Joseph Gordon-Levitt: Von Pornos und der Liebe

Eine Komödie über Pornosucht: Joseph Gordon-Levitt begeistert mit "Don Jon's Addiction" auf der Berlinale. Mit Gala.de sprach er über die Arbeit mit Scarlett Johansson und die Reaktion des Berliner Premierenpublikums auf seinen Film

Vor dem Hotel Adlon in Berlin warten die Fans in der Kälte, denn drinnen halten während der Berlinale gleich mehrere Hollywoodstars Hof: Im ersten Stock geben Anne Hathaway und Eddie Redmayne Interviews, gleich nebenan stellt Joseph Gordon-Levitt seinen Film "Don Jon's Addiction" vor. Der 31-jährige Schauspieler läuft entspannt im schlichten Karohemd mit gestreiftem Kapuzenpulli - und ganz ohne Bodyguards - durch das Hotel. Ihm ist nicht anzumerken, dass er gerade auf einer Erfolgswelle schwimmt: Sein aktueller Film "Lincoln" wurde für 12 Oscars nominiert, seine erste Regie- und Drehbucharbeit "Don Jon's Addiction" begeistert auf den Filmfestivals momentan Kritiker und Publikum zugleich.

In der ungewöhnlichen Komödie geht es um den Frauenheld Don (Gordon-Levitt), der seine Sucht nach Internet-Pornos nicht in den Griff bekommt und um dessen Freundin Barbara (Scarlett Johansson), die ihre Vorstellungen von Beziehung aus romantischen Komödien bezieht. Dem Schauspieler ist mit seinem Erstlingswerk ein Volltreffer gelungen, im Interview mit Gala.de freut er sich sichtlich, dass der Film so gut ankommt.

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Wie haben Sie es geschafft, Scarlett Johansson für die Rolle der "Barbara Sugarman" zu gewinnen?

Ich hatte sie dafür schon im Kopf, als ich das Drehbuch geschrieben habe und habe mich total gefreut, dass ihr das Projekt gefiel. Sie hat sich sehr für die Themen im Film interessiert. Schließlich wurde sie selbst oft auf ihren Körper reduziert und das hat sie nicht verdient - sie ist eine tolle Künstlerin und eine kluger Mensch. Aber darum geht es im Film eben, ihre Figur ist jemand, der seine ganze Identität über standardisierte Vorstellungen von Schönheit und Sexualität definiert. Und das ist unbefriedigend und führt nicht zu einer echten, ehrlichen Liebe.

Wie kamen Sie darauf, ausgerechnet einen Film über Pornosucht zu drehen?

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Ich wollte eine Geschichte über die Liebe erzählen und darüber, was oft dazwischen kommt. Wir alle haben die Tendenz, uns und andere an bestimmten Erwartungen über Männer und Frauen zu messen, anstatt sich wirklich aufeinander als Individuen einzulassen. Diese Erwartungen haben wir vielleicht aus unserer Erziehung, von Freunden, der Kirche oder eben auch aus verschiedenen Arten von Medien übernommen. Wie beeinflussen die Medien also unsere Vorstellungen von der Liebe? Sind Medien gut für uns? Darüber denke ich Tag und Nacht nach, das finde ich wahnsinnig spannend.

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Was gefällt Ihnen an Ihrem Film besonders gut?

Das sind meist die kleinen Dinge, die die Schauspieler mit eingebracht haben, die ich nicht erwartet hätte. Eine Szene kam bei der Premiere hier in Berlin besonders gut an: Scarlett Johansson wirft mir darin einen koketten Blick zu, nachdem sie gerade total gemein zu meiner Rolle war - und dieser Blick ist wirklich sexy! Das Publikum reagiert stark darauf und das hat mich gefreut.

Können Sie eigentlich Ihren Erfolg gerade fassen?

Nein, ich versuche, einfach dankbar zu bleiben. Ich habe im meinem Leben wirklich viel Glück gehabt.

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