Nina Ruge: "Begegnung auf Augenhöhe"

Nosbusch und Zetsche, Illner und Obermann, Ferres und Maschmeyer: Nina Ruge, selbst mit einem Wirtschaftsboss verheiratet, verrät exklusiv in "Gala", was man bei einer solchen Liebe beachten muss

Nina Ruge

Wer kann schon von sich behaupten, dass er nur noch macht, was ihm am Herzen liegt? , 56, sagt das von sich mit Inbrunst. Vor sechs Jahren hat sie ihr Leben radikal geändert. Auch und vor allem für ihren Mann. Seit 1997 liebt die ehemalige "Leute heute"-Moderatorin Wolfgang Reitzle, den Chef des Technologiekonzerns Linde, seit elf Jahren ist das Paar verheiratet. Nina Ruge weiß, was auf ihre Kollegin Desirée Nosbusch und Dieter Zetsche, den Vorstandsvorsitzenden von Mercedes, zukommt. Darüber und über ihr neues Leben jenseits des Glamours spricht sie im Münchner Restaurant "Schumann’s", vor sich ein Risotto, zu den Füßen ihren Entlebucher Sennenhund Lupo.

Am 3. Februar war es genau sechs Jahre her, dass Sie die BR-Sendung "Leute heute" an Karen Webb abgegeben haben. Gab es Momente der Reue?

Barbara Beckers Söhne sind aus dem Haus

"Ich gewöhne mich nur schwer daran“

Noah und Barbara Becker
Barbara Becker lebt von ihren zwei Söhnen weit entfernt in Miami. Noah hat sich längst Richtung Berlin orientiert, Elias hingegen wohnt mittlerweile in London.
©Gala

Nein, gar nicht. Ich hatte mir ja auch viel Zeit gegeben, diesen Schritt zu durchdenken und mich durchzuringen: eineinhalb Jahre. Ich wusste, ein neues Format wird es für eine Frau meines Alters nicht mehr geben. Ich war 50, und es war mir klar, dass das zumindest einen partiellen Abschied vom TV bedeuten würde.

Sie moderieren aber immer noch einige Sendungen, zum Beispiel "Unter 4 Augen", eine Talksendung, die beim Bayerischen Rundfunk jetzt sonnabends um 16.15 Uhr einen neuen Sendeplatz hat. Am 16. Februar ist Uschi Glas bei Ihnen zu Gast.

Ja, Uschi war vor zehn Jahren, als das Format gestartet wurde, der erste Gast. Ich werde nach ihren Lebensthemen fragen, den roten Fäden ihrer Biografie. Ich moderiere einige spannende Formate, aber nicht mehr in der ersten Reihe. Dafür habe ich neue Schwerpunkte. Mit der People-Berichterstattung habe ich abgeschlossen. Ich bin zurückgekehrt in die Themenfelder Wirtschaft, Politik und Technologie, moderiere Podiumsdiskussionen, Kongresse und engagiere mich intensiv karitativ. Für Unicef, Frauen mit Behinderung in Bayern, für den Tierschutz, für Bio-Diversität und einiges anderes.

Nina Ruge mit Gatte Wolfgang Reitzle auf der Wiesn.

Doch neue Sendungen gibt es nicht, weil Sie zu alt sind?

Die öffentlich-rechtlichen Sender möchten sich verjüngen. Ich kann gut nachvollziehen, dass dann auch die Gesichter jünger sein müssen. In den USA gibt es da die größere Bandbreite, Oprah Winfrey und Barbara Walters und etliche weitere Moderatorinnen, die deutlich nicht mehr 40 sind. Viele Themen benötigen für eine glaubwürdige Präsentation eine ordentliche Portion Lebenserfahrung. Doch im deutschen TV ist das noch nicht so angekommen. Hier, und das sage ich ohne jeden Vorwurf, gibt es kaum Frauen über 50.

Haben Sie mit diesen Umständen gehadert?

Nein, ich kenne das Business jetzt seit 25 Jahren. Es macht keinen Sinn, sich darüber zu mokieren. Ich hätte "Leute heute" damals ja auch noch einige Jahre länger moderieren können. Heute sage ich mir, es war genau der richtige Zeitpunkt, nach zehn Jahren aufzuhören.

Können Sie Prominente wie Thomas Gottschalk oder Boris Becker verstehen, die diesen Schritt nicht schaffen?

Ich habe da ein riesengroßes Verständnis. Wer etwa Howard Carpendale in einem Livekonzert erlebt, wer gesehen hat, wie er seine Fans geradezu in einen Glücksrausch versetzt, der versteht, dass eine solche Bewunderung der Massen wie eine Droge wirkt. Die ist enorm stark, ein extremer Ego-Kick. Kein privates Glück kann das ersetzen. Sich von dieser Droge zu lösen gelingt nur dem, der die Anbetung der Massen durch etwas anderes sehr Starkes ersetzt.

