Jason Statham: "Ich bin ja nun nicht Robert Pattinson "

Actionhero Jason Statham spricht im Interview über die Arbeit mit Jennifer Lopez am neuen Film "Parker", über seine privaten Kinogänge mit Fanbegegnungen und seine Oscar-Favoriten

Jason Statham gehört in Hollywood zum Action-Standard. Bekannt geworden mit "The Transporter" in drei Teilen hat er auch in Streifen wie "The Mechanic" und "The Expendables" dafür gesorgt, dass Schwarzenegger und Co sich keine Nachfolgesorgen machen müssen. Am 7. Februar kommt sein neuester Streifen, "Parker", in die deutschen Kinos. In dem mimt er einen Dieb mit Gewissen, der hereingelegt wird und sich wieder aus dem Schlamassel befreien will. Der Film ist in keiner Weise auffällig - weder besonders brutal noch besonders zeitgeistig, weder besonders klug in der Handlung noch besonders auffällig im Visuellen. Im besten Fall unterhaltsam - und kurios in der Besetzung: Denn Statham zur Seite steht Jennifer Lopez als einsame 40-jährige Insiderin mit (etwas verzweifeltem) Interesse an "Parker". Dabei hat "Parker" schon eine andere Liebesgeschichte am Laufen (mit Emma Booth alias "Claire") - und im echten Leben ist Jason Statham immerhin mit Model Rosie Huntington-Whitley liiert.

Jennifer Lopez und Jason Statham werben in New York für ihren gemeinsamen Film "Parker".

Jennifer Lopez hat Sie doch glatt als den besten Schauspieler Hollywoods betitelt. Wie fühlt man sich da?

Ich glaube Jennifer war da nicht ganz unvoreingenommen (lacht). Wir haben schließlich einen Film zusammen gedreht. Aber sie ist so lieb, wir hatten so viel Spaß zusammen. Es war eine tolle Erfahrung und ich habe wirklich gerne mit ihr gearbeitet. Sie ist weltweit so beliebt und nimmt momentan ihr zehntes Album oder so auf. Ich meine, sie ist Sängerin, Schauspielerin, Mutter – sie ist so vieles, aber unter alledem ist sie wirklich genau wie du und ich.

War es denn immer Ihr Traum, einmal zur Schauspielerei zu kommen?

Nein, es war nie ein Traum. Ich war eigentlich immer sehr realistisch, was gewisse Dinge anging. Wenn man auf der Straße Parfüm verkauft, ist es eher unwahrscheinlich, dass man auf einen Regisseur oder einen Produzenten trifft und der einen dann in seinen nächsten Film steckt. Ironischerweise bin ich so an meine Rolle in „Bube Dame König GrAs“ gekommen. Guy Ritchie war auf der Suche nach einen Straßenbetrüger und nach der Schule hatte ich nichts anderes als das getan. Er hat sich nur für mein Leben auf der Straße interessiert. Ob ich mal im englischen Team geschwommen war, war ihm egal. Er wollte einfach jemanden, der die Sprache der Straße sprach und Erfahrung damit hatte. Und so kam eines zum anderen. Ich war am richtigen Ort, zur richtigen Zeit. Und so ging es los. Und plötzlich tut man etwas, das man nie für möglich gehalten hätte. Ich wäre gerne Stuntman geworden und dachte immer, meine Chancen, einmal in einem Film aufzutauchen, würden sich darauf beschränken, aus einem brennenden Fenster zu springen. Aber jetzt hab ich es natürlich gut und ich kann beides machen. Ich kann schauspielern und darf den ganzen verrückten Stuntkram trotzdem noch machen!

In „Parker“ spielen Sie ja auf einmal jemanden, der verletzlich ist. Wie war das für Sie?

Das hat mir ehrlich gesagt nicht so gefallen. Um nicht zu sagen, dass ich es gehasst habe (lacht). Der zu sein, der die Schläge abkriegt und bei dem man nicht weiß, ob er bis zum Ende des Films durchhält – das war nun gar nicht so das Meine. Ich bin lieber der selbstbewusste, der austeilt. Ich bevorzuge die Szenen , in denen ich den Starken spielen muss. Jemand zu sein, der gerade so eben überlebt, war auf jeden Fall Neuland für mich!

„Parker“ basiert auf mehreren Romanen. Kannten Sie diese?

Ja, die Bücher waren mir ein Begriff. Und nachdem ich das Drehbuch gelesen habe, habe ich mich natürlich noch mehr damit auseinandergesetzt. Ich finde es interessant, dass es ganze 24 Bücher über diesen Kerl gab.

Glauben Sie demnach, dass es vielleicht eine Fortsetzung geben wird?

