Der Graf: Wer bist du wirklich?

Im "Gala"-Interview gewährt Der Graf Einblicke in seinen Alltag - und in seine Seele

Bei jedem Konzert wird Der Graf umjubelt, jeder Song seiner Band Unheilig wird zum Hit.

Doch wie der Sänger privat tickt, wissen nur wenige.

Ist Ihre Glatze gewollt oder von der Natur zwangsverordnet?

Früher habe ich lange Haare getragen. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es am Kopf immer dünner wurde.

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©Gala

War das schwer zu akzeptieren?

Nee. (lacht) Letztens haben sie mir auf so einer Society-Veranstaltung tatsächlich zwei Flaschen Alpecin ins Goody-Bag getan. Das fand ich komisch.

Ist Ihre Glatze gewollt oder von der Natur zwangsverordnet?

Früher habe ich lange Haare getragen. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es am Kopf immer dünner wurde.

War das schwer zu akzeptieren?

Nee. ( lacht) Letztens haben sie mir auf so einer Society-Veranstaltung tatsächlich zwei Flaschen Alpecin ins Goody-Bag getan. Das fand ich komisch.

Große Pose, viel dahinter: Im Jahr 2000 gründete Der Graf die Band Unheilig.

Ihr typisches Outfit - zur Glatze der Backenbart, zum Gehrock weißes Hemd und schwarze Krawatte - tragen Sie jetzt ungefähr zehn Jahre. Wie ist dieser Look entstanden?

1998 war das. Zu dem Zeitpunkt habe ich generell eine Menge geändert. Ich wog 116 Kilo und habe gedacht: Hey, du willst dich als Musiker selbstständig machen, da musst du fit sein! Also habe ich Sport gemacht, abgenommen - und dann wollte ich die Haare ebenfalls weghaben. War natürlich zuerst total Banane. Wenn man sich alles auf einmal abrasierst, sieht man aus, als würde man eine weiße Badekappe tragen. Und ich hatte dann auch noch die geniale Idee, ins So larium zu gehen ... Einmal das Sparprogramm auf dem Bräuner. Am Abend war mein Schädel knallrot.

Ebenfalls typisch für Sie ist es, dass Sie Ihr Privatleben geheim halten. Warum?

In meinem Outfit bin ich Der Graf. Man darf mich jederzeit ansprechen, mich um ein Foto und ein Autogramm bitten. Aber dann gibt es die Privatperson, die nie weißes Hemd und Krawatte trägt und auch mal durchatmen will. Meine Privatsphäre ist mir wichtig. Das bitte ich zu respektieren.

Mann darf Sie also nicht ansprechen, wenn Sie einem in Jeans und T-Shirt über den Weg laufen?

Doch, natürlich! Es ist noch nie vorgekommen, dass ich kein Autogramm gegeben habe. Nur Fotos sind in dem Fall nicht drin.

Kürzlich hat die "Bild"-Zeitung allerdings Fotos veröffentlicht, auf denen Ihr Haus zu sehen ist und Sie beim Einkaufen. Hat Sie das geärgert?

Klar habe ich mich nicht darüber gefreut. Aber ich kommentiere das nicht weiter.

Versuchen wir mal, über Ihre Musik ein Profil der Privatperson zu erstellen. Demnach leben Sie allein in einer Burg, sind ein verletzlicher Mensch mit einem großen Herzen, wandern abends einsam durch die Straßen …

Also, das mit dem Herz stimmt. Ich bin ein kleiner Romantiker und sensibel, aber verletzlich würde ich nicht sagen. In einer Burg lebe ich nicht. Ich mag es eher übersichtlich. Und der einsame Denker? Nein, ich bin ein sehr geselliger Mensch. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie.

Ihre engste Familie wird doch sicher dauernd nach Ihnen ausgefragt. Haben Sie da Stillschweigen verordnet?

Wenn Bekannte und Verwandte fragen, dann ist das okay. Ich will nur nicht, dass ein Presse-Tross oder jede Menge Fans bei meinen Eltern vor der Tür stehen. Sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Meine Familie soll durch meinen Erfolg keinen Nachteil haben und sich nicht in Situationen wiederfinden, mit denen sie nicht umgehen kann.

Sie könnten natürlich hier und jetzt reinen Tisch machen und Ihr Geheimnis lüften, dann wäre der Druck weg …

(Lacht und schüttelt den Kopf ) Oh, vielen Dank. Aber es gibt da gar keinen reinen Tisch zu machen. Ob ich nun als Der Graf unterwegs bin oder mit Kumpels beim Grillen, da gibt es keinen Unterschied.

Bei jedem Konzert wird Der Graf umjubelt, jeder Song seiner Band Unheilig wird zum Hit.

Trotzdem die Frage: Wer ist Der Graf wirklich?

