Jeremy Irons: "Hungrig nach Abenteuern"

Ein Traum von einem Mann: Jeremy Irons segelt, reitet, ist ein wahrer Easy Rider. Und dann hätte er am liebsten sechs Kinder, wie er "Gala" exklusiv verriet

Genüsslich rekelt er sich in einem schweren Biedermeier- Sessel im Hamburger Hotel "Vier Jahreszeiten". "Das ist hier ja fast so wie in meinem Schloss in Irland", scherzt Jeremy Irons, 64. Der Oscar- und Golden-Globe-Preisträger ist charmant, aufmerksam, konzentriert - und bietet seiner Interviewerin sogar die Hälfte von seinem Club-Sandwich an. In der Verfilmung des Weltbestsellers "Nachtzug nach Lissabon" spielt er den Schweizer Lehrer Raimund Gregorius, der Hals über Kopf seinen Alltag verlässt und in einen Zug nach Lissabon steigt, um dem Leben eines Poeten nachzuspüren.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas spontan taten?

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John Legend und Chrissy Teigen mit ihren Kindern 
John Legen und Chrissy Teigen wachsen als Familie mit ihren Kindern Luna und Miles jeden Tag enger zusammen.
©Gala

Ich würde jetzt gerne sagen: Das mache ich jeden Tag. Stimmt aber nicht, auch wenn meine Frau behauptet, ich sei wahnsinnig egoistisch. Ehrlich gesagt ist für mich jeder Dreh so: Man steigt in einen Zug ein und weiß nicht, was die Reise bringt.

Sie haben sechs Wochen in Lissabon gedreht. Was ist Ihre schönste Erinnerung an diese Zeit?

Ich habe immer ein Motorrad am Set. Und wenn ich fertig bin mit Drehen, schwinge ich mich drauf und erkunde ganz allein die Stadt. Ich liebe es, für mich zu sein. Irgendwann halte ich an und trinke einen Kaffee, esse eine Kleinigkeit. Perfekt!

Wie war das, als Sie Ihr erstes Motorrad gekauft haben?

Es hat definitiv mein Leben verändert. Ich war Anfang 40, als ich mir eine fette BMW gegönnt habe. Und plötzlich spürte ich dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit. Man wird nicht mehr aufgehalten, passt überall durch, steht nie im Stau. Ich fahre oft mit dem Motorrad durch Europa, und wenn ich an der Tankstelle stehe und die Menschen in ihren Autos sehe, wird mir bewusst, dass ich in einer komplett anderen Welt bin.

Nachtzug nach Lissabon: In der Romanverfilmung spielt Irons an der Seite von Martina Gedeck (ab 7. März im Kino).

Sind Sie ein Adrenalin-Junkie?

Ich liebe es, mich schnell fortzubewegen. Aber ich lebe auch extrem gerne. Motorradfahren schult die Konzentration. Es ist ein bisschen wie Reiten, daher nenne ich mein Motorrad auch mein "urban horse". ( lacht)

Womit wir bei Ihrem nächsten großen Hobby wären ...

Ich habe mein Pferd total vernachlässigt! Ich bin ja Jagdherr in Cork, wo ich lebe. In dieser Saison war ich nur einmal mit ihm draußen, das muss sich ändern.

Sie haben zwei Jahre ohne Pause gedreht. Nun steht kein neuer Film an - eine bewusste Entscheidung?

Ich brauche jetzt unbedingt eine Pause. Um mir wieder Appetit zu holen. Ich werde mich nach Irland auf mein Schloss zurückziehen. Mein Boot fit machen. Mir einen neuen Hund kaufen und ihn trainieren, weil meine beiden letzten Hunde kürzlich gestorben sind. Einfach chillen, das Leben genießen und mal wieder Zeit mit meiner Frau und meinen Söhnen verbringen.

Apropos Boot - Sie wollten doch eins kaufen und mit ein paar Freunden um die Welt segeln. Steht der Plan noch?

Davon bin ich etwas ab. Die Idee ist entstanden, weil ich immer so hungrig nach Abenteuern bin. Aber mittlerweile finde ich es schöner, ein Boot zu mieten - unbedingt mit Skipper und Koch! - und einfach loszusegeln. Griechische Inseln, Karibik … Ich bin ein Liebhaber von Kontrasten. Daher ist es für mich angenehmer, nur für eine begrenzte Zeit an einem Ort zu sein.

Ihre beiden Söhne sind nicht nur extrem attraktiv, sondern auch sehr erfolgreich ...

Sie machen mich sehr stolz. Mein ältester Sohn Sam ist jetzt 33, er hat als Sechsjähriger mit mir in "Wintermärchen" auf der Bühne gestanden. Nun hat er sich für die Fotografie entschieden. Max ist 27, er hatte eine kleine Rolle in "Being Julia" und startet jetzt richtig durch als Schauspieler. Ich finde es toll, dass beide ihren eigenen Weg gehen und eine Leidenschaft entwickelt haben. Das wünscht man sich doch für seine Kinder.

Hätten Sie gern mehr Kinder?

Ich wollte immer fünf oder sechs, aber ein Mann kann das leicht sagen. Ich habe zwei tolle Söhne, für die ich sehr dankbar bin. Wer weiß, vielleicht schenken sie mir ja bald Enkelkinder.

Nächste Woche auf Ihrem Schloss in Irland - was steht als Erstes an?

Lange schlafen, danach ausgedehnt frühstücken und mit meinem Pferd ausreiten. Dann lade ich Freunde ein, setze mich mit ihnen vor den Kamin. Wir essen zusammen, und vielleicht singen wir sogar!

M. Gedeck

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