Lady Gaga, Madonna & Co: Vergewaltigt und missbraucht!

Madonna, Joan Collins & Co hatten es nicht immer leicht im Leben. Sie enthüllen nach und nach furchtbare Erlebnisse aus ihren Kinder- und Jugendtagen

Sie sind Sexsymbole - mit jeder einzelnen Faser ihres Körpers: Sirenen mit blonden wallenden Mähnen, sinnlichen, blutroten Lippen, formvollendeten Kurven.

Männer erliegen ihnen, Frauen wollen sein wie sie. Stars wie Pamela Anderson, Madonna und Lady Gaga sind Femme Fatales, gehören zu den großen Erotik-Ikonen des Jahrhunderts. Soweit das Bild, das sie in der Öffentlichkeit von sich gezeichnet haben.

Doch wenn sie abends ihre Kleider ablegen und sich unter die Dusche stellen, fließen ihnen ihre Masken davon, verschwinden im Ausguss. Dann treten ihre Alter Egos hervor: Pamela Denise Anderson, Madonna Louise Ciccone und Stefani Germanotta. Nackt und schutzlos. Ohne Schützenhilfe ihrer Bühnenpersönlichkeiten, die ihnen helfen, etwas darzustellen, was sie eigentlich gar nicht wirklich sind: perfekt und übermenschlich stark.

Denn ihre Seelen sind eigentlich zerrissen, weil sie Schlimmes erfahren haben. Sie wurden vergewaltigt, missbraucht, gedemütigt. Und schämten sich dafür wahrscheinlich über Jahrzehnte, denn anders ist es kaum zu erklären, dass sich in den letzten Monaten eine Welle zum Befreiungsschlag aufgetürmt hat, der sich immer mehr Persönlichkeiten anschließen: öffentlich gestehen, was ihnen widerfahren ist.

Von der Geschändeten zum Sex-Symbol

Madonna setzte die Welle im vergangenen Jahren in Bewegung, erzählte in der amerikanischen "Harper's Bazar", wie sie als 20-Jährige 1978 in New York in Empfang genommen wurde: "Ich wurde mit vorgehaltener Waffe überfallen und auf dem Dach eines Gebäudes vergewaltigt, auf das ich mit einem Messer im Rücken geschleppt wurde."

Trotzdem wurde sie wohl zu einer der provokantesten Künstlerinnen aller Zeiten: Ließ sich nackt in sexuellen Posen für ihren Bildband "Sex" ablichten, trat als Peitsche schwingende Domina auf, spielte im Erotikstreifen "Body of Evidence" auf, schockierte erst vor einigen Tagen mit Nacktfotos im "Interview"-Magazin. Ein Widerspruch in sich: die Geschändete wird zum Erotik-Symbol. Derselbe rote Faden zieht sich durch Pamela Andersons Lebensgeschichte.

Bei den Filmfestspielen in Cannes im Mai dieses Jahres überraschte die 46-jährige Ex-"Baywatch"-Nixe das Publikum mit einer dramatischen Enthüllung: "Ich denke, nun ist die Zeit gekommen, um einige meiner schmerzhaftesten Erinnerungen preiszugeben." Mit 12 Jahren sei sie vom 25-jährigen Bruder eines Familienfreundes vergewaltigt worden. Doch damit nicht genug. Später habe ihr eigener Freund eine Gruppenvergewaltigung organisiert. "Er beschloss, dass es lustig wäre, mich mit sechs Freunden zu vergewaltigen. Ich wäre am liebsten gestorben."

Doch anstatt sich in weite Kleidung zu hüllen und ihre weiblichen Formen zu verbannen, zog sie sich für den "Playboy" aus, ließ ihre Brüste auf Doppel-D vergrößern, und rettete von nun an in der Serie "Baywatch" Ertrinkende aus den Fluten.

Ist dies nicht kurios und gar widersprüchlich? Nein. Es wirkt, als wollten sich Madonna und Pamela Anderson von ihrem Erlebten nicht beherrschen und erniedrigen lassen, sondern dagegen mit einer gehörigen Portion Wut rebellieren - getreu dem Motto: Jetzt erst recht!

Eine Geständnis-Welle kommt ins Rollen

Das scheinen auch Stars wie Lady Gaga und Kesha gedacht zu haben. Denn nachdem Erotik-Ikone Pamela Anderson auf der weltweit beachteten Preisverleihung das Schock-Erlebnis ihrer Vergangenheit öffentlich machte, wollten auch sie nicht mehr schweigen. Anderson brachte die Welle ins Rollen, die Madonna einst sanft anschubste - als echte Mutmacherinnen!

Selbst Hollywood-Veteranin und "Denver Clan"-Darstellerin Joan Collins öffnete sich - mit stolzen 81 Jahren! Damals, als er über sie herfiel, war sie gerade einmal zarte 17 Jahre alt: Schauspieler Maxwell Reed habe ihr nach dem ersten Date Drogen verabreicht, "das nächste was ich weiß, ist, wie ich in diesem Wohnzimmer auf dem Sofa liege und er mich vergewaltigt", so Collins im Film "Brave Miss World", der Opfern von sexuellem Missbrauch Mut machen soll. Geheiratet habe sie ihn schließlich, weil sie sich so schuldig fühlte, dass er ihr ihre Jungfräulichkeit genommen hatte. Umso bewundernswerter, dass Joan Collins den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt hat - und auf diese Weise auch anderen Opfern zur Seite steht.

Auch Shia LaBeouf spricht über Vergewaltigung

Wenn auch eher seltener: Männer sind ebenfalls von Übergriffen betroffen. Shia LaBeouf gestand kürzlich in einem Interview mit "Dazed Digital", dass er während seiner Kunst-Aktion "#IAMSORRY" von einer Frau vergewaltigt worden sei. "Die Frau kam zusammen mit ihrem Freund, der solange draußen vor der Tür wartete, während es passierte. Sie peitschte minutenlang meine Beine aus, riss mir dann die Kleidung vom Leib und vergewaltigte mich", erzählte der Hollywood-Star in dem Interview. Wehren konnte sich LaBeouf angeblich nicht. Allerdings weiß man vom Schauspieler, dass er sich öfter mal fragwürdiger PR bedient. Sollte sich diese Geschichte als unwahr erweisen, wäre es äußerst makaber und sehr entwürdigend gegenüber wahren Opfern.

Trotzdem: Vielleicht öffnen sich noch mehr Berühmtheiten und treten mit ihren Erlebnissen an die Medien, um wiederum anderen dabei zu helfen, über ihre Pein zu sprechen - sodass sich die Risse in ihren Seelen zumindest ein kleines Bisschen schließen.

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche