Matthias Schweighöfer Leicht verwirrt, aber lernwillig ...

Matthias Schweighöfer
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Matthias Schweighöfer über Männer, denen manchmal ein bisschen Mut fehlt - und warum Frauen trotzdem so viel von ihnen erwarten

Die Tür zur Velvet Suite im Berliner "Hotel de Rome"

steht einen Spalt offen, von außen kann man sehen, wie Matthias Schweighöfer, 30, sich streckt - Lockerungsübungen eines entspannt Angespannten. Denn ein bisschen unruhig ist er schon so kurz vor dem Start von "What A Man" (jetzt im Kino). Er hat den Film produziert und das Buch mitgeschrieben, Regie geführt - und die Hauptrolle übernommen.

Was den Job angeht, gelingt Ihnen offenbar alles. Ist Ihnen in jüngster Zeit auch mal ein Missgeschick passiert?

Als ich kürzlich wegen Rückenproblemen bei der Physiotherapeutin war, ging mir die Unterhose kaputt. Ich hab’s nicht gemerkt, die Physiotherapeutin schon.

Sie haben gewettet, dass Sie "nur im Schlübber" durchs Brandenburger Tor laufen, wenn Ihr Film "What A Man" 400 000 Zuschauer erreichen sollte …

Ich wollte ja eigentlich nur auf den Filmstart aufmerksam machen. Ich bin selbst ganz überrascht, dass etwas, was ich in einem Nebensatz auf Facebook sage, solche Wellen schlägt.

Na ja, Sie haben fast 500 000 Facebook-Fans, bei der Premiere Ihres Films gab es großes Gekreische. Hat eine Frau schon mal "What a man!" zu Ihnen gesagt?

Nee, noch nie. Zu mir sagt man eher: "Was bist du denn für’n Horst?". Und zu Hause im Streit auch mal: "Du bist so ein Arschloch."

Schweighöfers Regiedebüt erzählt die Geschichte von Alex (r.), der sich nach einer Trennung vornimmt, männlicher zu werden. Unte
Schweighöfers Regiedebüt erzählt die Geschichte von Alex (r.), der sich nach einer Trennung vornimmt, männlicher zu werden. Unterstützung bekommt er von Kumpel Okke (Elyas M'Barek) und von seiner besten Freundin Nele (Sibel Kekilli).
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Gibt es eine Identitätskrise der Männer?

Ja. Männer sollen so vieles sein, dass es teilweise verwirrend ist. Und dann sind sie oft viel zu inkonsequent. Der Film entstand ja dadurch, dass ich mit meinen engen Freunden zusammengesessen und über Beziehungen geredet habe. Also über Gefühle, Probleme … Dann habe ich rausgekriegt: Frauen reden untereinander auch über intime Details, sogar über intime Details des männlichen Körpers. Da habe ich gesagt: "Was? Das macht ihr? Und wir reden über Beziehungen, total ernsthaft!" Da war für mich klar: Jungs, wir müssen etwas unternehmen!

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Was wollen Frauen von Männern?

Verständnis, Humor, eine romantische Ader - und viel Zeit. Viel, viel Zeit.

Und was braucht ein Mann?

Liebe, Verständnis, Humor - und ab und zu in Ruhe gelassen zu werden. Und: Ein Mann braucht einen Spielplatz, wo er sich austoben kann.

Wie müssen Männer Ihrer Meinung nach sein?

Mutig. Und sie müssen Entscheidungen treffen können. Beruflich kann ich das ganz gut, privat fällt es mir nicht immer leicht.

Ihre bisher mutigste Entscheidung?

Vater zu werden. Verantwortung für ein anderes Wesen zu übernehmen fand ich mutig. Und die Entscheidungen hören ja nicht auf. Wenn meine Tochter etwa morgens vor mir steht und "Bummibärchen" will. Da muss ich auch entscheiden, dass es jetzt keine gibt. Außer manchmal. Sonst erst um 15 Uhr. Ich finde es generell schwierig, sich zu entscheiden, wenn man jemanden verletzen könnte.

Was machen Sie, wenn Sie freihaben?

Da spiele ich mit meiner Tochter. Und ich treffe meine Freunde - ich habe nämlich welche! Manchmal fahre ich auch nur mit meinem Auto herum, einer Mercedes E-Klasse, wegen der Knautschzone, und höre Musik. Meine Tochter wird übrigens meinen Beruf ergreifen, glaube ich. Kürzlich saß ich auf dem Sofa, und sie stellte sich vor den Fernseher und sang "Alle meine Entchen". Ich habe natürlich wie bekloppt applaudiert und es 20mal gefilmt.

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Reizt Sie eine Hollywood-Karriere?

Ja, klar, wieso sollte ich darauf mit Nein antworten? Allerdings am liebsten wie bei Johnny Depp, der ja in Europa lebt. Dann könnte ich auch im Privatjet fliegen. Ich habe Flugangst - meine Freundin dreht durch, weil wir immer mit dem Auto in Urlaub fahren müssen. Jedenfalls ist es ein besseres Gefühl, wenn man dem Piloten sagen kann: Wir sind jetzt sehr schön gestartet in Berlin, aber ich möchte in Leipzig wieder runter … Bettina Lüke

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