Joseph Gordon-Levitt im Interview über "The Walk": Das war meine herausforderndste Rolle

Hollywood-Liebling Joseph Gordon-Levitt ist ab heute in seinem neuen Film "The Walk" im Kino zu bewundern. Im Interview mit GALA sprach der Hottie über die Produktion und darüber, sich seine Träume zu erfüllen

Joseph Gordon-Levitt, 34, ist aus Hollywood schon lange nicht mehr wegzudenken. Der Leinwandstar spielte neben Filmgrößen wie Bruce Willis in "Looper" oder Leonardo DiCaprio in "Inception" mit. Für "Don Jon" setzte er sich sogar erstmals auf den Regiestuhl. Nun ist er in seiner neuesten Rolle zu sehen und verkörpert in "The Walk" den französischen Akrobaten Philippe Petit, der am 7. August 1974 insgesamt acht Mal in einer Höhe von 417 Metern über dem Boden auf einem 1 Zoll starken Drahtseil von einem Dach des World Trade Centers zum anderen balancierte. Eine wahnsinnige und lebensgefährliche Aktion, die sich wirklich zugetragen hat. Dass er für diesen Drahtseilakt mit dem wirklichen Philippe Petit trainiert hat und wie herausfordernd die Rolle wirklich war, verriet Joseph Gordon-Levitt im GALA-Interview.

Haben Sie Höhenangst?

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Ich denke, dass wir alle eine natürliche Angst vor Höhen haben. Wenn man nur hoch genug ist, gibt es ganz automatisch einen Adrenalinrausch. Bei mir ist das ganz genauso.

Würden Sie dasselbe tun, was Philippe Petit getan hat?

Nein! Ich würde niemals mein Leben für irgendetwas riskieren und hoffe, dass ich das auch niemals muss.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie auf dem Seil gehen konnten und wie haben Sie es gelernt?

Philippe selbst war es, der darauf bestand, mich darin zu unterrichten und er hat diesen aufwendigen Workshop auf die Beine gestellt. Acht Tage lang. Nur er und ich. Wir verbrachten den ganzen Tag miteinander und er hat mir am Anfang gesagt, dass ich nach diesen acht Tagen in der Lage sein werde, auf dem Seil zu balancieren und zu gehen. Für mich klang das schon wie eine sehr gewagte These, aber: Er behielt Recht.

Wie kann man sich Philippe vorstellen?

Er ist ein sehr positiver Mensch. Er sagte mir "Du schaffst das. Du kannst das." Daran zu glauben, etwas zu können, ist ein großer Teil davon, in der Lage dazu zu sein, es dann auch zu schaffen. Philippe hat mir sehr geholfen.

Wie hoch über dem Boden sind Sie dann auf dem Seil balanciert?

Als erstes fängt man ganz simpel an, auf einem Stück Klebeband auf dem Boden überhaupt erst mal zu gehen. Man muss zunächst lernen, wie man sich richtig bewegt, wie man einen Fuß richtig vor den anderen setzt. Dann steigert man sich peu à peu immer mehr um ein paar Zentimeter über dem Boden.

Gab es irgendwelche Unfälle beim Dreh?

Nein, Gott sei Dank nicht. Aber man verliert ständig seine Balance. Ich bin dann aber immer wieder aufs Seil. Am Ende war ich knapp zwei Meter über dem Boden und als wir den Film dann drehten, waren es ungefähr vier Meter - was im Vergleich zu Philippes über 400 Metern natürlich gar nichts ist. Mir haben meine vier Meter trotzdem voll und ganz gereicht.

Haben Sie Philippe je gefragt, warum er das getan hat?

Nun, diese Frage beantwortet er nie. Ich interpretiere das so: Es ist wie mit der Liebe. Die kann man nämlich auch nicht wirklich erklären, nicht greifen. Sie ist einfach etwas, das nicht in Worte zu fassen ist. Genau wie mit Philippes Drahtseilakt. Ich denke, deshalb erklärt er den Grund auch nicht. Er beschreibt sein Verhältnis zu den Twin Towers als Liebesbeziehung. Er hat sich in die zwei Gebäude und in die Idee verliebt.

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Joseph Gordon-Levitt

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Die Geschichte handelt von Träumen und davon, sich diese zu erfüllen - gab es in Ihrem Leben je Momente, in denen man an Ihnen gezweifelt hat, Sie es aber trotzdem gemacht haben?

Oh ja! Dieser Film ist in vielerlei Hinsicht ein unmöglich scheinender Traum gewesen. Robert Zemeckis (Regisseur) hat immerhin zehn Jahre daran gearbeitet. Und ich bin geehrt, davon ein Teil zu sein.

Wie körperlich anstrengend war der Filmdreh für Sie?

Sehr anstrengend. Das war vermutlich die herausforderndste Rolle, die ich je hatte. Sowohl körperlich als auch geistig. Den französischen Akzent zu imitieren war auch nicht ganz einfach. Es war eine große Herausforderung, diesen Typen zu verkörpern, der so ehrgeizig ist. Auf der einen Seite ist Philippe brillant und auf der anderen Seite hat er einfach komplett den Verstand verloren.

Philippe Petit oder auch Edward Snowdon, den Sie ja ebenfalls im echten Leben getroffen und für Hollywood verkörpert haben - ist es ihr liebster Teil des Jobs, die echten Menschen kennenzulernen, die Sie vor der Kamera darstellen?

Man zieht daraus viel Inspiration, wenn man eine echte Person treffen kann. Wenn die Figur nur fiktiv ist, muss man sich einfach viel ausdenken und selbst zusammenreimen. Wie spricht dieser Mensch? Wie klingt er? Wie bewegt er sich? Was für Kleidung trägt er? Mit Philippe oder eben Edward Snowden hatte ich echte Personen, denen ich zuhören konnte. Ich konnte sie beobachten und Informationen aufsaugen. Das ist eine Fülle an Informationen, die für mich als Schauspieler sehr inspirierend war.

Da geht doch aber auch viel Druck einher, ganz besonders bei jemandem wie Edward Snowdon, über den jeder eine Meinung hat, oder?

Da haben Sie definitiv Recht, da gibt es auf jeden Fall viel Druck. Ich sehe aber nicht, was daran verkehrt sein soll. Ich liebe einfach die Herausforderung, der ich mich auch für "Snowden" auf jeden Fall stellen musste.

Hat Ihnen das in Amerika Ärger eingebracht, dass Sie Edward Snowdon verkörpern? Schließlich hält ihn die Öffentlichkeit entweder für einen Helden oder für einen Verräter.

Das stimmt schon, er ist sehr kontrovers. Wir haben den Großteil von "Snowden" in München gedreht, daher habe ich ein paar Monate hier gelebt. So wie es mir scheint, ist die Meinung von ihm in Deutschland aber die, dass die Leute ihm dankbar dafür sind, was er getan hat - das bin ich übrigens auch. Aber ich denke auch, dass das jeder für sich entscheiden muss. Ich bin ihm zumindest dafür dankbar, den Stein ins Rollen gebracht zu haben und dass nun darüber gesprochen wird, was die Regierung vor uns geheimhält. Vor ihm haben wir nicht darüber gesprochen, weil wir die Fakten nicht kannten.

Philippe - Edward Snowdon, beide haben genau das gemacht, was sie wollten.

Ja, sie beide sind ein großes Risiko in ihren Leben eingegangen, um das zu tun, was sie für das Richtige hielten. Sie sind natürlich auch sehr unterschiedlich, aber beide unglaublich mutig - das muss man im Leben auch sein. Man muss auch mal Risiken eingehen.

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2015

9. Dezember 2015: Milla Jovovich sendet via Instagram Grüße vom "Resident Evil"-Set. Wir dürfen gespannt sein!
8. Dezember 2015: Nach einer anstrengenden Psychiatrie-Szene für den Film "Live by Night" braucht der blutverschmierte Ben Affleck erstmal eine Pause.
7. Dezember 2015: Ben Affleck begeht in seinem neuen Film "Live by Night" eine Zeitreise in die 20er Jahre. Als Sohn eines Polizisten wendet er sich in dem Drama dem organisierten Verbrechen zu.
7. Dezember 2015: Auch Ben Afflecks Kollegin Sienna Miller spielt in dem Drama "Live by Night" eine Rolle. Hier haben die Hair -und Make-up-Artisten ganze Arbeit geleistet!

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Joseph Gordon-Levitt

Geheimes Treffen mit Edward Snowden

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