Maria Furtwängler: "Komplett nackt? Mache ich nicht!"

Maria Furtwängler wird dieses Jahr 50. Vorher lotet sie in ihrem neuen Kinofilm alle Grenzen aus. GALA sprach mit der Schauspielerin über die Sex- und Drogenszenen und fragte, wie ihre Familie darauf reagierte

Maria Furtwängler, 49, muss erst einmal etwas essen. „Ohne meine drei Mahlzeiten am Tag werde ich übellaunig“, gesteht sie GALA beim Interview in Düsseldorf. Die Schauspielerin und zweifache Mutter ist in der Stadt, um die Premiere ihres neuen Films „Das Wetter in geschlossenen Räumen“ zu feiern. In einem kleinen italienischen Restaurant spricht sie – bei Ravioli in Salbeibutter – über die Dreharbeiten und die heftigen Szenen, die sie dabei abliefern musste. Furtwängler spielt eine Entwicklungshelferin, die über noble Charity-Events Geld für Hilfsprojekte einsammelt – und sich dabei in Drogenexzessen und einer Affäre verliert.

"Das Wetter in geschlossenen Räumen"

Ihre Figur ist Alkoholikerin, schnupft Kokain. Sie haben ausschweifende Liebesszenen – einmal sogar mit zwei Männern. Hatten Sie Bammel vor diesem Dreh? So hat man Sie ja noch nie gesehen.Ich hatte Bammel davor. Aber

Ich hatte Bammel davor. Aber auch, weil klar war, dass dieser Film keine leicht verdauliche Kost wird. Und die Figur, die ich spiele, ist darüber hinaus ja nicht immer sympathisch. Aber es hat mich gleichzeitig gereizt, all diese abgründigen Szenen zu spielen.

Sie zeigen nackte Haut, aber Sie bleiben insgesamt recht bedeckt. Wären Sie auch weiter gegangen?

Nein. Obwohl das die Regisseurin wollte. Als wir vorher über den Film verhandelt haben, habe ich gesagt: „Komplett nackt? Mache ich nicht!“ Da hat sie dreimal geschluckt – und es später noch mal probiert, mich zu überzeugen. Aber das, was man in dem Film sieht, ist für mich die absolute Grenze. Mehr möchte ich nicht zeigen.

Immerhin sieht man genug, um zu sagen, dass Sie toll in Form sind. Mitte September werden Sie 50.

Hören Sie bloß auf. Im Moment fühle ich mich gar nicht fit. Ich bin absolut kein Fitness-Studio-Typ. Dabei liebe ich es eigentlich, mich zu bewegen. Ich gehe auf den Berg. Ich wandere. Im Winter ist das natürlich nicht so oft machbar, aber da geht’s dann mit den Skiern zum Langlauf raus.

Was ist mit Botox und Beauty-OPs? Oder schreckt Sie das als ehemalige Ärztin ab?

Ich schaue schon sehr genau hin. Es gibt spannende neue Methoden, aber am Ende müssen wir Schauspieler mehr als alle anderen darauf achten, dass wir unser wichtigstes Werkzeug, unsere Mimik, nicht lahmlegen. Das muss jeder für sich entscheiden.

Krieg, Partys, Affären, so sieht das Leben der Entwicklungshelferin Dorothea (M. Furtwängler) in "Das Wetter in geschlossenen Räumen" aus. Als sie mit dem jungen Alec in einem Hotel im Nahen Osten anbandelt, droht sie abzustürzen

Wie kokst man eigentlich im Film?

Wir haben das mit Milchzucker gemacht. Der sieht von seiner Beschaffenheit wohl am ehesten aus wie Kokain. Ist natürlich ein merkwürdiges Gefühl, wenn man den dann in der Nase hat. Übergeben musste ich mich ja ebenfalls in einer Szene. Dafür nimmt man am besten Wassermelone – ein bisschen vorgekaut.

Sie sind mit dem Verleger Hubert Burda verheiratet, Ihr Sohn und Ihre Tochter sind Mitte 20. Wie haben die reagiert, als sie den Film gesehen haben?

Wir haben uns zusammen die DVD zu Hause auf dem Sofa angeguckt. Mein Mann fand ihn gut. Das hatte ich gar nicht erwartet, er war richtig süß. Meine Kinder waren stolz. Meine Tochter ist aber eh mein größter Fan.

Verändert ein solcher Film die Beziehung zu einem Ehemann oder den Kindern?

Bei uns gar nicht. Es ist ein Film, ich spiele eine Rolle. Wir können das trennen. Was es vielleicht ändert: Ich komme nach einem solchen Dreh erfüllt nach Hause und bin glücklich – und damit auch eine besser Mutter und eine bessere Ehefrau.

Was war die größte Anzahl von Menschen, mit denen Sie morgens in einem Hotelzimmer aufgewacht sind?

(lacht) Ich fürchte, dass ich da entsetzlich langweilig bin. Ich glaube, mit Mann und zwei Kindern. Ansonsten … immer nur zu zweit.

Welches ist denn das letzte Laster, das Sie sich als Mutter und Gattin eines angesehenen Medienmachers gönnen?

Ich trinke gern abends ein Gläschen Wein.

Und da fragt die Ärztin in mir schon: Es gibt Hinweise, dass auch schon geringe Mengen Alkohol das Brustkrebsrisiko erhöhen.

Kürzlich haben Sie erzählt, dass Sie als Schülerin gekifft haben. Ist es bei dieser harmlosen Drogenerfahrung geblieben?

Kokain oder etwas in der Art habe ich nie angerührt. Während eines Praktikums in der Psychiatrie habe ich einige Leute gesehen, die nach Drogentrips eine schwere Psychose hatten und sich zum Teil nicht mehr davon erholt haben. Das war sehr abschreckend. An die paar Male, wo ich gekifft habe, habe ich keine schlechte Erinnerung, aber so gegen Ende meiner Schulzeit habe ich mal einen Haschkeks genommen, der zu stark war. Furchtbar! Ich stand völlig neben mir und habe gedacht, dass mein letztes Stündlein geschlagen hat. Ich war schon damals ein wahnsinniger Hypochonder. Das hat mir die Sache komplett verleidet.

Man sagt, dass man sich eine Erkältung wegtrinken könne. Wahrheit oder Blödsinn – was ist Ihre Erfahrung?

Hat bei mir noch nie funktioniert. Eine Freundin von mir empfiehlt bei Erkältung heißen Whisky mit Zitrone. Ich hab’s mal ausprobiert und dann gesagt: Lieber werde ich krank, als das zu trinken.

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