Robbie Williams: "Sexy zu sein ist mein Job"

Mit "Gala" sprach Robbie Williams über sein neues Album - und er erklärt, warum er "zu 49 Prozent schwul" ist

Der Blick ist fantastisch. Von der Suite des "Savoy"-Hotels schaut man über die Themse direkt aufs "London Eye", das höchste Riesenrad Europas. "Auf dem Ding war ich noch nie", sagt Robbie Williams, 39. "Eine Fahrt dauert 45 Minuten, glaube ich. Zu lang für mich, um still zu sitzen." Ein guter Einstieg ins Gespräch über sein neues Album, denn "Robbie Williams Swings Both Ways" ist bester Stoff, der in die Beine geht - ein lupenreiner Nachfolger seines "Swing When You’re Winning"-Bestsellers.

Die neue Platte: Auf "Swings Both Ways" covert Williams Swing-Klassiker und liefert dazu noch sechs neue Songs ab. Macht irre viel Spaß!

Ihre neue Platte macht viel Spaß. Und mit Songs wie "No One Likes A Fat Pop Star" nehmen sich selbst auf die Schippe.

Stimmt, da ist viel Humor auf der Platte. Die Leute sollen lachen. "Fat Pop Star", so hat mich Noel Gallagher mal genannt. "Der fette Tänzer von Take That" - das war nicht richtig. Da gab es fettere.

Tut es Ihnen weh, wenn Sie so etwas über sich lesen?

Nicht, wenn es aus dem Mund von Noel oder Liam kommt! Dann ist es lustig. Aber bei mir setzt trotzdem automatisch ein Schutzmechanismus ein. Ich muss mich selbst schützen. Denn ich gebe ja ständig vor, sexy zu sein. Das ist mein Job.

Vor einem Jahr kam Ihre Tochter zur Welt. Hat es die Beziehung zu Ihrer Frau verändert, dass Sie nicht mehr die Nummer eins im Haus sind?

Ich weiß, traditionell fühlt sich der Mann so, als wäre seine Zeit abgelaufen, sobald ein Kind ins Haus kommt. Aber bei Ayda und mir ist das nicht passiert. Wir haben sehr viel Freude in unserem Leben.

Robbie Williams

Rockin' Robbie

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Das Titelstück "Swings Both Ways" ist ein Duett mit dem schwulen Songwriter Rufus Wainwright. Über Sie wurde oft kolportiert, dass Sie auf Männer stehen. War da etwas dran?

Ich bin zu 49 Prozent schwul.

Warum nicht 50 Prozent?

Weil das beinhalten würde, dass ich Spaß mit Penissen haben müsste. Aber das habe ich nicht! Dafür mag ich all das andere Zeug, ich rede davon, was man sonst gemeinhin mit Schwulen assoziiert. Ich liebe Musicals, bin gerne theatralisch, übertrieben, albern, launisch. Und ich liebe Doppeldeutigkeiten. Ich bin also schwul – mal abgesehen von der Sache mit dem Sex und dem Küssen mit Männern. Ich wünschte aber, auch das wäre anders. Früher, als ich noch wild rumgevögelt habe, hätte ich eine hundertprozentige Trefferquote gehabt. Aber ich stehe nun mal nicht auf Typen.

Es hat also nie irgendwelche Interaktionen mit Männern gegeben?

Nein. Ich komme aus der Arbeiterstadt Stoke-on-Trent, wo die Leute sich stets das Maul über Schwule zerrissen haben. Gay- Bashing war an der Tagesordnung. Aber als ich 16 oder 17 war, hing ich regelmäßig in Schwulenclubs ab. Ich hatte wirklich meinen Spaß dort. Die Musik war großartig, die Drogen waren gut. Ich fühlte mich zwischen den Leuten sicher, obwohl es mich auch irritiert hat.

Inwiefern?

Ich fragte mich: Bin ich vielleicht schwul, weil ich das alles nicht hasse? Aber irgendwann habe ich kapiert, was ich so großartig daran fand - diese Leute waren, wer sie sein wollten. Ich sagte mir also: Brillant! Lasst uns Freunde werden!

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