Maria Furtwängler: "Ich versuche, andere nicht mit meiner Eifersucht zu belästigen."

Maria Furtwängler ist das schöne Gesicht des 1000. "Tatorts". GALA sprach mit ihr über Ur-Ängste, ihre Verbindung zu Halle Berry – und Kuschel-Haustiere

Wenn eine Frau überglücklich einen Ring in die Kameras hält, geht's meistens um das Eine. Nicht so bei Maria Furtwängler. Auch sie präsentierte jüngst ein schmuckes Stück, Citrine in Feingold – allerdings handelt es sich dabei um den Leibniz-Ring, der ihr in Hannover für ihr großes soziales Engagement verliehen wurde. Die Schauspielerin kennt die Niedersachsen-Metropole aus dem Effeff: Als Hauptkommissarin Charlotte Lindholm ermittelte sie dort schon 23 Mal. Den bisher ungewöhnlichsten Fall erlebt sie an diesem Sonntag in der Jubiläumsfolge.

Wo ticken Sie wie Ihre Heldin – und worin unterscheiden Sie sich?

Ich neige genau wie Charlotte zu Pragmatismus und betrachte Situationen analytisch. Und ähnlich wie sie kann ich mich gut in andere hineinversetzen, bin mutig und abenteuerlustig. Im Unterschied zu mir ist sie ein einsamer Wolf, der nur gescheiterte Beziehungen hat. Ich dagegen bin ein absoluter Familienmensch.

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Charlotte Lindholm muss diesmal sehr viel schwindeln, ihr Leben hängt davon ab. Wie gut können Sie lügen?

Gar nicht gut. Ich habe einen Wahrhaftigkeitsfimmel und bewege mich an der Grenze des Debil-Aufrichtigen. Der neue "Tatort" spielt mehr als andere mit unseren Ängsten.

Wovor fürchten Sie sich?

Ich habe beim Fliegen Schiss. Vor Kurzem habe ich erlebt, dass ein Blitz ins Flugzeug eingeschlagen hat.

Oha.

Es gab einen lauten, trockenen Knall, dann war alles still. Plötzlich zischte es vorne an der rechten Tür und keiner sagte mehr was. Ich hatte so unfassbare Angst, dass ich mich in den nackten Oberarm des wildfremden Mannes neben mir gekrallt habe. Er löste sich irgendwann mit tiefroten Malen im Arm von mir. Es ging aber noch weiter: Noch ehe der Pilot eine Ansage machte, kam er zu mir und sagte: "Ich habe von unserem Bordpersonal gehört, dass Sie beunruhigt sind." Ich habe gerufen: "Was machen Sie hier? Setzen Sie sich wieder nach vorne!" Dabei wollte er mir nur mitteilen, dass alles in Ordnung sei. Eine völlig absurde Situation. (lacht).

Macht Ihnen der Tod Angst?

Wer kann schon sagen, dass er keine hat? Angst macht uns doch vor allem das Gefühl von Ohnmacht. Ich glaube, wir haben alle große Schwierigkeiten, uns ausgeliefert zu fühlen, keine Kontrolle zu haben. Das ist oft auch unser Problem in Beziehungen. Wir fühlen uns abhängig und versuchen über Eifersucht und Besitzansprüche wieder die Kontrolle zu gewinnen.

Wie eifersüchtig sind Sie?

Diese Veranlagung, die wir haben, den anderen mit unseren Gefühlen unter Druck zu setzen, hat nichts mit dem Geschenk der Liebe zu tun. Ich kenne Eifersucht, versuche aber, den anderen damit nicht zu belästigen.

Vielen Frauen graut es vor jedem dazukommenden Jährchen. Wie ist das bei Ihnen?

Ich habe gejubelt, als ich in einem Artikel las, dass ich der gleiche Jahrgang bin wie Halle Berry, Salma Hayek und Sophie Marceau. Alles Frauen, die nicht nur ausgesprochen attraktiv sind, sondern echt was drauf haben und viel bewegen. Wir müssen aufhören, ewige Jugend als das einzig erstrebenswerte Ziel für Frauen zu definieren!

Wie der erste "Tatort" 1970 heißt jetzt auch der tausendste "Taxi nach Leipzig". Diesmal mit zwei Kommissaren: Charlotte Lindholm (Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg)

Schauen Sie Ihre eigenen "Tatorte" mit der Familie an?

