Judith Rakers: Ein Blazer kommt nicht in den Koffer

Rügen ist für die Moderatorin das Urlaubsparadies. Beim Shooting verrät sie GALA, warum sie auf der Insel immer so glücklich ist

Die Sonne kitzelt auf der Haut, Judith Rakers strahlt – sie ist in ihrem Element. In lässiger Reitermontur zeigt sie GALA ihr liebstes Stück Deutschland. Zusammen mit ihrem Ehemann, Immobilienökonom Andreas Pfaff, hat sie auf der Ostsee-Insel Rügen den perfekten Rückzugsort gefunden. Ein idyllischer Reiterhof, auf dem die beiden mit ihren Pferden Urlaub machen. Gerade hat ihr Mann dem Trio Arco, Sazou und Carlson das Zaumzeug angelegt, nun marschiert Judith mit den Pferden los.

Besonders schön für die 40-jährige "Tagesschau"- Sprecherin und Moderatorin: Ihre Insel-Liebe konnte sie jetzt auch beruflich ausleben, in drei NDR-Reisereportagen über Rügen sowie die Nordsee-Perlen Sylt und Föhr.

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Anna Hofbauer
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©Gala / Brigitte

Warum machen Sie gern Urlaub in Deutschland?

Weil das Gute so nah ist. Unsere Inseln haben so viel zu bieten. Hinzukommt, dass mein Mann und ich ja drei Pferde haben. Wir packen sie auf den Hänger und können sie mitnehmen. Auf Rügen sind wir mit ihnen im Paradies, wir mieten ein Ferienhäuschen auf dem Reiterhof. Wenn wir dann morgens auf unserer Terrasse sitzen und ich in mein Brötchen beiße, stehen die Pferde direkt gegenüber auf der Weide. Das ist herrlich für einen Stadtmenschen.

Großes Vertrauen! Ein zwei Wochen altes Fohlen lässt sich auf dem Reiterhof streicheln

Wann hat es zwischen Ihnen und Rügen gefunkt?

Das war 2010. Der Schauspieler Till Demtrøder hatte mich zu einer unblutigen Schleppjagd eingeladen. Als ich vom Festland über die Brücke fuhr, hat mich die Vielfalt der Natur im positiven Sinne erschlagen. Diese satten Farben, als hätte jemand einen Instagram-Filter über alles gelegt! Das Grün war grüner, das Rot roter, das Blau blauer … Die Natur strotzt nur so vor Reichhaltigkeit. Und dann habe ich mich auch wieder ins Reiten verliebt.

Ihr Mann war ebenfalls gleich Feuer und Flamme?

Das kann man so sagen. Auch er hat sich auf Rügen in den Reitsport verliebt. Nachdem er gesehen hatte, wie wir mit 60 Pferden und 80 Hunden über die Stoppelfelder galoppiert sind, sagte er während einer kleinen Verschnaufpause mit leuchtenden Augen: "Das will ich auch können!" Der Sport in Kombination mit der Energie der Pferde und der Natur hat ihn fasziniert. Es ist schon toll, wenn man dieses Hobby als Paar teilt. Es ist wunderschön, wenn man sich nach Feierabend aufs Pferd setzt und gemeinsam einen entspannten Ausritt unternimmt.

Das heißt, ein gemeinsames Hobby tut der Beziehung gut?

Absolut. Es gibt natürlich viele Dinge, die in einer Beziehung wichtig sind – gegenseitiger Respekt, Augenhöhe, Liebe, der gleiche Humor. Durch unsere Berufe bleibt aber wenig Zeit fürs Private. Wenn man diese Zeit dann gemeinsam nutzt, weil man das Hobby teilt, erlebt man zu zweit Abenteuer. Beim Reiten ist das auf jeden Fall so. Wir sind beide Vielseitigkeitsreiter, machen immer wieder Lehrgänge und ab und zu auch bei Turnieren mit. Mein Mann hat da einen richtigen Ehrgeiz entwickelt. Daher sind die Pferde immer ein Thema bei uns. Sie sind Familienmitglieder. Genau wie unsere Katzen.

Strandspaziergang vor einem der schönsten Wahrzeichen Rügens, der Seebrücke Sellin

Ist Rügen neben Hamburg schon ein zweites Zuhause?

Seit 2010 kommen wir mindestens einmal her, in glücklichen Jahren dreimal. Mittlerweile haben wir hier einen Freundeskreis aus Rüganern, Zugezogenen und Reitsportfreunden, sodass wir schon Freizeitstress haben, bevor wir überhaupt angekommen sind. (lacht) Auch unsere Eltern und meine Schwester kommen uns regelmäßig besuchen. Jeder macht dann tagsüber sein Ding, und abends kommen wir alle zusammen. Mein Mann und ich sind absolute Familienmenschen. Für mich ist es Lebensqualität, mit Familie und Freunden an einem Ort sein zu können.

