David Kross im Interview: Das will er niemals vergessen

In seinem neuen Kinofilm "Boy 7" verkörpert David Kross seit dem 20. August einen jungen Mann, der sein Gedächtnis verloren hat. Im Interview mit Gala.de verriet der Schauspieler unter anderem, was er niemals vergessen wollen würde

David Kross

Wie wäre das wohl, wenn Sie wie Ihre Filmfigur Ihr Gedächtnis wirklich verloren hätten?

Das finde ich total unvorstellbar. Vielleicht ist es wie dieser Moment, in dem man aufwacht und kurz nicht weiß, wo man ist – der dauert dann aber natürlich nur ein paar Sekunden. Ich bin ja momentan mit dem Film auf Kino-Tour und in Augsburg kam ein Junge zu uns, der hatte einen Unfall und wirklich sein Gedächtnis komplett verloren und sich den Film angeschaut. Da war ich total geschockt, aber er meinte danach, dass er mit dem Film voll etwas anfangen konnte und dass er ihn berührt hat.

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Was würden Sie selbst denn niemals vergessen wollen?

Sehr schwierig. Ich glaube aber, dass ich meine Kindheit nicht vergessen wollen würde. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und hatte immer das Gefühl, wahnsinnig viel Zeit zu haben. Man konnte viel ausprobieren, war viel draußen – es war einfach eine sehr schöne Kindheit, diese Erinnerungen möchte ich nicht missen.

Was war das Tollste an den Dreharbeiten?

Das Tollste war für mich, mal in einem Thriller mitspielen zu können, weil ich noch nicht so oft die Chance dazu hatte, weil in Deutschland einfach nicht so viele Genrefilme produziert werden. Daher hat mich das total gefreut. Außerdem gab es auch bei den Dreharbeiten viel Neues für mich. Ich musste für eine Szene quasi Kameramann spielen, da wurde mir eine Kamera auf den Rücken geschnallt. Oder die Unter-Wasser-Szenen, die waren auch eine ganz neue Erfahrung und total spannend für mich.

Und das Schlimmste bzw. Schwierigste?

Vermutlich die Unter-Wasser-Szene mit Emilia Schüle, weil man fast gar nichts gesehen hat und so tun musste, als ob man den anderen ganz klar sieht.

Wann war für Sie klar, dass Sie unbedingt in dem Film mitspielen möchten?

Ziemlich schnell. Ich wollte unbedingt mal in einem Thriller mitspielen und fand die Geschichte noch dazu super. Ich wollte immer schon in einem so spannenden Film mitspielen, wo man als Zuschauer in einen Sog reingezogen wird.

Wie haben Sie sich denn genau auf die Dreharbeiten vorbereitet?

Ich habe mich zum Beispiel mit einem Hacker getroffen, das war ganz interessant, wie der spricht und was er für Ausdrücke hat.

Sagen Sie mal so einen typischen Hacker-Spruch!

Ich habe den Exploit genutzt wäre so einer.

Bedeutet?

Bedeutet, dass man eine Schwachstelle im System gefunden hat und dadurch kommt. Ansonsten tippen die auch wahnsinnig schnell, da war ich schon überrascht, weil das schon fast ein bisschen übertrieben und ruckartig aussah.

Was war der beste Tipp, den Sie als Schauspieler bekommen haben?

Sei immer vorbereitet! Stephen Daldry (Regisseur von "Der Vorleser") hat mir gezeigt, wie man vor einem Film richtig recherchiert. Vorher habe ich mich "nur" an das Drehbuch gehalten und habe mich nicht richtig mit der Zeit beschäftigt, in der der Film spielt. Das war bei "Der Vorleser" das erste Mal anders.

Seit "Der Vorleser" oder "Gefährten" sind Sie ja quasi unser Mann in Hollywood - steht bald wieder eine internationale Produktion an?

Es kommt im April ein Film raus, der heißt "Race" und handelt von dem afroamerikanischen Sprinter Jesse Owens, der während der Olympiade 1936 so gut wie alle Goldmedaillen gewonnen hatte. Den habe ich in Montreal gedreht und der kommt dann vor der Olympiade in die Kinos.

Was sagen Sie dazu, dass Max Riemelt für "Sense8" in einer international produzierten Netflix-Serie mitmacht? Kennen Sie sich?

Ich kenne Max Riemelt und freue mich total für ihn. Find ich klasse und das ist eine tolle Chance für ihn, in so einer internationalen Serie mitzuspielen. Es werden ja auch immer mehr Serien produziert, die drängen ja schon fast das Kino weg. Aber ich habe mich wirklich sehr für ihn gefreut.

Wär das denn auch Ihr Ding, in einer Serie mitzuspielen?

Klar! Das würde ich total spannend finden. Ich glaube es ist eine tolle Erfahrung, über einen längeren Zeitraum eine Rolle zu spielen. Da hat man viel mehr Zeit, einen Charakter zu entwickeln – das würde mich schon reizen.

Was ist dein Tipp an deutsche Schauspieler, die eine internationale Karriere anstreben?

Man muss die Leidenschaft für diesen Job haben. Es muss einem ums Schauspielern selbst gehen und nicht ums Drumherum. Das wäre die falsche Motivation. Wenn einem das Schauspielern an sich Spaß macht, kommt eine Karriere meiner Meinung nach automatisch. Ich will Schauspieler sein und schauspielern – und ich finde, das ist die richtige Motivation, um erfolgreich zu sein.

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