Club der roten Bänder: Ivo Kortlang im Interview

In der Erfolgsserie "Club der roten Bänder" verkörpert Ivo Kortlang den "schlauen" Toni - im Interview mit GALA verrät der Schauspieler, was wirklich hinter seinem Seriencharakter steckt

Ivo Kortlang

Toni landet nach einem Moped-Unfall im Krankenhaus und trifft dort unter anderem auf Patienten wie Emma, Jonas oder Leo. Er hat eine milde Ausprägung des Asperger-Syndroms und "funkt" auf einer anderen Frequenz. Dadurch hat er aber auch eine besondere Fähigkeit, die Serien-Liebling Ivo Kortlang uns im Interview verraten hat.

Was ist Toni für ein Mensch?

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Um Toni verstehen zu können, muss man wissen, dass er Autist ist. Sein Opa sagt gerne, dass er besonders ist. Er ist ein sehr ehrlicher, direkter Mensch, der gar nicht lügen kann und der sich sehr um sein Umfeld kümmert. Und für den Freunde und Familie sehr wichtig sind.

Und was ist seine spezielle Position in dem Club?

Toni ist der Schlaue und diese Position hat die Figur innerhalb der Gruppe, weil er ganz besonders schlau ist, da er mit Hugo reden kann.

Glaubst du selber daran, dass so etwas möglich ist?

Sehr interessante Frage… Ich habe mal ein Buch einer Ärztin gelesen, die irgendwann nur noch Sterbende begleitet hat und seitdem ich das gelesen habe, glaube ich daran, dass so etwas möglich sein kann, ja. Vielleicht nicht in dieser Form, aber, dass es möglich ist.

Albert Espinosa hat euch ja am Set besucht - was hat er dir gesagt?

Bei unserem ersten Treffen hat er uns erzählt, dass es all diese Personen wirklich gab. Dann habe ich noch mal mit ihm telefonieren können, weil ich noch ein paar Fragen zu Toni hatte. Mir gegenüber ist er besonders auf die Beziehung zwischen Toni und seinem Opa eingegangen. Er hat gesagt, Toni hat immer so getan, als wäre er hilflos, aber er wollte seinem Opa nur das Gefühl geben, gebraucht zu werden.

Toni und sein Opa haben eine innige Beziehung zueinander.

Hat der "echte" Toni denn wirklich mit dem "echten" Hugo kommunizieren können?

Albert hat tatsächlich erzählt, dass es der echte Toni wirklich behauptet hat. Es wurde ihm aber nie wirklich geglaubt.

Wie schwierig ist es, einen geistig Behinderten glaubwürdig darzustellen?

Ich hatte nie das Gefühl, dass Toni geistig behindert ist. Er nimmt die Realität einfach anders wahr. Für mich bedeutet geistig behindert auch viel mehr, dass sich Menschen gar nicht mehr ausdrücken können. Auch die Realität gar nicht mehr erfassen können. Aber natürlich ist Toni eine besondere Rolle. Für mich war es einfach schwierig, mein Verständnis von der Realität so umzuformen. Toni reagiert auf gewisse Emotionen und Dinge einfach ganz anders. Am Anfang war es schwierig, sich dazu ein Konstrukt zu bauen.

Hat dich besonders an der Rolle gereizt, dass Toni besonders ist?

Dazu muss man sagen, dass ich am Anfang gar nicht für die Rolle vorgesehen war, sondern ich wurde für die Rolle von Alex gecastet. Dementsprechend war es eine riesige Überraschung für mich, da Alex ja ein totaler Kontrast ist. .. Aber im Nachhinein bin ich auch sehr froh darüber, dass ich diese Chance hatte. Erstmal, weil es etwas komplett Neues für mich war und weil es sehr viel Spaß gemacht hat, immer mit so einer Direktheit zu spielen. Und mit so einer Offenheit, das fand ich sehr berührend.

Wie hast du dich sonst noch auf die Rolle vorbereitet?

Ich hatte das Glück, mit einem Therapeuten reden zu können, der Autisten schon seit 20 Jahren begleitet. Der hat mir bei der Rollenfindung sehr geholfen.

Mit "Jonas" versteht sich "Toni" super - Freundschaften sind dem Autisten sehr wichtig.

Die Serie beruht ja auf wahren Begebenheiten - schon magisch, oder?

Natürlich. Einerseits macht es die ganze Geschichte auch viel stärker, wenn es wirklich passiert ist. Und es hilft einen auch, da viel besser reinzuschlüpfen. Und sie funktioniert natürlich auch, weil sie in echt passiert ist. Sie kann den Menschen in Leidenssituationen helfen.

Hat euch Albert Espinosa eigentlich die Möglichkeit gegeben, die wahren Charaktere hinter euren Rollen kennenzulernen?

Gute Idee, ich habe gar nicht darüber nachgedacht, ihn zu fragen.

Albert Espinosa, der Autor der Buch-Vorlage von "Club der roten Bänder", auf Set-Besuch.

Wie kann man sich dein "neues Leben" nun vorstellen - hat sich viel verändert?

Ich bin schon eine Weile Schauspieler, aber vor allem bei Facebook explodiert das gerade total – im positiven Sinn. Menschen schicken einem sehr berührende Nachrichten und erzählen aus ihrem Leben und wie man ihnen durch die Rolle geholfen hat. Das hat sich geändert, dass ich mehr Rückmeldung und Feedback bekomme.

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