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Martina Hill "Ich bin Heidi Klum sehr dankbar"

Martina Hill
© Picture Alliance
Durch grandiose Heidi-Klum-Parodien wurde Martina Hill zum Star. "Gala" sprach mit ihr über die Lust am Ulk - und die Begegnung mit dem Original

Als Martina Hill, 38, gerade den Deutschen Fernsehpreis in Empfang nahm, fragten sich viele TV-Zuschauer: "Kenn ich die?" Die Antwort lautet: Ja. Vielleicht nicht als Martina Hill, aber als Heidi Klum, Daniela Katzenberger, Sylvie van der Vaart, Renate Künast, sogar Bill Kaulitz … Lauter Paraderollen der Schauspielerin und Komikerin in der Parodie-Show "Switch Reloaded". "Gala" traf sie zu einem Gespräch mit hohem Spaßfaktor.

Erinnern Sie sich an eine private Situation, in der Sie unfreiwillig komisch aussahen?

Bis jetzt ist mir noch nie etwas wirklich Schlimmes passiert, toi, toi, toi! (klopft auf den Tisch) Obwohl - doch! Ich habe mal bei einem ersten Date einen Rolltreppensturz hingelegt. Er stand unten, ich oben, und mit einem fröhlichen Hallo bin ich, ratatatata!, runtergepurzelt, in seine Arme. Mir ist zum Glück nichts passiert, aber es muss ziemlich lustig ausgesehen haben. Er hat mich dann zum Essen ausgeführt, und ich hab den peinlichen Vorfall mit hysterischem Lachen zu überspielen versucht.

Die Kultblondine im deutschen TV: Martina Hill als Daniela Katzenberger  - für manche Rollen sitzt sie vier Stunden in der Maske
Die Kultblondine im deutschen TV: Martina Hill als Daniela Katzenberger - für manche Rollen sitzt sie vier Stunden in der Maske.
© Kai Schulz / ProSieben

Apropos Date: Sind Sie in einer festen Beziehung, oder haben Sie als viel beschäftigte Frau gar keine Zeit dazu?

Im Moment habe ich sehr viel zu tun, ja. Aber ich kriege mein Privatleben trotzdem ganz gut geregelt.

Haben Sie bei Dates das Gefühl, besonders lustig sein zu müssen?

Höchstens, um denjenigen zu vergraulen ... So ein klassisches Date liegt bei mir allerdings auch schon ewig zurück. Wer mich besser kennt, der weiß, dass ich eine ganz normale Frau bin, die auch durchaus sehr zurückhaltend und ruhig sein kann.

Was machen Sie, wenn jemand Sie bittet, mal eben eine Parodie zum Besten zu geben?

Am liebsten gar nichts. Ohne Maske und Kostüm finde ich das nicht so spannend. Ich rutsch nicht mal eben so einfach in eine Daniela Katzenberger oder Renate Künast. Nur bei meiner Heidi-Klum-Parodie mache ich ab und zu eine Ausnahme. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich diese Quietschstimme wirklich selber spreche, oder ob da technisch nachgeholfen wird - und dann quietsche ich einfach immer lauthals mein "Heidi-Nein"!

Wie lange brauchen Sie, um sich so eine Rolle zu er arbeiten?

Drei, vier Wochen sind es bestimmt. In der ersten Woche sichte ich viel Material, um mir einen Gesamteindruck der Person zu verschaffen, präge mir so viel wie möglich ein. In der zweiten Phase konzentriere ich mich auf das, was hängen geblieben ist und versuche es beim Proben ein - zu bauen. Dabei achte ich besonders auf typische Gesten und Bewegungsabläufe. Und natürlich auf die Stimme.

Vor allem mit der Heidi-Klum-Parodie sind Sie bekannt geworden ...

... und dafür bin ich Frau Klum sehr dankbar! Meine Heidi-Parodie war eine meiner ersten "Switch"-Figuren, eine große Herausforderung.

Warum?

Ich wusste damals noch nicht so recht, wie ich an die Sache rangehen sollte, wo ich bei ihr am besten ansetze. Heidi ist eine wunderschöne Frau, die optisch erst mal keine Angriffsfläche bietet - perfekter Body, perfekte Haltung. Also bin ich auf die Idee mit der Quietschstimme gekommen.

Wie ist es, wenn Ihnen eine der Personen, die Sie imitieren, über den Weg läuft?

