Jürgen Klopp: "Ich bin stolz, dass Ulla meine Frau ist"

Jürgen Klopp ist der Strahlemann des Sports: Er ist erfolgreich, hat Humor und schwärmt von seiner Frau. "Gala" traf ihn zum Gespräch über ein Leben zwischen Fußball und Familie. Und erfuhr dabei auch, wie sein Dreitagebart zu Hause ankommt

Ulla Klopp, Jürgen Klopp

Mit Jürgen Klopp zu reden ist vor allem ein großer Spaß.

Wobei das nicht nur daran liegt, dass er einen Gag nach dem anderen raushaut. Nein, der Mann gibt im Gespräch alles. Schnell saust er durch seine Sätze, manchmal klingt der schwäbische Dialekt des gebürtigen Stuttgarters durch, er knallt hier und da ein irres "Jahaha"-Lachen dazwischen. Nie klingt er dabei gestelzt, sondern immer frei von der Leber weg. Dieser Mann brennt, dieser Mann will bewegen. Seit 2008 hat er Borussia Dortmund zu drei Titeln geführt (zweimal Deutscher Meister, einmal DFB-Pokalsieger) und sich als "Kloppo" den Status des Rockstars unter den deutschen Fußballtrainern erarbeitet. Jetzt will er in der Champions League zeigen, dass seine Jungs auch in einer "spektakulären Gruppe", wie er sie selbst nennt, gegen Top-Clubs wie Real Madrid und Manchester City bestehen können. Äußerlich wirkt Jürgen Klopp wie immer entspannt: Seine Markenzeichen sind Kapuzenpulli, Baseball-Cap und Dreitagebart. Letzterer war auch der Grund dafür, dass er als Testimonial für den Elektronik-Konzern Philips bei der "Dein Bart für Deutschland"-Kampagne mitmachte. "Gala" traf ihn in Hamburg - stoppelig.

Rasur

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Herr Klopp, Sie sind Kult. Genießen Sie das, oder empfinden Sie es manchmal auch als Last?

Na, na, Kultstatus! Fahren Sie mal nach Frankfurt, Kaiserslautern oder Gelsenkirchen! Die sehen das dort sicher anders. Ich sag mal so: Klar genieße ich es, wenn die Leute mir freundlich begegnen, denn so behandle ich meine Mitmenschen ja ebenfalls. Ich führe ein fantastisches Leben, und dazu gehört nun mal die Öffentlichkeit. Das brauche ich nicht für mein Ego, aber ich habe auch kein Problem damit. Manchmal schreiben mir ja sogar Leute, dass mein Dreitagebart völlig ungepflegt aussieht und ich mich gefälligst rasieren soll.

Und was mag Ihre Partnerin Ulla? Glatt oder kratzig?

Meine Partnerin ist erst einmal meine Frau. Glücklicherweise. Da bin ich stolz drauf. Und sie mag mich mit Dreitagebart lieber. So hat sie mich ja auch kennengelernt.

Sie sind zurzeit der erfolgreichste Fußballtrainer der Bundesliga. Wie viel trägt Ihre Ehefrau dazu bei?

Ich kann nur sagen: Ich wäre nicht im Ansatz derjenige, der ich bin, wenn es meine Frau nicht gäbe. Ich meine jetzt gar nicht den Erfolg oder so. Nein, ich wäre nicht ein solch zufriedener Mensch. Wir sind ein gutes Team, eine glückliche Familie. Dass wir das hinbekommen haben, finde ich großartig. Das Beste überhaupt. Seit 2005 ist Klopp mit Ulla verheiratet. Kennengelernt haben die beiden sich in Mainz. Sie kellnerte in einer Kneipe, in der Klopp, damals Trainer bei Mainz 05, und seine Spieler oft feierten. Gerade den Umstand, dass die Pädagogin und erfolgreiche Kinderbuchautorin kein Fußballfan war und ihn nicht kannte, fand er charmant. Das Paar lebt heute in Herdecke, einem ruhigen Nachbarort von Dortmund, und auf Sylt. Beide haben aus früheren Beziehungen jeweils einen Sohn.

Woran merkt man, dass man nicht nur ein gutes Paar, sondern auch ein gutes Team ist?

Wir haben gerade erst vier Wochen Urlaub zusammen verbracht - ohne einmal zu streiten. Das ist ziemlich weit vorn, glaube ich.

Jürgen und Ulla Klopp mit Mischlingshündin Emma Auf Sylt. In ihrem Reetdachhaus in Kampen genießen die beiden ihre freien Tage.

Sie waren unter anderem auf Sylt, wo Sie sich einen Rückzugsort eingerichtet haben. Was mögen Sie an der Insel?

Ich finde, dass es bei bestimmten Lichtverhältnissen keinen schöneren Ort auf der Welt gibt. Ein paar Mal habe ich das erleben können, da denkst du dann: Jetzt ist fertig, besser geht’s nicht. Wir haben sehr nette Menschen dort kennengelernt, und es ist einfach ein guter Platz für uns.

Ihre Frau hatte mit Fußball gar nichts am Hut, als Sie sich kennen - lernten. Fiel es ihr schwer, sich auf diese Welt einzulassen?

