Ellen von Unwerth: "Duckface? Furchtbares Wort!"

Süß und sexy - so hat Ellen von Unwerth die Schauspielerin Josefine Preuß für die Ausstellung "Moments in Pink & Black" von Magnum in Szene gesetzt. Gala.de traf die Top-Fotografin zum Interview

Naomi Campbell, Catherine Deneuve, Rihanna und Madonna - Ellen von Unwerth bekommt sie alle vor die Linse. Nicht einmal die allergrößte Diva würde es wagen, sie abzuwinken. Klar: Die 60-Jährige ist selbst ein Mega-Star. Schon seit 30 Jahren drückt sie auf den Auslöser, zählt unter den Fotografen schon lange zu den "Top of the Pops"!

Auch sie könnte eine Entourage als ständige Begleitung um sich scheuchen, Assistenten mit seltsamen Allüren um den Schlaf bringen, launenhafter als das April-Wetter sein. Von Unwerth ist nicht einen Hauch kapriziös, sondern wohltuend bodenständig. Das einzige, was abhebt, sind die weizenblonden Kringellocken, wenn sie herzlich lacht.

Pietro Lombardi

"Wenn sie nicht bei 'Love Island' dabei wäre..."

Pietro Lombardi
Pietro Lombardi verfolgt aufmerksam die aktuelle Staffel von "Love Island" und hat sich dabei sogar in eine Kandidatin verguckt.
©Gala

Als wir die Star-Fotografin zu einem Gespräch im Luxus-Hotel "Hotel de Rome" in Berlin treffen, wirkt sie leicht scheu. Und das ist keine künstliche Attitütide, es ist echt. Denn Ellen von Unwerth gibt nur wenige Interviews, ist so viel Aufmerksamkeit nicht gewohnt. Dennoch löst sie sich schnell aus ihrer Befangenheit - und verrät uns, was sie an Josefine Preuß sexy findet, welchen Star sie noch unbedingt shooten möchte und wie man auch als Durchschnittsfrau auf einem Foto gut aussehen kann.

Wie war das Shooting mit Josefine Preuß?

Sie war sehr aufregend und sehr überraschend. Ich war sehr überrascht, wie sie mitgemacht hat, wie sie sich verwandelt hat und wie lebendig sie war und was für eine unglaublich gute Schauspielerin sie ist – auch vor der Fotokamera, sie war wirklich toll.

Finden Sie sie sexy?

Ja, klar. Sehr. Auf eine sehr, kecke Art. Spritzig, berlinerisch, so wie man es sich vorstellt.

Welche Seite konnte Josefine besser verkörpern: verspielt oder sexy?

Sie konnte beides. Es war unglaublich. Erst sah sie aus wie eine kleine freche Göre, die rumgehüpft ist. Beim ersten Foto war sie gleich zwei Meter oben mit den Ballons. Und dann dachte ich: Was für ein süßes, freches Mädchen. Und: Wie machen wir das bloß jetzt mit der verführerischen Seite. Aber dann kam der rote Lippenstift drauf, die Augen wurden schwarz geschminkt, die schwarze Perücke auf den Kopf gesetzt und die sexy Klamotte angezogen. Und dann hat sie sich verwandelt. Ja, sie hat beides toll gemacht. Sie ist wirklich eine sehr gute Schauspielerin.

Was bedeutet für Sie Erotik?

Das ist ein Feeling. Für mich sind es die Augen, der Ausdruck, die Bewegung, der Moment, vielleicht etwas Verbotenes, Mysteriöses.

Wie schaffen Sie es, dass sich die Stars bei Ihnen so fallen lassen?

Ich gehe auf die Persönlichkeit der Leute ein und versuche, die Atmosphäre zu entschärfen, so dass sie locker werden. Ich verwende viel Musik, versuche gute Laune zu schaffen. Und ich denke, die meisten Leute kennen meine Bilder und wissen, was sie erwarten können und haben auch Vertrauen, gerade weil ich eine Frau bin.

Der letzte Schliff für Josefine Preuß

Was ist auf Ihrer Playlist für die Shootings drauf?

