Damian Hardung im Interview: So tickt der Star aus "Club der roten Bänder"

Die Vox-Serie "Club der roten Bänder" hat einen super Quoten-Start hingelegt. Im Interview mit Gala.de spricht Hauptdarsteller Damian Hardung über seine Rolle als Krebspatient Jonas, sein Privatleben und die sozialen Medien

Damian Hardung in Zahlen: Er ist 17 Jahre jung, Abiturient, der die 12. Klasse eines Gymnasiums besucht und einen beneidenswerten Notenschnitt von 0,7 hat. Klingt nach einem unsympathischen Streber, den man gar nicht mögen möchte und der seine Nase nur in den Büchern hat. Weit gefehlt! Der charmante und eloquente Schüler aus Köln verkörpert seit Kurzem in der Erfolgsserie "Club der roten Bänder" den Krebspatienten Jonas, dem das Bein amputiert werden muss. Für die Rolle hat sich der Schauspieler eine Glatze rasiert und verriet im Interview mit Gala.de nicht nur, wie traumatisch der Blick in den Spiegel danach war, sondern bewies auch, wie reif er für sein Alter schon ist.

Das ist deine erste große Rolle – spürst du momentan viel Druck?

Den größten Druck habe ich mir selbst gemacht. Vor allem während der Dreharbeiten, als ich Albert Espinosa kennengelernt habe, auf dessen Geschichte die Serie ja auch beruht, habe ich mir einfach den Druck gemacht, dass ich dem Ganzen gerecht werden muss. Ich muss ihn auch in einer würdigen Art und Weise darstellen, weil das für so viele Menschen real und wichtig ist. Jetzt bricht die Erleichterung aus. Es hat geklappt, die Serie ist beim Zuschauer gut angekommen. Ich habe auch gemerkt, wie viele Leute davon berührt waren. Die Serie schenkt ihnen Hoffnung und Mut.

Du hast Albert Espinosa erwähnt. Wie war euer Treffen?

Ja, er hat uns kurz am Set besucht und meine erste Frage an ihn war, welchen Charakter aus der Serie ihn im echten Leben darstellt. Da hat er mir verraten, dass er sowohl Leo, als auch Jonas ist. Meine Figur Jonas, symbolisiert ihn, wie er anfangs noch unerfahren in die Klinik kommt und Leo spiegelt wider, wie er dann durch seine jahrelangen Erfahrungen im Krankenhaus zum Löwen wird.

Bestimmt eine tolle Erfahrung, die echte Person hinter deinem Charakter kennenzulernen…

Und wie! Und in der kurzen Zeit, die wir miteinander hatten, habe ich gemerkt, wie wichtig ihm das war, uns kennenzulernen.

Albert Espinosa (Mitte) besucht den Set von "Club der roten Bänder"

Wie kann man sich dein "neues Leben" nun vorstellen? Was hat sich verändert?

Also, ich gehe immer noch in die Schule. Ich habe ein super Feedback für mich und die Serie bekommen. Viele Menschen schreiben mir über verschiedene Social-Media-Seiten. Das bedeutet mir viel.

Wirst du auf der Straße von Fans erkannt?

Ja, aber nur manchmal. Dann bin ich immer hin und weg. Wenn es nicht zu viel wird, ist das definitiv lustig. Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann nervig ist, aber im Moment finde ich das toll.

Du bist bei Instagram und Facebook aktiv. Postest du denn auch mal Privates?

Ich überlege schon genau, was ich poste. Man muss ja nicht alles mit der Öffentlichkeit teilen. Aber natürlich dürfen auch mal private Schnappschüsse dabei sein. Ich versuche, ein gutes Mittelmaß zu finden.

Dann vermutlich keine Selfies mit der Freundin. Dass du vergeben bist, stimmt aber, oder?

Ja, ich habe seit einem halben Jahr eine Freundin.

Aber mehr willst du nicht über sie preisgeben?

Nein.

Ist sie denn auch Schauspielerin?

Nein, das finde ich auch gut so. Wir haben andere Dinge als die Schauspielerei, die wir miteinander teilen. Ich will ja auch nicht nur über das Thema reden.

Was hat dich an der Rolle besonders gereizt? Du hast ja auch für die Rollen des "Toni" und des "Alex" vorgesprochen, oder?

Genau! Das Schöne an der Serie ist, dass jede Rolle ihren Reiz hat. Was ich an "Jonas" herausragend finde, ist, dass er so normal erscheint. Man kann sich mit ihm so gut identifizieren.

