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Franziska Knuppe Auch mit 40 ganz entspannt


Topmodel Franziska Knuppe feiert am 7. Dezember ihren 40. Geburtstag. Warum der Tag nicht nur ein Grund zur Freude ist, verrät sie im Interview mit GALA

Der 40. Geburtstag zählt für viele immer noch zu den Ereignissen im Leben, die gemischte Gefühle auslösen. Auch für Franziska Knuppe. GALA traf das Berliner Model kurz vor dem großen Tag in Hamburg zum Interview.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihren nahenden 40. Geburtstag?

Mit sehr entspannten: 40 ist doch nur eine Zahl und innerlich fühle ich mich manchmal immer noch wie Mitte Zwanzig. Außerdem bin ich ein kleiner Genetik-Glückspilz. Ich habe immer schon wesentlich jünger ausgesehen, als ich tatsächlich bin. Auf meinem Führerscheinfoto könnte ich zum Beispiel glatt als Zwölfjährige durchgehen … (lacht)

Gibt es wirklich keine Momente, in denen Sie trotzdem mal ins Grübeln geraten?

Doch natürlich. Manchmal denke ich still bei mir: Oh Gott, jetzt habe ich in meinem Leben schon die Halbzeit erreicht. Wo sind nur die vielen Jahre hin? Doch das verdränge ich dann aber auch schnell wieder. Ich belaste mich nur ungern mit solchen Gedanken.

Sie arbeiten in einer Branche, in der Schönheit sehr wichtig ist. Fällt es da nicht ganz besonders schwer, älter zu werden?

Bislang nicht, denn interessanterweise werde ich seit ein paar Jahren sogar wieder vermehrt gebucht. Demnächst bin ich zum Beispiel das Werbegesicht für einen großen Haarkunden. Es läuft zur Zeit super für mich, was sicher auch daran liegt, dass viele Unternehmen immer öfter nach Models suchen, die nicht zu jung wirken und somit auch die in Deutschland kaufkräftigste Gruppe der "Best Ager" anzusprechen.

Trotzdem ist das Modelgeschäft in Sachen Erfolg unberechenbar. Haben Sie schon einen Plan B, wenn Sie einmal nicht mehr gefragt sein sollten?

Ich baue mir bereits seit Jahren weitere Standbeine auf. Ich moderiere Fernsehsendungen oder habe eigene Kolumnen in Magazinen. Ich werde inzwischen nicht nur als Gesicht, sondern auch als Persönlichkeit wahrgenommen.

Erwischen Sie sich manchmal selbst dabei, dass Sie im Spiegel kritisch nach ersten Fältchen suchen?

Klar, welche Frau tut das nicht ab einem gewissen Alter? Zum Glück finde ich aber bislang keine. (lacht) Auch in meinem Leben gibt es Tage, an denen ich manchmal morgens im Bad vor dem Spiegel stehe und denke: "Bah, wie siehst du denn heute aus?" Und auf meine Augenringe, die ohne Make-up sichtbar sind, könnte ich auch gut verzichten …

Irgendwann werden die Jahre auch bei Ihnen erste sichtbare Spuren hinterlassen.

Dieser Tatsache bin ich mir sehr wohl bewusst. Ich verdränge da nichts. Aber wie gesagt: Ich verkaufe ja nicht nur Schönheit, sondern bin seit Jahren auch in anderen Bereichen beruflich unterwegs. Insofern sehe ich diesem Prozess gelassen entgegen.

Botox oder Hyaluron sind längst salonfähig geworden. Wie stehen Sie zu solchen Beauty-Hilfsmitteln?

Ich will es nicht generell ausschließen, dass ich mal darauf zurückgreife, wenn ich es irgendwann mal als notwendig empfinde. Dann müsste es allerdings von einem Könner gemacht werden. Es gibt in meinen Augen zu viele Negativbeispiele von maskenhaften, aufgeplusterten Gesichtern.

Würden Sie sich auch unters Messer legen?

Ich hätte zu große Angst vor so einem radikalen Eingriff und vor den vielen Dingen, die dabei schief laufen könnten. Es kann aber auch durchaus sein, dass ich am Ende nie etwas machen lassen werde. Dann, wenn ich mich auch mit ersten Fältchen mag und für mich entscheide, dass ich Botox & Co nicht brauche. Und bevor hier jetzt ein falscher Eindruck entsteht: Es ist wirklich nicht so, dass ich mich permanent mit mir selbst beschäftige. Dafür fehlt mir nämlich die Zeit!

Weil Sie Mama einer siebenjährigen Tochter sind?

Zum Beispiel! Seit der Geburt von Tilly hat sich viel in meinem Leben verändert. Die Kleine hält mich immer in Atem - und damit übrigens auch jung. Teilweise krabbele ich beim Spielen mit ihr immer noch auf dem Fußboden herum oder hüpfe auf dem Trampolin. Meine Tochter ist aber nicht der Grund, warum ich die letzten Jahre phasenweise als sehr anstrengend und kräftezehrend empfunden habe ...

Sondern?

Erst ist die Mutter von meinem Mann Christian gestorben, dann mein Vater und vor zwei Jahren ist schließlich auch noch Christian ernsthaft erkrankt. In seiner Schilddrüse wurden Knoten diagnostiziert. Ich habe gleich diverse Medizinbücher gewälzt und recherchiert, dass das bei rechtzeitiger Behandlung nicht lebensbedrohlich ist.

Der Schock war sicher dennoch riesig …

Mein Mann ist deshalb vorübergehend in ein Loch gefallen. Er hat eine richtige Lebenskrise durchlebt und war logischerweise psychisch ziemlich angeschlagen. Ich habe in dieser Zeit dann versucht, alles irgendwie zusammen zu halten. Einer muss ja stark sein in diesem Moment. Zum Glück ist am Ende alles gut geworden. Heute muss Christian zwar Tabletten nehmen, aber er lebt gut damit.

Wer hat Ihnen in diesen unruhigen Zeiten neue Kraft gegeben?

Vor allem meine Tochter. Kinder gehen mit Schicksalsschlägen ja meist erfrischen unbefangen und pragmatisch um. Wenn Tilly Bilder malt, dann kommt der Opa auch mit drauf. Dann sagt sie: "Opa Wolfgang lebt zwar nicht mehr, aber er gehört ja trotzdem zu unserer Familie. Und wenn ich mal ganz besonders traurig war, dann hat sie mich gedrückt und mir gesagt, dass ich doch jetzt nicht weinen muss. Das hat mir immer sehr geholfen.

Wovor haben Sie Angst, wenn Sie ans Alter denken?

Vor schweren Krankheiten. Wie gesagt: Vor drei Jahren ist mein Papa an Lungenkrebs gestorben, und deshalb gehe ich regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Ich bin da grundsätzlich ein sehr vorsichtiger und vorausschauender Mensch. Mein Vater dagegen hat das Thema immer wieder verdrängt und ist am Ende dann ja leider auch gestorben.

Und dann auch noch an Ihrem Geburtstag!

Mein Mann meinte später mal: "Franzi, das hat Wolfgang bestimmt mit Absicht gemacht, damit Du an deinem Ehrentag ganz besonders intensiv an ihn denkst. Und so ist es ja nun auch. Mich überkommen an meinem Geburtstag jedes Mal sehr ambivalente Gefühle. Es ist eine Mischung aus tiefer Traurigkeit und großem Glück: Traurigkeit darüber, dass mein Vater viel zu früh, mit nur 61 Jahren gestorben ist. Und Glück über die schönen Erinnerungen, die ich mit ihm verbinde

Alexander Nebe Gala


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