VG-Wort Pixel

Hugh Jackman "Meine Kids bringen mich auf die Palme"

Hugh Jackman
© Reuters
Auch Hugh Jackman, der Traummann, ist nur ein Mensch: Im Alltag hat er mit den gleichen Widrigkeiten zu kämpfen wie jeder andere Familienvater, verrät er im Gespräch mit "Gala"

Sich ihm zu entziehen? Unmöglich.

Täglich tauchen neue Wow-Fotos des Vorzeige-Australiers auf: Hugh steigt aus dem Meer und zeigt seinen Adonis-Körper, Hugh bringt mit seiner Frau die Tochter zur Schule, Hugh bereitet sich auf seine nächste Broadway-Show vor, Hugh betört die Queen bei einer Audienz im Buckingham-Palast, Hugh stellt seine Charity Laughing Man vor. Im Zukunftsdrama "Real Steel - Stahlharte Gegner", das am 3. November bei uns anläuft und in den USA bereits ein Kassenschlager ist, coacht der 43-Jährige nun auch noch Roboter im Boxring. Und als einer der Top-Kandidaten für den nächsten James Bond gilt er darüber hinaus. Da drängt sich die Frage auf: Kann Hugh Jackman eigentlich alles? "Gala" begegnete einem Star, der kein Problem damit hat, auch über seine Schwächen zu sprechen.

image

Im Film sind Sie als Ex-Profiboxer ganz unten und rappeln sich dann wieder auf. Gab es in Ihrem Leben auch so einen Wendepunkt?

Als ich meine Frau getroffen habe, hat sich mein Leben mit einem Schlag geändert. Ich war hundertprozentig sicher, dass sie der Mensch ist, mit dem ich für immer zusammen sein will. Wir sind ein perfektes Team, sie vervollständigt mich und ich sie. Natürlich haben auch wir unsere Hochs und Tiefs, aber ich weiß, dass unsere Liebe nicht von äußeren Umständen abhängig ist.

Wie können Sie da so sicher sein?

Ich glaube, es gibt eine innere Stimme, die uns sagt, wenn es sich richtig anfühlt. Es ist die instinktive Gewissheit, dass alles am richtigen Platz ist. Der zweite große Wendepunkt in meinem Leben waren unsere Kinder Ava und Oscar …

Herbstspaziergang durch New York: Hugh Jackman mit seiner Frau Deborra-Lee Furness und den Adoptivkindern Oscar, 11 und Ava, 6.
Herbstspaziergang durch New York: Hugh Jackman mit seiner Frau Deborra-Lee Furness und den Adoptivkindern Oscar, 11 und Ava, 6.
© Splashnews.com

… die Sie adoptiert haben.

Ja, aber es fühlt sich für uns nicht so an. Es sind unsere Kinder. Deb und ich glauben ans Schicksal. Da wir jahrelang versucht haben, eigene Kinder zu kriegen und es nicht geklappt hat, denken wir, dies war der Weg, der uns vorbestimmt war. Es war hart und schmerzhaft, aber heute sind wir zu viert sehr glücklich.

Würden Sie sich als Kämpfernatur bezeichnen?

Und ob, ich gebe niemals auf. Ich bin ein Workaholic und sehr diszipliniert. Ich lasse Angst oder andere Schwächen ungern zu.

Was macht Ihnen denn Angst?

Ich habe Angst davor, Angst zu haben. Um die Angst zu besiegen und nicht größer zu machen, stelle ich mich unangenehmen Herausforderungen erst recht. Das liegt daran, dass ich früher ziemlich ängstlich war.

Inwiefern?

Als Schüler hatte ich unglaubliche Höhenangst. Um die zu überwinden, bin ich einen Monat lang jeden Tag in der Pause vom Zehnmeterbrett gesprungen. Außerdem hatte ich, als ich zwischen acht und zwölf Jahre alt war, Angst, unser Haus zu betreten, wenn sonst niemand da war. Was leider immer der Fall war, wenn ich aus der Schule kam - meine Mutter hatte uns gerade verlassen, mein Vater hat gearbeitet, meine vier Geschwister waren an der Uni oder haben gejobbt. Ich habe dann im Garten gesessen, bis jemand nach Hause kam, meist zwei bis drei Stunden. Das habe ich gehasst.

GALA-Redakteurin Sandra Reitz traf Hugh Jackman in München.
Gala-Redakteurin Sandra Reitz traf Hugh Jackman in München.
© Gala

Inzwischen sind Sie für viele Menschen ein Held. Sieht das auch Ihr Sohn Oscar so?

Oscar und ich haben etwas länger gebraucht, um festzustellen, dass wir viel gemeinsam haben - heute. In seinem Alter war ich ganz anders als er, daher musste ich erst lernen, seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich war schon als kleiner Junge total wild auf Sport, Oscar hasst Sport. Ich wollte immer mit ihm Baseball spielen, aber das interessiert ihn nicht. Seine Leidenschaft ist die Natur. Er liebt es, wenn ich ihn mit ins Museum nehme oder er in der Erde nach Insekten graben kann. Neulich hat er das gesamte russische Alphabet gelernt. Er kann stundenlang mit mir durch den Wald laufen und die verschiedenen Tierund Pflanzenarten benennen. Oder wir gärtnern gemeinsam.

Streiten Sie sich auch mal?

Niemand bringt mich so auf die Palme wie meine Kids. Es ist erstaunlich, wie viele Emotionen Kinder in dir wecken können - einfach nur indem sie den Reißverschluss aufmachen oder von einem Zimmer ins andere laufen. Ich versuche trotzdem, die Ruhe zu bewahren, solange es noch geht: In zwei Jahren werden Oscar und ich unweigerlich viel diskutieren müssen, dann ist er 13 - und er interessiert sich jetzt schon für Mädchen.

Action! In "Real Steel" trimmt der gescheiterte Boxer Charlie (Hugh Jackman) einen Kampfroboter auf Sieg.
Action! In "Real Steel" trimmt der gescheiterte Boxer Charlie (Hugh Jackman) einen Kampfroboter auf Sieg.
© PR/Disney

Worüber streiten Sie sich?

Ich bin strenger als meine Frau. Das hat mein Sohn natürlich längst spitzgekriegt. Wenn ich ihm also sage: "Oscar, räum dein Zimmer auf!", dann antwortet er: "Später", und wir haben eine endlose Diskussion darüber. Das macht mich verrückt! Vor allem, wenn er dann damit kommt: "Mum würde mir dafür viel länger Zeit lassen" und versucht, uns gegeneinander auszuspielen.

Sie sind also gar nicht so übermenschlich, wie Sie wirken?

Trauen Sie nie einem Schauspieler, die zeigen sich immer von der besten Seite! Aber im Ernst: Ich bin echt. Fragen Sie meine Kinder - für die bin ich bestimmt kein Supermann. Ich glaube, die nerve ich ganz schön.

Sandra Reitz

gala.de

Mehr zum Thema


Gala entdecken