Helen Mirren "Muss ich jetzt artig sein?"


Oscar-Preisträgerin Helen Mirren über Nacktsein, sexy Co-Stars und die Waffen einer Frau

Es war schon Königin Elizabeth

in "The Queen", eine schießwütige Rentnerin in "R.E.D.", eine flirtfreudige Gastronomin in "Brighton Rock" - Helen Mirren, 65, zählt zu den coolsten Schauspielerinnen. Gala traf die Britin in New York am Set ihrer neuen Komödie "Arthur". Kurz vor Beginn des Interviews huscht Co-Star Russell Brand an unseren Tisch und flüstert: "Sie ist atemberaubend!"

Russell Brand hat Ihnen gerade eine Liebeserklärung gemacht ...

Er ist toll, oder? Er erinnert mich an meinen Kumpel Robin Williams - bei Komödianten funktioniert das Hirn ganz anders als bei normalen Menschen.

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In "Arthur" spielen Sie Russells Nanny. Hatten Sie selbst eine?

Um Gottes Willen! Ich komme nicht aus solchen Verhältnissen. Mein Vater war Taxifahrer. Alles, was ich über Nannys weiß, stammt von Mary Poppins oder Nanny McPhee.

Sie drehen einen Film nach dem anderen. Alle wollen Helen Mirren!

Ich kann mich nicht beschweren. So kann ich lauter verschiedene Dinge ausprobieren, man lernt jedes Mal etwas dazu.

Was haben Sie zuletzt gelernt?

Für "R.E.D." habe ich gelernt, mit Waffen umzugehen, und war ganz erstaunt, wie toll ich das fand. Ich bin eine richtig gute Scharfschützin! Allerdings muss ich aufpassen, dass meine Zunge nicht aus dem Mund hängt, wenn ich ziele - das ist mir immer wieder passiert. (lacht)

Sie sind sehr überzeugend in Ihren Rollen. Haben Sie einen bestimmten Trick?

Oft lehne ich meine Rollen an echte Personen an. Bei der Queen war es natürlich offensichtlich, aber in "R.E.D." war es zum Beispiel Martha Stewart. Die Präzision, mit der sie einen Job durchführt, die Konzentration auf jedes Detail - einfach perfekt als Vorbild.

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Wer hätte gedacht, dass Sie ein Fan von Amerikas Vorzeige-Hausfrau sind ...

Ich bin vollkommen begeistert von ihr. Ihre Show gehört zu meinen Lieblingssendungen. Ich sitze dann zu Hause mit einem Block auf dem Schoß und schreibe mir all ihre Tipps auf. Aha, so putze ich die Fenster streifenfrei, so falte ich Servietten. Das sind Informationen, die ich liebe.

Sie haben sich kürzlich von Starfotograf Jürgen Teller nackt in der Badewanne fotografieren lassen. Viele reagierten schockiert.

Ist mir ein Rätsel. Wie viele andere Schauspielerinnen auch habe ich mich für Rollen ausgezogen, wenn es künstlerisch angebracht war. Muss ich jetzt immer artig sein wie die Queen und darf so etwas nicht mehr?Wahrscheinlich ist das so.

Wusste Ihr Ehemann, Regisseur Taylor Hackford, davon?

Nö, er hatte keine Ahnung. Aber er liebt gute Fotografie und war deshalb begeistert. Er unterstützt mich immer in meinen künstlerischen Visionen.

Werden Sie vor Nacktaufnahmen nervös?

Es war schwieriger, als ich jünger war, weil man dann viel mehr als Sexobjekt gesehen wird. Aber über die Jahre habe ich meine Hemmungen abgelegt. Was mir heute Angst macht, ist Plastik.

Wie bitte?

Berge von Plastik! Flaschen, Tüten. In meinem Geist füllen sie die Welt. Das macht mir Sorge. Ich bin daher ein großer Fan von Recycling.

Verraten Sie uns ein Geheimnis: Wer war Ihr sexiester Co-Star?

Bruce Willis! Ich finde ihn gleich zweifach spannend - er ist ein attraktiver Mann und ein wunderbarer Schauspieler. Können Sie mir einen Gefallen tun? Verraten Sie das bitte nicht meinem Mann!

Julide Tanriverdi

gala.de


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