Sie haben die Sendung auch aus Liebe zu Ihrem Ehemann aufgegeben. War das ein Opfer?

Im Gegenteil. Ich habe 20 Jahre lang tägliche Live-Sendungen moderiert (erst das "heute journal", dann "heute nacht", dann "Leute heute", Anm. der Redaktion). Die hoch professionelle und konzentrierte Sendungsroutine ist einerseits sehr erfüllend - und andererseits natürlich auch ein Korsett. Ich lebe heute eine wunderbare Flexibilität und Freiheit. Ein Anlass, "Leute heute" aufzugeben, war auch, dass mein Mann aus beruflichen Gründen nach München kam und wir das erste Mal zusammenwohnen konnten. Ich hatte den zeitlichen Spielraum, zum Beispiel den Umzug zu organisieren - und mir einen Hund anzuschaffen.

Kann man Sie sich als Ehefrau vorstellen, die kocht, putzt und ihrem Ehemann die Pantoffeln bereitstellt?

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Leider bin ich da ein Totalausfall. Ich kann nicht kochen, ich war Top- Kundin bei einer Tiefkühlfirma, und bis heute ist der China-Home- Service sehr frequentiert.

Ihr Mann hält sich extrem zurück. Warum trennen Sie diese Welten so scharf? Man sieht Sie kaum zusammen.

Doch, einmal im Jahr auf der Wiesn. (lacht) Da lädt er traditionell den Linde-Vorstand und Aufsichtsräte ein - mit Begleitung. Da wäre es dann doch merkwürdig, wenn ich nicht dabei wäre. Aber im Ernst: Er konnte sich für meinen Beruf nicht wirklich begeistern, als wir uns kennenlernten. Das Interesse der Boulevardmedien an meiner Person in Kombination mit seiner Position, das hat nicht gepasst. Die öffentliche Vermarktung unserer "Story", das hatte er in dieser Form nicht erwartet, das war ein Schock.

Hat er selbst das so empfunden? Gab es in der Firma Druck?

Auch innerhalb des Unternehmens wurde es nicht gern gesehen, dass ein Vorstand plötzlich in der Yellow Press erschien. Nach der ersten Welle gemeinsamer Fotos haben wir beschlossen, uns nicht mehr öffentlich zu zeigen. Doch es gab immer wieder Presseberichte, in denen er als einer bezeichnet wurde, der "auf den roten Teppichen zu Hause" sei - obwohl er sich kein einziges Mal mit mir blicken ließ. Das war durchaus eine Gefährdung unserer Beziehung.

Paarungen wie Ihre - attraktive Frau aus dem Showbiz und mächtiger Wirtschaftsboss - haben Konjunktur: Maybritt Illner und René Obermann etwa oder ganz aktuell Desirée Nosbusch und Dieter Zetsche. Gibt es da eine besondere Anziehungskraft?

Ich denke, dass Frauen, die berufstätig und erfolgreich sind, egal ob in den Medien oder in anderen Berufen, sich zu erfolgreichen Männern hingezogen fühlen. Männer wie Frauen suchen eine Begegnung auf Augenhöhe.

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Was, glauben Sie, wird jetzt auf Zetsche und Nosbusch zukommen?

Beide sind erfahrene Medienprofis. Sie werden sich irgendwann in einer einigermaßen kontrollierbaren Situation den Fotografen stellen müssen - und danach möglichst wenig gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten.

Welches werden für die beiden die größten Herausforderungen im Umgang mit der Öffentlichkeit sein?

Keine Storys zu liefern, sich entspannt zurückzuhalten. Aber das brauchen die beiden nicht zu üben, das haben sie locker drauf.

Mögen Sie dem Paar einen Tipp geben, wie es seine Liebe trotz der großen Aufmerksamkeit so bewahren kann, wie es Ihnen gelungen ist?

Oh nein, erstens bin ich nicht so vermessen, anderen Tipps geben zu wollen, und zweitens haben sie ja den Vorteil, dass sie nicht die ersten dieser Sorte Paarfindung sind. Sie werden alles richtig machen.

"Leute heute" beendeten Sie jeden Abend mit dem Satz "Alles wird gut". Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass das tatsächlich so ist?

Ja, ich habe einen ungeheuren Drang, Neues zu erobern, zu wachsen. Ich bin immer wieder beruflich wie privat Risiken eingegangen, die nicht exakt abschätzbar waren. Heute kann ich sagen: Alles war richtig.

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