Wenn man uns von damals schlagartig, zack, in die heutige Zeit beamen würde, wäre das sicher schwierig für uns beide. Aber wir sind in die ganze Sache zusammen rein gewachsen. Wir haben die Schritte gemeinsam gemacht, und dadurch hat das gut geklappt.

Als Sie im April mit Dortmund das entscheidende Spiel gegen Mönchengladbach um die Meisterschaft gewonnen hatten, haben Sie Ihre Gattin auf dem Rasen umarmt und geküsst. Kann das ein Problem werden, wenn man als Chef der Truppe solche Gefühle öffentlich zeigt?

Nee. Blöd war, dass ich danach alle anderen Spielerfrauen ebenfalls geküsst habe. Die standen alle in einer Reihe, und ich habe gedacht: Wenn ich jetzt aufhöre, ist das auch irgendwie komisch. Im Fernsehen ist das natürlich alles schön komplett gezeigt worden. Wenn es nun Leute gibt, die damit ein Problem haben ... denen kann ich nicht helfen.

Die Fans lieben Ihre emotionalen Ausbrüche am Spielfeldrand. Womit lässt sich das Gefühl vergleichen, wenn Ihre Mannschaft gewinnt, was schießt Ihnen dabei durch den Kopf?

Leider wenig, sonst würde ich in diesen Momenten nicht dermaßen abgedreht aussehen. Ich kann es nicht beschreiben, und ich weiß nicht, ob irgendwann mal der Tag kommt, an dem ich mich normal über ein Tor freuen werde. Wenn sich der Moment anbahnt, in dem wir ein Tor schießen, spannt sich bei mir alles an. Und wenn es passiert, bin ich auch schon unterwegs. Ich kann es leider nicht verhindern. Sieht komisch aus, ist aber zumindest nicht ungesund. (lacht)

Mann mit Meisterschale: Jürgen Klopp 2011 mit Ehefrau Ulla, seinem Sohn Marc, 23 (r.), sowie Ulla Klopps Sohn Dennis, 25, mit Freundin.

Wie lange halten Sie es im Urlaub ohne Fußball aus?

Ich habe so ziemlich genau vier Wochen Urlaub - und das ist dann auch überwiegend Urlaub. Aber klar, ganz ohne geht's nicht! Der Transfermarkt ist in dieser Zeit noch offen, und es ist natürlich spannend zu sehen, was die anderen Vereine machen. Wen verpflichten die? Was verändern die? Aber das ist wirklich kein Arbeiten, eher auf Hobby-Niveau. Das würde ich auch machen, wenn ich kein Trainer wäre. Zum Schluss des Urlaubs hin spüre ich allerdings, wie sich das Wettkampffieber bei mir einstellt. Ich kriege richtig Lust, dass es wieder losgeht.

Der Erfolgsdruck, der auf einem Bundesliga-Trainer lasten kann, ist nicht ohne. Was ist Ihr Gesundheitsprogramm gegen den Stress?

Ich habe kein Gesundheitsprogramm, aber ausreichend gesunden Menschenverstand. Manchmal ist das ja verrückt. Angenommen, ich komme in einen Raum und neben mir steht zum Beispiel der beste Herzchirurg der Welt, also ein Mensch, der Leben rettet. Dann schieben die Leute den Mann einfach zur Seite, weil sie ein Autogramm von mir wollen. Aber, und so sage ich mir das immer wieder: Meine Fresse, ich bin nur Fußballtrainer! Ich meine, das ist nicht schlecht, aber dennoch. Aber zurück zu Ihrer Frage. Ich denke: Fußball ist ein extremer sportlicher Wettkampf. Und wenn es losgeht, musst du dich halt ein bisschen quälen - oder du wärst besser zu Hause geblieben.

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So halten sich Promis fit

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Lena Gercke nutzt ihre Sonntage, um Sport zu treiben. Am liebsten steht sie dafür auf dem Reformer und arbeitet so an ihrer Silhouette. Das abschließende Stretching darf dabei natürlich nicht fehlen. Es fehlt nicht mehr viel, und schon sitzt sie ganz im Spagat.
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Wie haben Sie die zum Teil heftige Kritik empfunden, die nach dem EM-Aus im Halbfinale an Bundestrainer Joachim Löw geübt wurde?

Krank! Wie soll man es anders ausdrücken? Kritik ist in Ordnung. Wenn ein Spiel verloren geht, hat ja offensichtlich etwas nicht gestimmt. Aber bitte an den Fakten orientiert. Was da bei Löw passiert ist, war unnütz, das hatte er beim besten Willen nicht verdient, dazu macht er einen zu guten Job.

Können Sie auch Bundestrainer?

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, und das werden wir möglicherweise auch nie feststellen, ob das so ist. Gerade bei diesem Job muss vieles zusammenkommen. Es muss ein Trainer gesucht werden, und man muss frei sein. Es war noch nie ein Thema - also, für mich nicht.

Würde Sie der Job reizen?

Ich habe bei Dortmund den ultimativen Traumjob. Aber natürlich, für jeden Spieler ist die Nationalmannschaft ein Traum, und das Gleiche gilt für einen Trainer. Ich habe es ja auch schon mehrfach gesagt: Sollte einer gesucht werden und ich werde gefragt, werde ich nicht ablehnen. Hauke Herffs Mitarbeit: Martina Ochs

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