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Coco O von Quadron "Ich habe oft gedacht, dass ich niemanden finde"


Ihr Song "Hey Love" hat Sommerhit-Potential und Stars wie Jay-Z outen sich als Fans: Coco O vom dänischen Duo "Quadron" hat im Interview mit Gala.de über die Karriere, ihren Kollegen Robin und unerfüllte Liebe gesprochen

Als Coco O und Robin Hannibal sich vor rund acht Jahren kennenlernten, war es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick: Die Sängerin, damals gerade zarte 17, und der Musikproduzent waren schon vor ihrem ersten Treffen Fans voneinander - und taten sich sofort zusammen. Als Duo "Quadron" (dänisch für ein Viertel, Robin und Coco haben jeweils zu einem Viertel afrikanische Wurzeln) schrieben sie ihre ersten Songs, das Debütalbum "Quadron" folgte. "Wir hatten keine Ahnung, wohin das geht", sagt Frontfrau Coco - die mittlerweile für den Film "The Great Gatsby" mit Jay-Z zusammengearbeitet hat und Sängerinnen wie Adele zu ihren Fans zählen kann - heute.

Ein Satz, der lange auch zu ihrem Privatleben gepasst hat: Auf der Suche nach dem Mann fürs Leben musste Coco, die mit bürgerlichem Namen Coco Maja Hastrup Karshøj heißt, immer wieder Enttäuschungen verkraften. Erst jetzt, mit 25 Jahren, hat sie ihren ersten Freund - wie passend, dass ihr aktueller Hit aus dem neuen Album "Avalanche" den Titel "Hey Love" trägt.

Ihr thematisiert in Euren Songs oft sehr persönliche Dinge. Zögerst du manchmal, bevor Du über Dein Privatleben singst?

Die Tatsache, dass ich nie einen Freund hatte war etwas, wofür ich mich lange Zeit wirklich geschämt habe. Aber dann habe ich realisiert, dass ich das in meinen Texten verarbeiten kann. Und ich denke, es gibt viele Frauen, die sich damit identifizieren können. Es gibt so viele Liebeslieder, in denen es um Menschen geht, die gerade in einer Beziehung sind oder sich getrennt haben. Aber dieses Thema wird viel zu selten angesprochen.

Wie haben die Leute reagiert, wenn Du von Deinem Problem erzählt hast?

Sie waren regelrecht geschockt und konnten nicht verstehen, warum ich Single war. Ich bin ja nicht unattraktiv oder verrückt oder so. Aber ich hatte auch keine Erklärung dafür. Ich hatte einfach noch nicht den Richtigen getroffen, das war alles. Eine Liebe oder einen Partner zu finden, ist für die meisten etwas ganz Normales. Aber es kann sehr schwierig sein, jemanden zu treffen, der zu einem passt. So viele Dinge müssen stimmen.

Hast Du an Dir gezweifelt?

Oh ja, ich habe oft gedacht, dass ich niemanden finde. Eigentlich bin ich nämlich sehr romantisch und war regelmäßig verliebt, seit ich zehn war. Ich habe bestimmt hundert Mal gedacht: 'Oh Gott, das ist der Vater meiner Kinder'. Aber mehr als eine Schwärmerei wurde nie daraus.

Mittlerweile bist Du aber vergeben ...

Ja, ich habe meinen Freund vor zwei Monaten getroffen und ich bin sehr glücklich mit ihm.

Wo habt Ihr Euch kennengelernt?

In den USA, in einer Bar. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ausgerechnet an so einem Ort jemanden treffe. Es war genauso, wie alle immer gesagt hatten: Es wird passieren, wenn ich es am wenigsten erwarte.

Wird sich die Musik von "Quadron" ändern, jetzt wo Du einen Freund hast?

Ich habe noch nichts geschrieben, seit wir zusammen sind. Aber ich denke schon, dass unsere Musik ein bisschen positiver wird. Jedenfalls wird sich unser Stil immer weiter entwickeln, weil Robin und ich uns ja auch ändern.

Apropos Robin: In einem Interview hast Du mal gesagt, dass er Deine größte Inspiration ist. Was ist das besondere daran, mit ihm zu arbeiten?

Wir haben die gleiche Herangehensweise an etwas und sind uns sehr ähnlich. Alles muss bei uns immer perfekt sein. Wir sind sehr detailverliebt. Im Studio haben wir immer eine tolle Energie. Wenn er mit einer Idee kommt, inspiriert er mich zu mehr. Und wir ergänzen uns perfekt: Ich trete auf und gebe Interviews, Robin hält sich als Songschreiber und Produzent lieber im Hintergrund.

Seit Ihr Euch vor ein paar Jahren getroffen habt, ging es mit Eurer Karriere schnell bergauf. Gab es einen Punkt, an dem Du gedacht hast: Jetzt werden wir berühmt?

Coco O im Interview mit der Gala.de-Redakteurin Andrea Zernial.
Coco O im Interview mit der Gala.de-Redakteurin Andrea Zernial.
© Gala

Irgendwann haben wir immer mehr Aufmerksamkeit bekommen. Leute aus Los Angeles und New York fanden uns gut. Es wurde ernster, als wir erwartet hatten. Als wir dann unseren ersten Vertrag bei einem Label in Los Angeles unterschrieben haben, war das der größte Schritt für uns.

Mittlerweile sind Musiker wie Adele Fans von Euch. Wie fühlt sich das an?

Es schön zu wissen, dass Musiker, die ich selbst toll finde, auch mich mögen. Jetzt hören sie meine Musik – das ist so witzig. Ein großes Kompliment. Aber natürlich muss ich mich auf meine eigene Musik konzentrieren.

Du hast sogar mit Jay-Z zusammengearbeitet: Für den Soundtrack von Baz Luhrmans Film "The Great Gatsby" hat er Deinen Song "Where The Wind Blows" ausgewählt. Wie kam es dazu?

Der Song war schon fertig, als ihn jemand für das Album vorschlug. Ich hatte gar keine großen Erwartungen, aber sie mochten ihn und ich war dabei.

Hast Du Jay-Z oder die Hauptdarsteller des Films kennengelernt?

Nicht wirklich. Jay-Z sie ist ein sehr beschäftigter Mann und hat nicht viel Zeit. Aber ich habe Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire bei der Premierenparty von "The Great Gatsby" gesehen. Es war interessant, die ganzen Stars zu beobachten, während ich an der Bar stand und ein Glas Champagner getrunken habe.

Momentan machst du Werbung für Euren neuen Hit "Hey Love", im August kommst du wieder nach Deutschland. Was steht in der Zwischenzeit an?

Ich fliege nach Los Angeles und werde viel Zeit mit Freunden und meinem Liebsten verbringen. Und ich werde Surfen. Das habe ich noch nie gemacht, also mal sehen, ob es klappt. Ich befürchte nur, dass ich nie sicher auf dem Brett stehen werde. Aber egal: Wenn man nicht aufgibt, macht es bestimmt viel Spaß.


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