Pete Doherty: Tragischer Held

Er singt, er dichtet, und jetzt spielt Pete Doherty auch noch in einem Filmdrama. Im "Gala"-Interview sprach er über seine großen Themen Liebe und Tod

Pete Doherty

Schloss Sünching bei Regensburg, eine mittelalterliche Kulisse: "Gala" will Pete Doherty bei den Dreharbeiten von "Confession" besuchen. Doch am Set hängen zunächst alle in der Warteschleife, der Star ist noch nicht da. Dann endlich, eine halbe Stunde verspätet, steigt Pete Doherty mit zwei Mädchen aus dem Taxi und schrammelt erst mal auf seiner Gitarre. Die schwarze Jeans ist offen und droht zu rutschen.

Als Doherty zum Interview erscheint, fehlt die Gitarre. Der Reißverschluss seiner Hose steht immer noch offen. "Ich mag die Presse nicht besonders, weißt du", sagt er zur "Gala"-Redakteurin. "Aber ich glaube, ich kenne dich. Du siehst okay aus." Na, dann kann’s ja losgehen.

Annemarie + Wayne Carpendale

Sohn Mads hilft bei den Geburtstagsvorbereitungen

Annemarie und Wayne Carpendale mit Sohn Mads
Im Mai 2018 wurden Annemarie und Wayne Carpendale Eltern ihres Sohnes Mads.
©Gala

In "Confession" spielen Sie Octave, einen Bad Boy und Rockstar des 19. Jahrhunderts: Er liebte Frauen, Partys, den Rausch. Haben Sie sich in der Figur wiedergefunden?

Octave liebt nur die Eine, doch sie hintergeht ihn, und er versucht, seinen Schmerz zu betäuben. Das gelingt ihm nicht. Er kann seinem eigenen Gefühl nicht mehr trauen. Das ist etwas, das mir sehr bekannt vorkommt: Ich kann auch eine nicht vergessen.

Der 34-jährige Brite Pete Doherty war mit den Bands Libertines und Babyshambles als Sänger erfolgreich. Berühmt wurde er jedoch erst durch seine Beziehung zu Kate Moss - und berüchtigt durch seine Drogenskandale.

Meinen Sie Kate Moss?

Der Name ist doch unwichtig. Aber ich trage sie immer in meinem Herzen, auch wenn ich längst nicht mehr um sie kämpfen kann.

Wofür würden Sie noch kämpfen, außer für die Liebe?

Für die Freiheit! Frei zu denken und sich selbst treu zu sein. Meine Welt ist die der Poesie. Für mich sind Dichter die größten und freiesten Helden, weil sie alles denken und ausdrücken können, was dem Rest der Menschheit so nie in den Sinn käme.

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2013

18. Dezember 2013: Daniel Brühl und Cara Delevingne sind gerade für Dreharbeiten zum Film über Amanda Knox "The Face of An Angel" in Florenz.
18. Dezember 2013: James Franco schwebt am Set für den Ford-Werbespot mit Rose in der Hand durch die Lüfte. Der Spot soll voraussichtlich beim Super Bowl gezeigt werden.
16. Dezember 2013: Jennifer Hudson dreht in Los Angeles ihr neues Musikvideo und schlüpft nach den Aufnahmen flink in einen Bademantel.
13. Dezember 2013: Brad Pitt und Shia LaBeouf machen ein Gruppenfoto bei den Dreharbeiten zum Film "Fury".

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Und wofür würden Sie sterben?

Ich würde fürs Leben sterben - und für meine Frau. Ich sterbe jeden Tag, eigentlich ...

Was war das Romantischste, das Sie je getan haben?

Ein Freund von mir hat mal seiner Freundin zum Valentinstag das Herz eines Lamms geschenkt. Als die es nicht wollte, hat er es mir gegeben, und ich habe es meiner Freundin geschenkt. Ich kniete vor ihr, biss in das Herz, und als das Blut meine Lippen hinunterlief, fragte ich sie, ob sie mich heiraten will. Ich weiß nicht wieso, aber sie sagte Nein, und ich sah sie nie wieder. Vielleicht war sie nicht romantisch genug - sie rief die Polizei.

Dabei ist jeder Heiratsantrag an sich ja schon romantisch.

Es ist das Romantischste überhaupt, jemand anderen zu fragen, ob er sein ganzes Leben mit dir verbringen will. Together forever, das gibt’s heute eigentlich nicht mehr. Aber ich finde es schön, daran zu glauben - bis dass der Tod uns scheidet.

Jetzt im Kino: Paris, 1830 – der junge Bohemien Octave (Doherty) verliebt sich nach zahlreichen Affären in die zehn Jahre ältere Witwe Brigitte (Charlotte Gainsbourg). Auch abseits der Leinwand soll es geknistert haben ...

Was bedeutet Romantik für Sie?

Wahre Romantik ist Tragödie, das Dunkel, Wahnsinn. Erfüllte Liebe, die nicht andauert. Erfüllte Liebe, die immer wieder aufflackert, aber am Ende nicht sein soll. So wie mein Dichterheld Percy Shelley sie beschrieb: "Ihre Schönheit verdunkelte die lichte Welt, und neben ihr schien alles nur ein flüchtig Schattenbild zu sein."

Sie leben seit Längerem in Paris. Ist dort Ihre neue Heimat?

Rein rechnerisch, nach der Zeit, die ich an einem Ort verbracht habe, müsste Krefeld meine Heimat sein. Dort habe ich als kleiner Junge gelebt, weil mein Vater dort stationiert war. Woran ich mich am besten erinnern kann, sind die deutschen Zigarettenautomaten. Sonst war es leider keine glückliche Zeit für mich. Ich habe mich oft sehr einsam gefühlt und viel geschrieben, Musik gemacht und gemalt. Paris gefällt mir sehr, es kommt mir manchmal vor wie eine große Filmkulisse, und ich kann hier sehr viel über Dichtung lernen. Aber wenn es mir schlecht geht, wenn ich im Delirium bin, dann gehe ich immer wieder nach East London zurück. Da gehöre ich hin, und da will ich auch sterben.

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