Sie sind eines der bekanntesten TV-Gesichter des Landes. Können Sie noch unerkannt entspannen?

Auf der Reitanlage sind wir einfach nur Judith und Andreas. Das ist sehr entspannt. Einige wissen vielleicht, was ich beruflich mache, aber das ist hier kein Thema. Wenn wir in Binz unterwegs sind, dann höre ich schon mal: "Ach, das ist die Frau von der 'Tagesschau'." Dann möchte vielleicht noch jemand ein Selfie, aber das war’s dann auch schon. Ich finde, wenn man um sich selbst nicht so ein Gewese macht, dann kann man auch entspannen.

Wie wichtig ist Ihnen Luxus in den Ferien?

Das kommt ganz darauf an, was für einen Urlaub man macht. Auf Rügen ist Luxus für mich gar nicht wichtig. Ich genieße die viele Zeit, die ich für mich, meinen Mann, meine Freunde und Pferde habe. Wenn man allerdings Urlaub in Monaco macht, wird man um den Sundowner am Jachthafen wahrscheinlich nicht herumkommen. Und dort passt es dann auch. Allerdings gefallen mir persönlich solche Orte, an denen es nur schön ist, wenn man das nötige Kleingeld hat, nicht so gut.

Sehen Sie im Urlaub auch immer so perfekt aus wie im Fernsehen?

(lacht) Ich habe hier eigentlich den ganzen Tag meine Reitklamotten an. Abends sitze ich mit den Gummistiefeln am Lagerfeuer und wir grillen. Wenn ich mit meinem Mann den Hof verlasse und wir nach Binz fahren, ziehe ich die Stiefel ausnahmsweise aus. Womit man mich in der gesamten Zeit aber nie antreffen wird, ist ein Blazer, so wie ich ihn in der "Tagesschau" trage. Der kommt gar nicht erst in den Koffer. Hier ist blazerfreie Zone.

Für Ihre NDR-Reisereportagen haben Sie sich jetzt einer großen Angst gestellt …

Ja, meiner Höhenangst. Auf Rügen gibt es den Baumwipfelpfad. Ein Spiralweg, der um eine Buche herumgebaut ist. 40 Meter hoch! Ich bin ihn gemeinsam mit Franziska Knuppe gewandert. Bei 36 Metern habe ich schlapp gemacht. Ich hatte solche Angst, konnte mich weder vor- noch zurückbewegen. Ich musste mich bei zwei Leuten unterhaken, sonst hätte ich es nicht mal mehr runter geschafft. Das war wirklich demütigend, weil mir vierjährige Kinder entgegengaloppierten, die ihre Eltern fragten: "Was hat die Frau?" Eine Woche später beim Sylt-Dreh habe ich mich meiner Angst erneut gestellt – und bin mit einem Fallschirm aus 4000 Metern Höhe gesprungen.

Sind Sie nun geheilt?

Der Tandemmeister meinte vor dem Sprung zu mir, dass 95 Prozent der Menschen, die unten ankommen, gleich wieder nach oben wollen, weil es so toll ist. Ich gehöre zu den restlichen fünf Prozent. (lacht)

Wenn Sie nicht auf Rügen Urlaub machen, wo erholen

Sie sich dann? Wir fahren gerne nach Mallorca und machen auch gerne mal eine Fernreise.

Wer ist der Urlaubsplaner bei Ihnen?

Das bin ich. Sie bestimmen dann das Ziel und das Hotel – Ihr Mann muss nur noch abnicken? Nein, wir besprechen das schon. In jeder Beziehung gibt es aber einen, der die Sekretariatsarbeit leistet. In unserem Fall bin ich das. Mein Mann behauptet auch immer, dass er die Internetportale nicht bedienen kann. Wenn er selber allerdings etwas braucht, weiß er plötzlich, wie man die FC-Bayern-App aus dem App-Store hochlädt. Aber da er derjenige ist, der kocht, ist diese Arbeitsteilung okay. (grinst)

Machen Sie auch mal Urlaub in großen Ferienanlagen?

Nicht so gerne, ehrlich gesagt. Aber gemacht habe ich das schon.

Und dann reserviert Judith Rakers morgens mit einem Handtuch die Liege am Pool?

Ich bin diejenige, die zu spät kommt und dann sieht, dass alle Liegen schon weg sind. (lacht) Aber ich habe mal ein Handtuch geschenkt bekommen, wo ganz groß "Besetzt" draufsteht. Das fand ich sehr witzig. Inzwischen suchen wir doch eher nach ruhigeren Destinationen. Auf Mallorca wohnen wir gerne in einem ehemaligen Kloster, das nur 22 Zimmer hat.

Liegen Sie auch mal den ganzen Tag am Pool?

Das konnte ich noch nie. Da drehe ich durch. Ich muss nach einer kurzen Ruhepause wieder etwas unternehmen. Ein Buch zu lesen reicht mir nicht. Ich bin Aktiv-Urlauberin.

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