ist ja nicht so, dass ich so wichtig wäre, dass ich es mir nicht leisten könnte, ab und zu mal etwas gelangweilt zu sein.

Robert Downey Jr. als "Iron Man" und Gwyneth Paltrow als "Pepper Potts" im dritten Teil der Marvel-Verfilmung.

Filmhelden

Supermänner und Wunderweiber

Wolverine
Mystique
2006 zeigt Ian McKellen als Magneto in "X-Men 3" seine Anziehungskraft.
Flieg mein Vögelchen: Ben Forster spreizt 2006 sein Flügel in "X-Men 3"

33

Haben Sie als Kind je davon geträumt, einmal selber ein Superheld zu sein?

Ich weiß es nicht. Ich kann mich da wirklich nicht erinnern. Was ich weiß, ist, dass diese Erfahrung wirklich jegliche Vorstellung überschreitet, die ich jemals hatte. Ich hätte nie gedacht, dass es eine Superheldenverfilmung sein würde, die dafür sorgt, dass ich auf einmal Teil von so vielen Kulturen bin. Da komme ich nach Deutschland und die Menschen sind furchtbar nett zu mir. Wir reden über diesen Riesenfilm und sprechen ihm Bedeutung zu und ich trage Lederhosen. (lacht)

Als Filmfan ist man womöglich im Jahr 1992 durch "Chaplin" das erste Mal auf Sie aufmerksam geworden. Ein toller Film, der aber nie die Anerkennung oder Aufmerksamkeit bekam, wie es nun bei "Iron Man" der Fall ist. Wie begründen Sie sowas?

Oh, das kann ich nicht begründen. Wissen Sie, ich habe mich damals immer für ziemlich brillant und dabei total missverstanden gehalten. (lacht) Nun sehe ich das anders und etwas entspannter. Ich habe so viele Filme gemacht, die alle grundverschieden waren. Das ist Lebenserfahrung.

Goldregen: Die "Iron Man 3"-Darsteller Sir Ben Kingsley, Gwyneth Paltrow und Robert Downey Jr. bei der Filmpremiere in Hollywood.

Wie war es, mit Ben Kingsley vor der Kamera zu stehen?

Der Wahnsinn, wirklich toll! Es war eine ähnliche Erfahrung wie die Zusammenarbeit mit Lord Attenborough oder Anthony Hopkins bei "Chaplin". Das sind wirklich großartige Schauspieler. Wenn ich heute daran denke, wird mir klar, dass ich dadurch Zeuge von wirklicher Hollywood-Geschichte wurde und es ist eine Ehre, mit diesen Menschen gearbeitet zu haben.

Ist Ben Kingsley als "Mandarin" einfach nur ein Bad Guy, oder doch mehr als das?

Oh, absolut. Eigentlich sollte der Mandarin schon im ersten Teil der Bösewicht werden. Und dann im Zweiten. Aber es kam nicht dazu. Nun ist es endlich soweit und ich glaube, die Zuschauer werden nicht enttäuscht. Sir Ben Kingsley holt wirklich alles aus dieser Rolle heraus.

Wir oft können Sie sich vorstellen, "Iron Man" noch zu verkörpern?

Ich weiß es nicht. Wie viele Male würde man mich denn noch sehen wollen? Es ist lustig, weil Gwyneth und ich uns vorhin darüber unterhalten haben. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es uns immer noch Spaß macht. Wer weiß, vielleicht wird es also noch eine Weile weitergehen.

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche