Kai Wiesinger "Meine Bilder sollen Gefühle auslösen"


Kai Wiesinger sprach mit "Gala" über seine große Leidenschaft, die Fotografie

Der Schauspieler Kai Wiesinger ist für Filme wie "Kleine Haie" und "Dresden" bekannt.

Was viele nicht wissen: Er ist auch ein begeisterter Fotograf, hat gerade mit Franziska Stünkel eine Doppelausstellung in Hamburg. "Dialog der Geschichten" heißt sie und zeigt Wiesingers Bilder, die am Film-Set des Holocaust-Dramas "Wunderkinder" entstanden sind, sowie Straßenszenen, die Franziska Stünkel überall auf der Welt aufgenommen hat. Wer es zur Ausstellung nicht mehr schafft, dem sei das gleichnamige Fotobuch empfohlen (Gudberg-Verlag, 132 S., 49,90 Euro).

Sie hatten schon mit zehn Jahren Ihre erste Dunkelkammer. Weshalb hat Sie das Fotografieren als Junge so brennend interessiert?

Mein Vater war Journalist. Er war ein richtiger Reporter, der zum Unfall oder Boxkampf mit der Kamera gekommen ist, das Foto selbst gemacht hat und dann in die Redaktion gefahren ist, um darüber zu schreiben. Er hat mir meine erste Kamera geschenkt.

Da hätte es doch nahegelegen, aus dem Hobby einen Beruf zu machen ...

Als ich noch klein war, dachte ich tatsächlich, aus mir würde ein zweiter Heinz Sielmann, weil ich gern Tiere fotografiert habe. Mit 14 habe ich dann entschieden, Schauspieler zu werden. Dadurch ist die Fotografie in den Hintergrund gerückt. Jetzt fotografiere ich seit sechs Jahren wieder intensiv.

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Was wollen Sie mit Ihren Bildern erreichen?

Meine Bilder sollen Gefühle auslösen. Geschichten erzählen. Für mich als Schauspieler stehen immer die Menschen im Vordergrund. Private Fotos wie Urlaubsbilder, die gemacht werden, um sich an etwas zu erinnern, interessieren mich überhaupt nicht.

Wo würden Sie niemals fotografieren?

In Museen! Ich finde, es ist ein großer Verlust, dass man in Museen fotografieren darf. Im Louvre, im Museum Of Modern Art, überall ist es erlaubt - nur damit die Leute schnell abdrücken, von den Bildern weggehen und der nächste hinkommen kann. Es geht doch darum, die Bilder auf sich wirken zu lassen. Annette Dönisch

gala.de


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