Ja. Ich habe es mir angewöhnt, mit Mann, Kindern und Freunden zu gucken.

Und wenn's Kritik hagelt?

Zum Glück habe ich Menschen um mich herum, die lieb sind. Und sie hatten ja meistens allen Grund, sich über die "Tatorte" zu freuen, sag ich mal so unbescheiden.

Sie haben im vorigen Jahr den Kilimandscharo bestiegen, der fast 6000 Meter hoch ist. Auch eine Grenzerfahrung, die vielleicht Angst machte?

Auf gewisse Weise ja. Bergsteigerisch war das völlig unspektakulär, aber die Luft! Ab 4000 Meter fühlt man sich einfach nicht mehr in der eigenen Komfortzone. Wir waren direkt über dem Furtwängler-Gletscher. Ich dachte nur: Ich will wieder runter. (Das Eisfeld ist nach Marias Großvater Walther Furtwängler benannt, der den höchsten Gipfel Afrikas 1912 als Erster mit Skiern bezwang; Anm. d. Red.)

Wie haben Sie sich auf diese Herausforderung vorbereitet?

Ein Höhentraining habe ich nicht gemacht, sondern ich bin einfach ein bisschen mehr gewandert.

Abgesehen vom Kilimandscharo dürfen Ihre Hunde immer mit auf die Berge. Wie viele haben Sie eigentlich?

Zwei, einen Flat Coated Retriever und einen rumänischen Tierheim-Hund.

Sind Hunde bessere Gefährten als Männer?

Auf dem Berg vielleicht. (lacht) Aber sonst würde ich ungern tauschen.

Dürfen Ihre Hunde mit ins Bett?

Nein! Auf keinen Fall. Geht gar nicht, das finde ich unappetitlich. Meine Katze darf allerdings zu mir ins Bett. Sie darf bei mir alles. Ich habe einen völligen Hau mit ihr, sie ist mein kleines Augensternchen.

Als wie glücklich würden Sie sich bezeichnen?

Als sehr glücklich. Das habe ich früher immer gelesen: Wenn man älter wird, wird man glücklicher. Aber es stimmt!

Ab wann fing es an mit dem Glücklichsein?

Jedes Jahr ein bisschen mehr. Ich bin eher ein melancholischer Typ – das wurde im Gegenzug weniger. Ich weiß auch nicht, was die Natur da macht. Aber ich finde es gut.

Wie glücklich sind Sie darüber, dass Sie im Jubiläums-"Tatort" mitspielen?

Es ist schön! Toll, dass der NDR diese Folge ausrichten durfte. Und da ich beim NDR-"Tatort" die einzige Frau bin, hätte ich auch mich genommen.

Deutsche Stars

Das verdienen Deutschlands Schauspieler

Maria Furtwängler (Tagesgage 15.000 - 12.000 Euro)   Sie gehört zur A-Liga unter Deutschlands Schauspielern und fällt damit auch in die Kategorie der Top-Verdiener. Seit über zehn Jahren ist sie als "Charlotte Lindholm" im "Tatort" zu sehen, auch die Serien "Die glückliche Familie" (1987-1991) oder "Hallo, Onkel Doc!" (1996-1998) machten sie bekannt.
Mario Adorf (Tagesgage 15.000 - 12.000 Euro)   Er gehört zu den Schauspiel-Urgesteinen und spielte in Filmen und Serien wie "Die Blechtrommel", "Rossini" und "Der Schattenmann" mit.
Veronica Ferres (12.000 - 8.000 Euro Tagesgage)   1996 drehte sie den Film "Das Superweib", später war sie die dralle Blondine in "Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief". Dass Ferres nicht nur gut aussieht sondern auch mit ihrer schauspielerischen Leistung überzeugt, bewies sie zum Beispiel in der Miniserie "Die Manns - ein Jahrhundertroman". Aktuell dreht sie viel im Ausland und steht für den amerikanischen Film "The Giacomo Variations" vor der Kamera.
Iris Berben (Tagesgage 12.000 - 8.000 Euro)   Sie ist aus Deutschlands Schauspiellandschaft längst nicht mehr wegzudenken. Neben zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen spielte Iris Berben von 1994 bis 2012 die Hauptrolle "Rosa Roth" in der gleichnamigen Kriminalreihe.

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