Ina Müller "Meine Schwestern sind noch lauter"


Ina Müller über den Spaß am Reden, die Lust am Schweigen - und wann sie für einen Mann ein Liebeslied schreibt

Sie ist Musikerin, Deutschlands frechste

TV-Sabbeltasche ("Inas Nacht") - und derzeit so präsent wie nie: Am 18. Februar erscheint Ina Müllers neues Album "Das wäre dein Lied gewesen", am 26. März wird sie die Echo-Verleihung in Berlin moderieren, und mit ihrer Liebe zu einem 16 Jahre jüngeren Mann sorgt die 45-Jährige für Schlagzeilen. Im Hamburger Café "Gnosa" nahe ihrer Wohnung plauderte Ina Müller mit Gala über die Vorzüge jüngerer Lover und verrät, dass sie gern mal verheiratet wäre.

Was bei manchen Menschen nerven kann, ist Ihr Schlüssel zum Erfolg: Sie erzählen sehr viel. Warum lieben die Männer Sie trotzdem?

Keine Ahnung. Wenn ich am Sabbeln bin, etwa in meiner Show, kontrolliere ich mich ja nicht. Wenn ich dann die Aufzeichnung sehe, denke ich auch schon mal: "Mann, Müller, das ist ja nicht auszuhalten! Lass ihn doch mal ausreden!" Vielleicht mögen Männer auch, dass ich keine Angst vor ihnen habe?

Ina Müller braucht auch mal "diese asozialen Tage ohne Reden, ohne Schminken und ohne Verständnis".
Ina Müller braucht auch mal "diese asozialen Tage ohne Reden, ohne Schminken und ohne Verständnis".
© www.inamueller.de

Wenn Sie mit Ihren vier Schwestern um einen Tisch sitzen, wer kommt am häufigsten zu Wort?

Alle gleich viel. Wir sehen uns nur zwei-, dreimal im Jahr, und dann brauchen wir etwas Zeit, bis wir uns gegenseitig durchgecheckt haben. So in etwa: Ist sie dünner, dicker, älter, eigenartiger geworden? Danach wird es dann aber ganz schnell lustig. Und ich möchte sogar behaupten: Zwei meiner Schwestern sind noch lauter als ich.

Sie bringen gerade Ihr drittes hochdeutsches Album heraus und singen darauf auch von Menschen, die gern in die Gala wollen ...

In "Paparazzia" geht es aber eher um den verzweifelten Versuch eines D-Promis, wieder mal irgendwo zu erscheinen. Bei "Mitte 20" ist es ein junger Typ an meiner Seite, der so gerne mal zum Echo gehen oder in Ihrer Zeitschrift stehen möchte. Das ist eher ironisch gemeint, obwohl es den jungen Mann in meinem Leben gibt.

Und Sie erzählen in dem Lied die Liebesgeschichte zwischen einer älteren Frau und einem jungen Mann ...

Ich wollte einfach mal den Ball zurückspielen, den uns die älteren Männer immer zuspielen, die sich in junge Frauen vergucken. Weil die angeblich energetischer sind, knackiger, weil die noch so eine Lebenslust haben. Weil die nicht schon einen Rattenschwanz an geschiedenen Männern hinter sich herziehen. Und bei den Männern mit Mitte 20 ist es eben auch so. Die haben noch nicht so viel emotionalen Restmüll in sich, sind noch nicht kaputt oder traumatisiert, nicht so abgeklärt. Bei einem jungen Mann hat man als Frau noch die Chance, an erster Stelle zu stehen. Das gefällt mir!

Ist es ein Unterschied, ob ein älterer Mann eine jüngere Frau hat oder umgekehrt?

Keine Ahnung. Alles, was man zu diesem Thema sagt, bedient doch nur das Klischee. Dafür ist mir meine Beziehung zu schade.

Es gibt also nichts, was Sie an älteren Männern stört?

Nein. Ich könnte mit einem jungen oder einem älteren Mann zusammen sein, das spielt für mich überhaupt keine Rolle. Ich muss nur verliebt sein.

Im Januar wurde öffentlich, dass Ina Müller mit dem Musiker Johannes Oerding, 29, liiert ist. Die beiden lernten sich 2009 kenne
Im Januar wurde öffentlich, dass Ina Müller mit dem Musiker Johannes Oerding, 29, liiert ist. Die beiden lernten sich 2009 kennen.
© Picture Alliance

Wer ist mit dem Song "Paparazzia" gemeint? Da möchte ja auch unbedingt jemand in die Medien.