Ob ich das glaube? Ich weiß es wirklich nicht. Eine Fortsetzung ist doch nur dann relevant, wenn der erste Film ein voller Erfolg war. Ich glaube niemand dreht ein Sequel wenn man nicht mit einer riesen Menge an Zuschauern rechnet. Es geht da doch eigentlich wieder nur um's Geld. Und wenn man damit einen großen Profit schlagen kann, klopft es bei mir wahrscheinlich irgendwann an der Tür und sie wollen eine Fortsetzung machen. Wenn „Parker“ aber nicht solche immensen Mengen Geld einspielt, dann klopft bei mir sicher auch niemand an. Das Publikum entscheidet eigentlich, ob es Fortsetzungen geben wird. Ohne das öffentliche Interesse funktioniert das nicht.

Am Anfang des Filmes sehen Sie komplett anders aus. Mit Perücke und voller Haarpracht. Wie haben Sie sich da gefühlt?

Beim Blick in den Spiegel wurde mir bewusst, dass es Schlimmers gibt, als eine Glatze zu haben (lacht). Ich hab nun schon so lange kaum noch Haare, da war es wirklich seltsam, mich so zu sehen.

Kommen Sie selber auch noch dazu, ins Kino zu gehen?

Ja, ich gehe wirklich gerne ins Kino.

Welcher Film hat Ihnen in letzter Zeit am besten gefallen?

Oh, da muss ich überlegen. „Zero Dark Thirty“ habe ich vor Kurzem gesehen. Ein Freund von mir bekommt die ganzen DVD Screener und so gucken wir auch viele Filme. „Silver Linings“ hat mir zum Beispiel sehr gut gefallen. Der war wirklich lustig und hat Spaß gemacht. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, welchen Film ich mir zuletzt wirklich im Kino angesehen habe.

Werden Sie nicht oft erkannt, wenn Sie ins Kino gehen?

Ja, das passiert ab und zu, aber das macht ja nichts (lacht). Ich muss ja trotzdem noch leben und kann mich nicht in einer Schachtel verkriechen. Ich komme gerne unter Leute. Ich verhalte mich einfach normal. Ich bin ja nun auch nicht Robert Pattinson (lacht).

Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen großen Respekt vor Ihnen haben und vielleicht Angst davor, Sie anzusprechen, weil sie immer so harte Rollen spielen?

(Lacht) nein, das ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen. Aber ich kann verstehen, dass es für jemanden wie zum Beispiel Robert Pattinson schon frustrierend sein kann, wenn er wirklich nirgendwo mehr hingehen kann. Das ist schon sehr schade. Es ist der Fluch, der damit einhergeht, so beliebt zu sein. So schlimm ist das bei mir natürlich nicht.

Und wenn Sie sich bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen für einen besten Film entscheiden müssten – hätten Sie da einen Favoriten?

Oh, da sage ich nun nichts zu (lacht). Ich habe ehrlich gesagt einige Favoriten. Ich finde Tarantinos Film toll und bin schon seit Ewigkeiten ein Fan von ihm. Aus persönlichen Gründen fände ich das also nicht schlecht. Ich halte ihn einfach für einen großartigen Filmemacher. Gar nicht unbedingt wegen „Django Unchained“, sondern einfach, weil er noch nie etwas gemacht hat, das mir nicht gefiel. Er hat einfach solches Talent.

Haben Sie einen absoluten Lieblingsfilm?

Nein, nicht wirklich. Ich schaue gerne alte Filme. „The Sting“ mit Paul Newman, viele der Steve McQueen Filme, oder Clint Eastwood und Kurt Douglas. Ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber ich mag die alten Klassiker wirklich sehr gerne. Auch Musicals gefallen mir gut.

Haben Sie „Les Misérables“ schon gesehen?

Nein, noch nicht. Ich bin aber sehr gespannt. Tom Hooper ist sehr talentiert.

Jason Statham mit Interviewerin Anne Facompré nach dem Gespräch in Berlin.

Wenn Ihnen „Silver Linings“ so gefiel – würden Sie dann nicht auch gerne mal eine Komödie drehen?

Wenn ich ein Angebot von David O. Russell bekäme, wenn er mich darum bitten würde, einen Film mit ihm zu drehen, dann würde ich selbstverständlich nicht nein sagen. Aber ich will nicht auf Teufel komm raus eine Komödie machen, einfach nur, um etwas anderes zu tun. Wenn ich mich schon auf so neues Terrain begebe, dann möchte ich es mit jemandem wie Russell tun, der wirklich Ahnung davon hat und wo ich weiß, dass es ein tolles Projekt ist. Also bleibe ich geduldig. Vielleicht kommt so ein Angebot nie, oder vielleicht kommt es auch nächste Woche. Und dafür wäre es erst einmal Voraussetzung, dass mich jemand als mehr als nur einen Actionstar wahrnimmt und mir eine andere Rolle anbietet.

Können Sie singen? Käme auch ein Musical in Frage?

Mein Vater ist tatsächlich Sänger. Aber nein, ich kann nicht singen. Ich glaube, damit würde ich meine Karriere mit Sicherheit sofort beenden (lacht).

In „Parker“ spielen Sie einen professionellen Dieb. Haben Sie auch schon mal etwas mitgehen lassen?

Ach, Sie wissen doch genau, dass ich Ihnen das nicht verrate (lacht).

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