Ich habe oft Disco-Musik dabei. Ich liebe Disco-Musik, ich liebe Funk. Ich liebe Carmen Miranda und auch mal Jazz-Musik. Es ist eher eine Mischung, aber schon mehr Up-Beat. Das entspannt, auch das Team. Wir stehen dann alle da und wippen. Auch das Model fühlt sich dann wohler, schließlich wird es von 52 Leuten angestarrt, was unangenehm werden kann. Was dann natürlich auch für mich das Fotografieren komplizierter macht. Deswegen ist Musik sehr wichtig, um die Atmosphäre zu entschärfen.

Es gibt bestimmt auch Promis, mit denen es schwierig ist.

Ja, natürlich. Ich kann da jetzt keine Namen nennen. Aber die meisten kennen mich, haben mich gefragt, ob ich sie fotografieren will und sind dann auch voll dabei. Es ist selten, dass es schwierig ist.

Weil die Menschen vor der Kamera wissen, dass hinter der Kamera auch ein Star steht?

Oder einfach jemand, der sie gut aussehen lässt.

Wen würden Sie gern mal fotografieren?

Da gibt es viele. ich hätte so gerne Marilyn Monroe fotografiert. ich glaube, wir wären ein tolles Team gewesen. Das wäre ein Traum gewesen. Und bei den Männern Marlon Brando. Aber ansonsten: Angelina Jolie hätte ich gern fotografiert. Ich hoffe, dass das mal passiert. Aber es gibt immer wieder auch Überraschungen, die ungeplant kommen - wie zum Beispiel Josefine. Es ist immer wieder aufregend, neue Personen zu entdecken.

Josefine Preuß wird zur glamourösen Diva

Okay, wir schreiben, dass Sie sich ein Shooting mit Angelina Jolie wünschen. Dann meldet sie sich bestimmt!

Super! Wir haben da sogar schon mal drüber gesprochen. Das kommt bestimmt irgendwann mal.

Sie haben 2011 auch ein Shooting für „Germany’s Next Topmodel“ gemacht. Würden Sie es wieder tun?

Ich habe jetzt nichts geplant, aber wenn eine Anfrage kommt, warum nicht.

Wie finden Sie Heidi Klum?

Heidi ist super! Lustig und nett. Wir haben schon viel zusammengearbeitet. Sie ist eine tolle Frau, die es geschafft hat, sich vom reinen Model zu einer Business-Frau hochzuarbeiten. Cool!

Worauf sollte man achten, um auf einem Foto gut auszusehen?

Ich würde sagen: Lachen! Oder einen Kussmund machen…

Ah, ein Duckface!

Nein, kein Duckface! Kussmund! Duckface hört sich furchtbar an. Außerdem sollte man sich in ein gutes Licht drehen.

Ellen von Unwertn und Josefine Preuß: Spaß bei der Arbeit

Also Licht von vorne?

Würde ich sagen. Das ist für mich das beste Licht. Aber jeder hat da seinen eigenen Geschmack. Ich würde sagen: Licht von oben ist schon mal nicht gut. Aber das gibt’s ja leider überall. Ich mag es gar nicht, wenn man sich in Restaurants gegenübersitzt und dann dieses Licht von oben kommt. Auch in Hotels ist das so. Und diese grellen Neonlichter! Ich werde eine Kampagne dagegen starten (lacht).

Was halten Sie als professionelle Fotografin von Instagram? Da kann ja wirklich jeder seine Bilder öffentlich zur Schau stellen.

Ich muss mir ja nicht alles anschauen. Wenn Leute darüber kommunizieren, mit Freunden und Bekannten, ist das doch toll.

Sie haben auch einen eigenen Account.

Ja, den habe ich. Instagram ist schön und eine gute Art zu kommunizieren. Heutzutage ist Instagram schon irgendwie ein Muss, weil die Leute dort mehr hineinschauen als in Zeitschriften. Es kommen sogar Menschen auf mich zu und sage: Hey, Ich habe deinen Instagram-Account gesehen! Wahrscheinlich kennen einige von ihnen nicht einmal meine professionellen Aufnahmen.

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