Der Song ist durch eine bestimmte Geschichte entstanden. Der Kachelmann war kaum hinter Gittern, da hielt Indira (ehemalige Bro'Sis-Sängerin, Anm. d. Red.) ihr Handy mit einer SMS von ihm in jede Kamera. Für mich der schlimmste Verrat und erbärmlichste Versuch, wieder irgendwo stattzufinden.

Der Song "Das wär dein Lied gewesen" ist einem Mann gewidmet, der Ihnen keine zweieinhalb Zeilen wert ist. Hatten Sie so einen wirklich schon mal?

Ja. Und ich habe lange überlegt, bis ich die ultimative Gemeinheit gefunden habe, die man einem Menschen schreiben könnte. Und das ist, ihm zu sagen: "Ich hätte dir gerne noch zum Abschied ein Lied geschrieben, aber du reichst nicht mal für zweieinhalb Zeilen." Zack!

Was muss ein Mann haben, damit Ihnen mehr zu ihm einfällt?

Ein Mann muss mich schon sehr beeindrucken, um ein Lied zu bekommen. Ob positiv oder negativ, ist dabei egal. Entweder weil er ein Blödsack ist. Oder weil er ganz toll ist. Und wenn er toll ist, kriegt er ein Liebeslied. Wenn er ein Blödsack ist, dann halt nur ein Lied. (lacht)

GALA-Redakteurin Andrea Schumacher traf Ina Müller im Hamburger Szeneviertel St. Georg, wo sich die Entertainerin vor zwei Jahre
GALA-Redakteurin Andrea Schumacher traf Ina Müller im Hamburger Szeneviertel St. Georg, wo sich die Entertainerin vor zwei Jahren eine Wohnung gekauft hat.
© Gala

Und was ist mit einem Hochzeitslied?

Ein Hochzeitslied? Ich fand Heiraten an sich nie wirklich cool, aber den Zustand des Verheiratetseins, den würde ich gerne einmal erleben. Einfach auch um sagen zu können, ich bin schon mal weggeheiratet worden. Die Schwierigkeit für mich ist aber vor allen Dingen, dass ich einfach nicht wüsste, wie, wo, wer kommt, wer nicht. (lacht)

Planen Sie denn Ihre Hochzeit?

Nein, bitte! Das steht überhaupt nicht an.

Wohnen Sie mit Ihrem Freund zusammen?

Nein, ich wohne alleine. Ich bin zum Zusammenwohnen auch nicht gut geeignet. Ich brauche diese asozialen Tage ohne Reden, ohne Schminken, ohne Verständnis, aber mit viel Pizza und Horrorfilmen.

Wie diplomatisch sind Sie in einer Beziehung?

Ich bin eigentlich relativ kompromissbereit. (denkt nach) Aber wenn mich etwas stört, muss ich es sagen dürfen. Sonst implodiere ich. Und ich versuche natürlich immer wieder ganz diplomatisch, die Bestimmerin zu sein.

Das neue Album von Ina Müller erscheint am 18. Februar.
Das neue Album von Ina Müller erscheint am 18. Februar.
© PR

Finden Sie, dass das nach einer guten Ehe klingt?

Natürlich, das beinhaltet doch auch, dass man den anderen laufen lässt. Ich würde ja nie sagen: "Jetzt gehen wir zu Francesco essen." Ich sage stattdessen: "Ich würde jetzt gerne mit dir zu Francesco essen gehen, was möchtest du denn machen?" Wenn er dann sagt: "Das möchte ich auch, Liebling", dann gehen wir da hin. Wenn er aber sagt: "Lass uns doch lieber zu Döner-Willi da drüben gehen", dann würde ich sagen: "Dann gehst du doch zu Döner-Willi, und ich gehe zu Francesco." Das ist doch auch eine Chance für die Beziehung. (lacht)

Und wo sitzen Sie dann am Ende?

Zu Hause vor dem Fernseher mit einer Pizza, die man ja notfalls auch wie einen Döner zusammenklappen kann. (lacht) Klingt jetzt ein bisschen gruselig. So nach "mit der möchte man nicht zusammen sein". Aber eigentlich kann man ganz toll mit mir zusammen sein. Also, wenn ich mich einmal geheiratet hätte, dann würde ich mich von mir auch nicht mehr scheiden lassen.

Andrea Schumacher

gala.de


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