Bis jetzt war es immer sehr nett. Mit Heidi Klum war es sogar lustig. Wir sind uns 2010 bei "Wetten, dass ..?" vor laufender Kamera das erste Mal begegnet. Plötzlich kündigte Thomas Gottschalk Heidi an, und sie kam aus dem Publikum auf mich zu gelaufen. Da hab ich mich vielleicht erschrocken! Ich wusste zwar, dass sie da war, aber nicht, dass wir in der Sendung aufeinandertreffen. Sie war super freundlich und ich total erleichtert. Hinter den Kulissen hat mich dann Papa Klum auch noch herzlich mit "Hallo Töchterchen!" begrüßt, und ich habe mit Quietschstimme "Hallo Papa!" geantwortet. Es macht mich natürlich froh, wenn ich mitbekomme, dass die Leute, die ich parodiere, selbst darüber lachen können. Ich will doch keinem was Böses!

Wunderbar wandelbar: Martina Hill mit ihrem "Switch reloaded" Kollegen Martin Klempnow als Carmen und Robert Geiss.
Wunderbar wandelbar: Martina Hill mit ihrem "Switch reloaded"-Kollegen Martin Klempnow als Carmen und Robert Geiss.
© Kai Schulz / ProSieben

Würden Sie Heidi Klum raten, an ihrem Auftreten etwas zu ändern?

Nein! Ich denke, Frau Klum weiß genau, was sie tut. Und damit hat sie ja auch ganz gut Erfolg.

Welche Ihrer aufwendigen Promi-Masken bei "Switch Reloaded" dauert am längsten?

In der aktuellen Staffel waren das Carmen Geiss und Renate Künast. Vier Stunden dauert die Verwandlung jeweils. Um zu Renate Künast zu werden, bekomme ich insgesamt sechs Teile ins Gesicht: Nase, Stirn, Kinn, Wangen, Kontaktlinsen, Zähne. Bei Carmen Geiss trage ich eine Vollmaske. Da lugen nur noch meine Augen durch. Fühlt sich seltsam an.

Wenn Sie dann in den Spiegel schauen- sind Sie selbst erstaunt, was aus Ihnen geworden ist?

Ja, und es ist jedes Mal ein irres Gefühl. Ich selbst bin dann völlig verschwunden, erkenne mich nicht wieder. Da sitzt ein völlig anderer Mensch. Da kommt kein Karneval mit.

Ist es schwer, nachher aus der Rolle wieder rauszukommen?

Wenn ich nach Drehschluss die Maske runterwasche, lege ich eigentlich auch die Rolle ab. Aber manche Figuren sind zäh. Es kommt schon vor, dass ich Tage später plötzlich mitten in einem Gespräch laut und abgehackt spreche. Dann weiß ich: Ah, da isse wieder, die Renate …

Sie sind eine sehr attraktive Frau. Stört es Sie, dass manche Leute Sie nur als Ulknudel sehen?

Ich selbst sehe mich zwar überhaupt nicht als Ulknudel, aber … nö, das stört mich nicht. Ich werde oft gefragt, wieso ich so viel Mut zur Hässlichkeit habe. Ich glaube, man darf sich selbst einfach nicht immer so wichtig nehmen.

Sind Sie sich ständig bewusst, dass Sie eine sehr gut aussehende Frau sind?

Ich weiß, dass ich groß und schlank bin. Wie meine Eltern. Das sind auch so dünne Heringe. (lacht) Glauben Sie mir, ich brauche genauso viel Schminke und Hilfsmittel wie andere Frauen auch. Aber lieben Dank für das Kompliment!

Von welchem Elternteil haben Sie Ihren Sinn für Humor?

Von beiden. Wir haben immer viel gelacht zu Hause. Aber ich komme doch schon sehr nach meiner Mutter. Und ich bin happy, dass meine Eltern "Knallerfrauen" lustig finden. Einige Sketche sind ja schon recht derbe.

Wie sind Sie, wenn Sie schlechte Laune haben?

Schlecht gelaunt! Ich überspiele es auch nicht, es sei denn, ich bin im Job - da hat schlechte Laune nichts verloren. Aber einen Durchhänger hat doch jeder mal, das gehört dazu. Privat bin ich jedenfalls keine großartige Spaßkanone, die auf Knopfdruck eine ganze Feier unterhält, sondern oft relativ langweilig.

Sie sind jetzt 38. Können Sie sich als Mutter vorstellen?

Ticktack, ticktack ... Mal sehen, was kommt, aber ich kann mir das sehr gut vorstellen. Vor allem jetzt, nachdem ich die letzte Staffel "Knallerfrauen" mit vielen Kindern gedreht habe. Da ging mir das Herz auf. Ich vertraue einfach darauf, dass mir das Richtige widerfährt. Hauke Herffs

gala.de

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