Ich bin ein ganz normaler Typ von nebenan. Ein Typ, der sehr gern Musik macht, der das große Glück hat, im Augenblick seinen Traum zu leben. Von klein auf habe ich an diesem Traum gearbeitet, alles darauf ausgerichtet. Ich bin zur Bundeswehr gegangen, um Geld für mein Studio-Equipment zu verdienen. Ich habe Hörgeräteakustiker gelernt, einen Beruf, in den ich immer hätte zurückkehren können, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte. Ich habe das Glück, dass ich eine super Familie habe, die mich jahrelang unterstützt hat. Die in jeder Sekunde des Zweifelns zu mir gesagt hat: Mach weiter, du bist dafür geboren worden, das zu machen! Ohne meine Familie hätte ich das alles nie geschafft.

Sind Ihre Eltern stolz auf Sie?

Na klar. Sie kommen regelmäßig zu meinen Konzerten. Meine Mutter ist mein größter Fan. Ich glaube, Eltern machen sich ein Leben lang Sorgen, was aus dem Kind wird. Und wenn das Kind nicht mehr ganz jung ist und immer noch abhängig von ihnen, man immer noch die Miete zahlt, dann ist das nicht leicht. Zwölf Jahre haben mein Vater und meine Mutter mich unterstützt. Nun sehen sie: Es war richtig. Und ich wollte es ihnen natürlich beweisen. Den Moment, wo mein Vater zu mir sagte, dass er es großartig findet, was ich erreicht habe, werde ich nie vergessen. "Habe Träume, aber keine Spinnereien. Lern' einen anständigen Beruf, sei fleißig!" So haben mich meine Eltern erzogen. Aber nicht, dass das jetzt falsch rüberkommt: Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit

Allerdings sollen Sie doch sehr unter Ihrem Stottern gelitten haben.

Ja, genau deshalb lege ich Wert darauf klarzustellen, dass ich ein glückliches Kind war. Nicht dass die Leute denken: Himmel, aus was für einem Haus kommt der denn? Ich kann mich auch an kein Erlebnis erinnern, was das Stottern ausgelöst hat. Eines Tages, im Alter von sechs oder sieben, kam ich von der Schule nach Hause und habe gestottert. Und wenn du einmal die Angst hast, dass du kleben bleibst, wie ich’s nenne, dann bleibst du öfters kleben. Ein Teufelskreis. Ich habe mich zurückgezogen, kaum gesprochen. Eine Musiktherapie hat mir geholfen.

Singende Schauspieler

Diese Stars haben Musik im Blut

In der Schauspielbranche ist Kiefer Sutherland kein unbeschriebenes Blatt, wurde mehrfach für seine schauspielerischen Leistungen ausgezeichnet. Doch auch musikalisch hat der 52-Jährige einiges auf Lager. 2016 brachte er das Album "Down in a Hole" auf den Markt. 
Mit seiner Band "The Jazz Kids" tritt Schauspieler Tom Schilling in Hannover auf. Es gibt sogar ein Debütalbum, mit dem Namen "Vilnius".
Überraschungsgast bei Coldplay: Chris Martin bittet plötzlich Schauspieler Michael J. Fox auf die Bühne. Gemeinsam spielen sie die Hits aus dem Film "Zurück in die Zukunft".
Im Kino ist Bruce Willis meistens dafür zuständig die Welt zu retten. Auf der Bühne beweist der Schauspieler aber auch seine musikalische Seite. Seine Platte "The Return of Bruno" beispielsweise ist mit Platin ausgezwichnet worden.

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Ihre Musik, Ihre Bühnenauftritte sind immer sehr dramatisch. Wie sorgen Sie für Bodenhaftung ?

Indem ich nach Hause fahre. Wenn es sich einrichten lässt, fahre ich lieber mehrere hundert Kilometer, als in ein Hotel zu gehen. Manchmal ist das skurril. Da trete ich in einem Stadion vor 40 000 Leuten auf, und eine Stunde später sitze ich bei mir zu Hause und trinke eine Tasse Kaffee. Ich glaube, wenn ich keine so intakte Familie hätte, hätte ich auch Probleme, mit dem Erfolg umzugehen.

2008 mussten Sie wegen Erschöpfung eine Tour abbrechen. Seitdem leben Sie gesünder. Sind Sie heute Kalorien zähler?

Allerdings, weil ich sonst aufgehe wie ein Hefeknödel. Ich bin ein Genussmensch. Schokolade liebe ich. Wenn ich mir ein Brötchen nehme, rechne ich durch: halbes Brötchen, belegt - 250 Kilokalorien. Ich darf am Tag nicht mehr als 2200 Kilokalorien zu mir nehmen. Außerdem habe ich aufgehört zu rauchen. Ich jogge, fahre Rad.

Ihr Hit "Geboren um zu leben" soll in Deutschland das meistgespielte Lied auf Beerdigungen sein. Stimmt das?

Fast, das hat eine Umfrage einer einschlägigen Online-Seite ergeben. Da stehen wir auf Platz zwei hinter "Time To Say Goodbye". Aber es ist wohl auch so, dass "Unter deiner Flagge" auf standesamtlichen Hochzeiten oft gespielt wird. Und Unheilig-Fans lassen gern "Mein Stern" bei Geburten im Kreißsaal laufen. Der Song ist ja schön lang und sphärisch. Da hat man Zeit für die Wehen. Hauke Herffs

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