Man erlebt mit ihm zusammen, wie er ins Krankenhaus kommt und kann dadurch alles gut nachempfinden.

Hattest du in deinem Leben auch mal so ein einschneidendes Erlebnis?

Nicht so wie bei Jonas. Aber ich hatte letztes Jahr einen Schienbeinbruch. Da konnte ich ein Jahr lang keinen Sport mehr machen und war plötzlich an die Wohnung gefesselt. Das hat mich natürlich aus meinem "normalen" Leben katapultiert, weil ich jemand bin, der einfach extrem viel Sport macht. Da verliert man dann den Anschluss an die Freunde, die man davor sonst viel gesehen hat. Das war schon schwer. Da kann man den Vergleich zu Jonas ziehen, der aus seinem Leben gerissen wird und im Krankenhaus festsitzt.

Du willst Medizin studieren - haben dich die Dreharbeiten im Krankenhaus darin bestärkt?

Auf jeden Fall. Natürlich haben mich die Dreharbeiten aber auch dazu motiviert, die Schauspielerei weiter zu verfolgen, aber auch darin bestärkt, meinen Traum, Medizin zu studieren, nicht aufzugeben. Ich will mir aber alle Türen offenhalten und mich nicht festlegen.

Wie war die Szene für dich, als du dir die Haare abrasieren musstest?

Das war meine allererste Szene und den Moment werde ich sicher niemals vergessen, weil es für mich natürlich auch eine Überwindung war, die Haare abzurasieren. Deswegen musste ich da als Damian gar nicht so viel spielen. Ich musste nur meine Gefühle als die von "Jonas“ verpacken. Das war für mich sehr emotional und ich brauchte auch danach etwas Zeit, um wieder runterzukommen. Wenn man immer lange Haare hatte und sich im Spiegel dann plötzlich ganz ohne, mit einer Glatze, sieht, dann ist das erstmal ein Schock-Moment.

Was sagen deine Freunde zu deinem neuen Look?

Die Reaktionen von meinen Freunden waren extrem lustig, die werde ich nie im Leben vergessen. Als ich das erste Mal vor denen stand, brauchten sie zunächst ein paar Sekunden, um zu merken, dass ich es bin. Und alle wollten natürlich die Glatze anfassen.

Wie waren die Dreharbeiten mit nur einem Bein? Wie kann man sich das vorstellen, wurde dir das Bein dann weggeschnallt?

Genau, das wurde mir weggeschnallt. Mit Gips und Silikon wurde mir dann der Stumpf modelliert. Als ich am ersten Tag ins Produktionsbüro in die Requisite gegangen bin, wurde ich dann zum ersten Mal so in den Rollstuhl gesetzt. Erst in diesem Moment wurde mir klar, dass wir das wirklich so drehen. Ich dachte vorher, dass das in der Post-Produktion gemacht werden würde. Anfangs tat es auch weh, weil man als Fußballer ja nicht so dehnbar und in der Oberschenkelmuskulatur ein bisschen steif ist. Das hat echt lange gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe. Aber ich konnte nie länger als 15 Minuten so sitzen.

Warum, glaubst du, hatte die Serie so einen super Quoten-Start?

Weil die Serie einfach so viele Facetten hat und weil sie so viele Menschen anspricht. Dass man durch die Bank weg so ein gutes Feedback bekommt, ist sehr selten. Ich glaube auch, sie kommt so gut an, weil sie wirklich auf einer wahren Geschichte beruht und so echt ist. Auch, dass wir als junge Patienten aus unserer Sicht diese Geschichte schildern. Wir versprühen damit so viel Hoffnung, weil Kinder immer das Positive sehen, auch wenn es naiv ist – ganz egal. Sie halten sich an etwas fest und das macht die Serie so schön. Man kann so leicht mit den Charakteren mitfühlen, die so viele Schwierigkeiten in ihren Leben haben. Und trotzdem machen sie weiter – das hat etwas total Ermutigendes.

Glaubst du an eine zweite Staffel?

Ich hoffe natürlich, dass es eine zweite Staffel geben wird.

Wärst du denn dabei?

Ich habe große Lust drauf. Die Serie macht mir so viel Spaß. Ich liebe "Jonas" für all seine Macken, die er hat. Für all seine Naivität, die er aufweist. Für all die Fehler, die er macht. Es macht total viel Spaß, ihn zu spielen. Ich würde dann hoffen, dass die Dreharbeiten dann nicht in den Zeitraum fallen, wo ich Abitur mache, aber ich habe total Lust drauf. Wenn ich das Angebot bekäme, würde ich alles versuchen, die Rolle auch zu spielen.

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