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Prinz William Das außergewöhnlichste Interview seines Lebens

Prinz William mit Sohnemann George
Prinz William mit Sohnemann George
© WireImage.com
Emotional wie selten zuvor spricht Prinz William über seinen Job als Pilot, sein soziales Engagement und Weihnachten mit der Familie. GALA dokumentiert seine Begegnung mit einer außergewöhnlichen Journalistin

Für Sophia Kichou, 24, ist ein Weihnachtsmärchen wahr geworden: Ein Interview mit Prinz William, 33. Vor vier Jahren waren die beiden erstmals aufeinandergetroffen, als der britische Thronfolger in London die Jugendhilfsorganisation "Centrepoint" besuchte. Die gebürtige Uganderin Sophia Kichou war damals obdachlos und erzählte William von ihrem großen Wunsch, Journalistin werden zu wollen. Und was tat Schirmherr William? Statt einfach nur freundlich zuzuhören und irgendwelche aufbauenden Sätze abzuspulen, steckte er ihr ein Ziel: Er ermutigte sie, ihren Weg zu gehen, und versprach ihr ein Interview, wenn sie einen Job findet. Sophia Kichou hat es geschafft – und William sein Versprechen eingelöst. Im Kensington-Palast hat er Kichou, die zurzeit ein Volontariat bei der renommierten Straßenzeitung "The Big Issue" absolviert, nun tatsächlich empfangen und erstaunlich private Dinge preisgegeben. So verlief ihr Gespräch:

Hi, William.

Hi, Sophia. Es ist schön, Sie wiederzusehen. Wie läuft es bei Ihnen?

Ich studiere Journalismus im letzten Jahr, es ist also eine aufregende Zeit. Und wie geht es Ihnen? Wie fühlt es sich an, Helikopter zu fliegen?

Es ist sicher einfacher, als Journalist zu arbeiten. (lacht) Ich genieße die Zeit bei der Luftrettung. Es ist fantastisch. Ich arbeite mit brillanten Leuten zusammen, gerade die medizinische Seite ist wirklich faszinierend. Wir haben einige der besten Ärzte der Welt. Ihr Job, Leben zu retten, ist schon etwas Besonderes. Daran zu einem kleinen Teil mitwirken zu können, das fühlt sich am Ende des Tages sehr befriedigend an.

Sie haben "Centrepoint" schon sehr oft besucht. Warum ist Ihnen das Schicksal obdachloser junger Menschen so wichtig?

Das geht auf die Zeit zurück, als meine Mutter Schirmherrin der Organisation war – und ich noch ein kleiner Junge. Ich war damals sehr ergriffen von dem, was ich da sah: die Menschen und das, womit sie zu kämpfen hatten. Sie schliefen auf der Straße oder surften nachts von Couch zu Couch, sie hatten nichts von dem einfachsten Komfort, den viele von uns als gegeben ansehen. Das hat mich wirklich beeindruckt als ich klein war, vor allem vor dem Hintergrund, den ich ja hatte: Ich wuchs in einem Palast auf und sah immer nur das andere Ende des Spektrums. In der westlichen Welt von heute, mit all ihrem Fortschritt und all den Privilegien, die wir genießen, erscheint mir die Tatsache, dass manche Menschen kein Dach über dem Kopf und nicht mal ein Bett haben, ziemlich grotesk.

Sie haben 2009 mal eine Nacht bei Obdachlosen in einer Londoner Gasse verbracht. Ich hörte, Sie wurden damals fast von einer Kehrmaschine überfahren …

Nun ja, das war ein bisschen übertrieben. (lacht)

Ist Ihnen das Experiment schwergefallen? Hat es Ihnen die Realität der Obdachlosigkeit gezeigt?

Nein, die Realität konnte mir diese Nacht nicht zeigen. Ich dachte, es sei wichtig, mal eine Nacht so zu verbringen, aber ich kann nicht mal ansatzweise so tun, als wüsste ich jetzt, was es bedeutet, obdachlos zu sein. Ich hatte zu Hause ein schönes Bett, in das ich mich danach legen konnte. Ich konnte mir jedoch ein Bild von der Schutzlosigkeit machen und von der Einsamkeit, die man empfindet, wenn man das jede Nacht zu ertragen hat. Ich hatte Polizeischutz, und Seyi Obakin, der Geschäftsführer von "Centrepoint", war bei mir. Obdachlose sind jedoch mit den Gefahren von Unterkühlung, von Missbrauch und Überfällen ganz allein.

Darf ich das Thema wechseln und Sie etwas zu Weihnachten fragen?

Ja, klar.

Ich verbringe Weihnachten mit meiner Sozialbetreuerin und ihrer Familie, darauf freue ich mich sehr. Was haben Sie Weihnachten vor?

Es wäre schon grandios, auch nur ein kleines bisschen Schlaf zu bekommen. Denn George wird herumhüpfen wie ein Hase. Ich fürchte, er wird in diesem Jahr ganz hibbelig sein, weil er verstanden hat, was Weihnachten bedeutet. Es gibt da jetzt also zwei Kinder, und eines davon findet Weihnachten plötzlich ganz toll. Eine große Herausforderung. Aber ich freue ich mich darauf.

Und wie genau wird der Tag ablaufen?

Wir werden mit der ganzen Familie in die Kirche gehen, so wie wir es immer tun. Danach werden wir George dabei zusehen, wie er sich über seine Geschenke hermacht. Weihnachten ist wirklich etwas anderes, wenn man eine eigene Familie hat. Es wäre schön, wenn wir weiße Weihnachten bekämen, das hatten wir schon seit einigen Jahren nicht mehr.

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?

Mal überlegen ... Ich wünsche mir, dass alle Menschen bei "Centrepoint", all die jungen Leute, ein fröhliches Weihnachtsfest haben werden und irgendwo sicher untergebracht sind. Ich wünsche ihnen ein gutes Stück Liebe in ihrem Leben. Das klingt jetzt vielleicht naiv und allzu romantisch – ich weiß. Aber das ist es, wofür ich bitte.

Vielen Dank für Ihre Zeit.

Es war wunderbar, mit Ihnen zu sprechen. Wir werden das dann wiederholen, wenn Sie im Fernsehen moderieren …

Gala

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