Jenny Elvers-Elbertzhagen: "Ich schaue dem Leben mit einem Lachen ins Gesicht"

Erst der Absturz, nun die Wiedergeburt? Nach der großen Lebensbeichte traf "Gala" sich noch einmal mit Jenny Elvers-Elbertzhagen - und fragte sie nach ihren Gedanken und Gefühlen

Wie Aphrodite, die Schaumgeborene: Jenny Elvers-Elbertzhagen in einer großen Robe von Dawid Tomaszewski

Rund drei Wochen nach unseren langen, intensiven Gesprächen im bayerischen Bad Brückenau, wo sie ihren Entzug gemacht hat, treffen wir Jenny Elvers-Elbertzhagen, 40, wieder. Diesmal in Hamburg. Es liegt noch diese für den Januar typische Aufbruchstimmung in der Luft, aber für Jenny geht es nicht nur darum, gut ins Jahr zu starten - für sie ist es der Aufbruch in ihr neues Leben.

Abgesprochen haben wir bereits, dass sie in wenigen Tagen in einem Fotostudio in Berlin für ein großes "Gala"-Shooting vor der Kamera stehen wird. Hell, leicht, wie wiedergeboren wollen wir sie zeigen, denn genauso wirkt sie zurzeit. Die Frage ist, ob sie sich auch so fühlt - nach den langen Jahren der Angst und der Selbstzweifel und dem zum Scheitern verurteilten Versuch, Trost im Alkohol zu finden. Wir möchten wissen, wie es ihr wirklich geht nach dem kräftezehrenden und kraftspendenden Aufenthalt in der "My Way Betty Ford" Klinik. Nach der großen Entscheidung, kämpfen zu wollen. Unterstützt von Menschen, denen sie wichtig ist.

Patricia Blanco über Andreas Ellermann

"Ich kann über meinen Mann so lachen"

Patricia Blanco und Andreas Ellermann
Patricia Blanco und Andreas Ellermann genießen in diesem Jahr zum ersten Mal gemeinsam die Adventszeit
©Gala

Jenny, wie geht es Ihnen heute?

Ich habe den Gedanken an die Stütze Alkohol noch nicht losgelassen. Was mache ich, wenn ich Panik bekomme, was, wenn ich wieder arbeite? Wie gehe ich mit dem Druck um, den ich früher weggetrunken habe? Das kann ich mit Sport versuchen, und medikamentös.

Wie reagieren die Menschen nun auf Sie, die Alkoholikerin?

Es ist das erste Mal, dass die Menschen herzlich auf mich zukommen. Ich bin ja ein Abziehbild dessen, was die Menschen sehen möchten. Oft, glaube ich, hat das ganz wenig mit mir zu tun gehabt. Ich habe mich oft nicht wohlgefühlt in meiner öffentlichen Rolle.

Tragische Schicksalsschläge

Auch Stars werden vom Leben hart getroffen

Jenny Elvers-Elbertzhagen: Die Trauer ist groß: Schlager-Musiker und "Goodbye Deutschland"-Liebling Jens Büchner stirbt am 17. November 2018 im Alter von 49 Jahren in einem Krankenhaus auf Mallorca an den Folgen von Lungenkrebs. Er hinterlässt eine Großfamilie, bestehend aus Ehefrau Daniela ...
Jenny Elvers-Elbertzhagen: ... fünf leiblichen Kindern, drei Stiefkindern und einer Enkelin. Die Kleinen vermissen ihren Papa natürlich sehr, doch es gibt auch Momente des Glücks, in denen Jenna Soraya und Co. auch wieder lachen können. "Papa wäre so stolz auf dich", schreibt sie dazu ...
Jenny Elvers-Elbertzhagen: In einem Posting auf Instagram Stories erinnert sich Witwe Daniela an ihre Hochzeit mit Jens im Juni 2017. Dazu spielt sie das Lied "Einmal" von Mark Forster. "Einmal, einmal, das kommt nie zurück. Es bleibt bei einmal, doch ich war da zum Glück. Nicht alles kann ich wieder haben Freude, Trauer, Liebe, Wahnsinn. Einmal, und ich war da zum Glück", heiß es im Refrain.
Schock in der Sportwelt: Radsportlerin Kristina Vogel ist nach einem Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmt und sitzt von nun am im Rollstuhl. Im "Spiegel"-Interview spricht die Olympiasiegerin erstmals über den folgenschweren Unfall bei dem ihr Rückenmark am Brustwirbel durchtrennt wurde: "Egal, wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen. Und das lässt sich nicht mehr ändern. Aber was soll ich machen? Ich bin der Meinung, je schneller man eine neue Situation akzeptiert, desto besser kommt man damit klar." Hut ab für diesen Kämpfergeist. 

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Gehen wir noch mal zu den Ursachen. Warum geht es vielen Kollegen, vielen Kolleginnen so wie Ihnen?

Wie Aphrodite, die Schaumgeborene: Jenny Elvers-Elbertzhagen in einer großen Robe von Dawid Tomaszewski

Ich glaube, dass Frauen, die einem äußerlichen Klischee entsprechen, Begehrlichkeiten hervorrufen. Frauen, die eine erotische Ausstrahlung haben, suchen oft nach Liebe und verwechseln sie mit Sex. Sie wollen einfach in den Arm genommen werden. Ich habe nun einen Mann an meiner Seite, der mich liebt, genau wie ich bin, der schlimme Phasen mitmacht. Das passiert vielleicht vielen Frauen so, die auf der einen Seite begehrt werden, die aber auch sehr angefeindet werden. Ich musste mir eine positive Wahrnehmung regelrecht erarbeiten. Ich musste immer besser sein, musste immer den Text besser können als alle anderen. Ich stand immer in der Pflicht. Jeder Mensch möchte im Leben geliebt werden. Keiner möchte angefeindet werden. Mir wurde auch sehr viel und sehr böse wehgetan. Viele Sachen, die man vermeintlich an sich abperlen lässt, gehen doch unter die Haut und erreichen die Seele da, wo sie am verwundbarsten ist.

Was ist das gewesen?

Gestern habe ich meinen Namen gegoogelt. Ein großer Fehler! (lacht) Da ist mir ein Artikel aus dem "Spiegel" in die Hände gefallen: "Die Geschichte der E." War dieser Mensch anwesend? War der mit mir in einem Raum? Das ist so böse, was der geschrieben hat. Das hat so wenig mit mir zu tun. In der Zeit der Therapie habe ich gelernt, zurückzuschauen. Ich sollte an den Punkt zurückgehen, wo alles angefangen hat. Wann wurde ich eine öffentliche Person? Wie hat das mit meiner Krankheit zu tun? Ich will nicht immer auf die alten Sachen reduziert werden.

Für die öffentliche Wahrnehmung sind Sie auch die Heidekönigin.

Wer ist die Öffentlichkeit? Die Journalisten und Redakteure? Die meisten habe ich doch überlebt.

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 7. Februar, am Kiosk erhältlich.

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