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Joan Collins "Drei Kissen müssen sein!"


"Denver-Clan"-Legende Joan Collins über den Unterschied zwischen kleinen Zicken und großen Diven

Fragen zum Thema Alter solle man sich lieber verkneifen.

Andernfalls würde Joan Collins das Interview sofort abbrechen, versichert ihre PR-Dame. Eine über flüssige Ansage, denn jeder weiß doch, dass eine Diva alterslos ist. Aber muss eine Diva zwangsläufig auch ein Biest sein, wie es die - psst, mittlerweile 78- jährige - JoanCollins in der TV-Kultserie "Der Denver-Clan" war? Heute ist die Schauspielerin in einem Snickers-Werbespot zu sehen. Bei der Begrüßung im Hamburger "East"-Hotel sagt sie herzlich: "You can call me Joan."

Joan, sind Sie eine Diva?

Kommt darauf an, was Sie unter diesem Begriff verstehen. Wenn Sie mit Diva eine affektierte Zicke meinen, die jede Garderobe erst mal pink streichen lässt - dann nein.

Wer ist für Sie eine Diva im positiven Sinne?

Opernsängerinnen wie Maria Callas. Frauen mit begnadeten Stimmen, mit Klasse, Eleganz und Glamour. Marlene Dietrich habe ich einmal live erlebt, als ich 18 war - ich bekam den Mund gar nicht mehr zu. Heute wird der Begriff Diva inflationär benutzt! Jede Fußballergattin im Shoppingwahn oder Pop-Gören à la Britney Spears nennt man so. Das ist eine Beleidigung für jede echte Diva. Wahre Diven sind vom Aussterben bedroht.

Sind Allüren Ihnen völlig fremd?

Ja. Es sei denn, es gilt schon als Allüre, wenn ich beim Einchecken im Hotel um drei Kissen und einen stark beleuchteten Badezimmerspiegel bitte. Schließlich schminke ich mich ausschließlich selbst ...

Tatsächlich?

Ich mache alles selbst: mein Make-up, meine Haare, mein Styling. Ich entwerfe sogar viele meiner Kleider. Ich bin ein patentes Mädchen.

Aber gehört zu einem echten Star nicht eine Entourage, die alle Wünsche erfüllt? Sie sprechen da aus Erfahrung?

Darling, die Frage ist doch nicht, ob die Karriere irgendwann ins Stocken gerät, sondern wann. Deshalb ist es in meiner Branche so wichtig, weitere Standbeine zu haben. Ich schreibe Beauty-Ratgeber, veröffentliche nächstes Jahr meine Memoiren und werbe für Snickers.

Welcher Star versprüht heute echten Glamour?

Mmhh, da muss ich nachdenken. Angelina Jolie oder Catherine Zeta-Jones vielleicht. Aber wissen Sie, was ich in diesem Zusammenhang vermisse? Den Glamour im Alltag.

Das heißt konkret?

Früher wurde viel mehr Wert auf edle Outfits gelegt. Wenn meine Mutter mit mir zum Strand ging, dann trug sie einen Turban und elegante weiße Shorts. Und selbst im Kino hatten die Frauen Kleider und die Männer dunkle Anzüge an. Es war herrlich. Heute gibt es immer mehr Leute, die mit ranzigen T-Shirts und Flipflops sogar in die Oper gehen. Es ist zum Heulen.

Was bringt Sie denn zum Lächeln?

Mein Mann Percy. Ich musste viermal auf die Nase fallen, um Mr. Perfect zu finden.

Sie und Percy trennen 32 Jahre. Was lieben Sie an jüngeren Männern?

Sie haben viel mehr Ausdauer und Energie. Und zwar in jeder Beziehung. (lächelt) Alexander Nebe

gala.de


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