Franz Dinda: "Ein verzücktes Gespräch"

Happy Valentine's Day! Schauspieler und Kavalier Franz Dinda verrät im GALA-Interview, was ein perfektes Date ausmacht - und wie jeder ein wenig romantischer werden kann

Es ist doch zum Verzweifeln, findet , 29, wie unromantisch die Menschen heutzutage sind - insbesondere die Männer. Seine Poesiekartensammlung "Kavalier an Dame" soll das nun ändern.

Ihre PoetKarten Edition mit beiliegenden Kurzfilmen erscheint pünktlich zum Valentinstag. Gibt es etwas, das Sie mit diesem speziellen Tag verbinden?

Der Valentinstag ist für mich zu einer unerträglichen Ramsch-Schleuder mutiert. Ich habe den Eindruck, dass beim Thema Liebe allgemeine Hilflosigkeit herrscht. Wenn ich jemandem zeigen möchte, wie viel er mir bedeutet, nehme ich mir auch die Zeit, mir etwas einfallen zu lassen. Hierfür lediglich die immergleichen Floskeln und Formen zu wählen, ist doch unfeinfühlig und unangemessen.

Was war das romantischste, das Sie je für eine Frau gemacht haben?

Ich bin mal zum Geburtstag auf ein Dach gestiegen und habe dort über Nacht 300 Luftballons mit Helium gefüllt und mit Grußkarten versehen, die das Geburtstagskind dann losschicken musste. Das war ein ganz schöner Akt, da ich fast vom Dach gefallen bin und zudem meine Daumen nach dem Zusammenknoten des 200. Ballons bereits schon nicht mehr spüren konnte. Dennoch: Ein Geschenk, das wunderbar funktioniert hat.

Wie würde für Sie das perfekte erste Date aussehen?

Das perfekte erste Date ist ein zurückgezogenes, unaufgeregtes und verzücktes Gespräch, das im besten Fall bei einem guten Glas Wein und hervorragendem Essen stattfindet. Möglichst in Wassernähe und zu einer verspäteten Tageszeit. Sobald es dunkel wird, ist die Atmosphäre konzentrierter und das öffnet die Seele.

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, diese Poesiekarten zu entwerfen?

Ich war mit dem Goethe-Institut in Amerika, um dort einen Film vorzustellen. Ich bin dann einen Monat länger geblieben und habe mich in ein abgeschiedenes Haus inmitten in der Natur zurückgezogen, um mich zu konzentrieren und Photosynthese zu betreiben. Dort kamen mir dann Texte aus der Zeit von Goethe unter die Hände, die mich sprachlich im positiven Sinne erschüttert haben. Dieses Glücksgefühl wollte ich unbedingt in die Gegenwart transportieren. So ist dann die Idee um "Kavalier an Dame" entstanden.

Warum der Name "Kavalier an Dame"?

Die Edition besteht aus leidenschaftlichen Korrespondenztexten eines Kavaliers an seine Dame. Zudem habe ich zwölf lyrische Kurzfilme inszeniert, die als DVD beiliegen. Ziel war es, für einen Moment das große Glück eines außergewöhnlichen Gefühls einzufangen und mit der Form den Inhalt zu unterstreichen. Der Luxus dieser Edition ist ihre außergewöhnliche Qualität.

Planen sie in nächster Zeit noch weitere lyrische Arbeiten?

Ich habe mit „ReimKlang“ ein Crossover aus Lesung, Konzert, Theaterstück und Filmvorführung geschrieben, das ich nun vermehrt spielen möchte. Zudem arbeite ich an einem Ausstellungskonzept namens „ReimRaum“ Eine Art begehbarer Gedichtband, den man erleben wie auch beleben kann. .

Bei Ihnen steht in diesem Jahr die große 30 an. Macht Ihnen das Alter Angst?

Im Gegenteil! Ich freue mich darauf, denn: Je älter ich werde, desto weniger kann meine Arbeit als jugendlicher Leichtsinn abgetan werden. Ein paar mehr Jahre auf dem Buckel machen mein Leben künstlerisch also insgesamt einfacher.

Franz Dinda: KAVALIER AN DAME

12 leidenschaftliche Poetkarten von Franz Dinda

12 Postkarten im Diplomatenformat, 350 g schweres Feinpapier mit rotem Farbschnitt veredelt Buchdruck | 12 seidengefütterte Büttenkuverts | 1 DVD mit 12 Kurzfilmen | präsentiert in einer hochwertigen, bezogenen Stülpdeckelschachtel

ISBN 978-3-86265-258-7

49,95 EUR (D)

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2013

www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

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