Club der roten Bänder Fiesling "Alex" im Interview

Timur Bartels
Timur Bartels
© VOX/Martin Rottenkolber
Spoiler-Alarm! Im Staffelfinale von "Club der roten Bänder" wird es um Serien-Fiesling "Alex" besonders emotional - Darsteller Timur Bartels sprach im Interview mit GALA über seine Rolle

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Es war DER TV-Aufreger der vergangenen Woche: In dem Fernseh-Hit "Club der roten Bänder" erlag "Alex Breidtbach" den Serientod. Unverständnis, Betroffenheit und Schock machten sich nicht nur bei den treuen Fans der beliebten Vox-Sendung, die sich übrigens über eine zweite Staffel freuen darf, breit. Auch Serien-Fiesling und -Liebling Timur Bartels selbst hat den Tod seiner Figur noch nicht verkraftet und bewies im Interview, was für ein großes Herz er hat, wie das Verhältnis zu seinen Fans ist und wie wichtig ihm die Serie ist.

Wie waren die Reaktionen nach der letzten Folge?

Die Zuschauer waren total schockiert und traurig, ich habe auch unendlich viele Nachrichten auf Facebook dazu bekommen. Aber es ist einfach eine wahre Geschichte. Und das ist einfach die Realität, da gibt es eben nicht immer ein Happy End. Es verschärft aber die Message.

Die 2. Staffel wurde bestätigt, kannst du dir vorstellen, dass Alex in irgendeiner Form zurückkommt?

Vorstellbar wäre das natürlich - mal gucken.

Wärst du denn dabei, oder ist für dich das Kapitel "Club der roten Bänder" abgeschlossen?

Für mich persönlich habe ich noch überhaupt nicht damit abgeschlossen. Wenn gedreht wird werde ich auf alle Fälle einen Besuch am Set abstatten, aber wie es mit der Rolle Alex weitergeht, dazu hat Vox noch nichts gesagt.

Du wusstest ja schon im Vorfeld, dass deine Serienfigur sterben wird. Wie war das für dich?

Ja, ich wusste von Anfang an, dass er stirbt. Aber ich wollte Alex trotzdem auf alle Fälle spielen, weil er von Anfang bis Ende der Staffel eine wirklich große Reise und Entwicklung macht - was man ja am Anfang nicht unbedingt vermutet hätte. Die Message, die er mitbringt, hat mich sehr gereizt.

In welcher Clique warst du in der Schule?

Ich war in allen möglichen Cliquen. Früher war ich schüchterner, aber ich habe mich mit allen gut verstanden.

Also kein fieser Mobber oder Tyrann, wie Alex zu Anfang?

Nee, auf keinen Fall.

Wie schwierig war es für dich, einen fiesen Idioten zu spielen?

Es war schon eine sehr große Herausforderung, weil ich vorher noch nie so eine "Arschloch-Rolle" gehabt habe. Aber das Schwere daran war, nicht einfach nur ein Arschloch zu spielen, sondern ein Arschloch, das man nachvollziehen kann, zu spielen. Es hat ja seine Gründe, warum er so ist, wie er ist.

Besonders zu einem Klassenkameraden bist du in der Serie sehr grausam…

Ja, bei dem habe ich mich dann hinterher auch entschuldigt (lacht). Vorher nicht, weil das natürlich die Spannung rausgenommen hätte.

Man kann schon erahnen, dass Alex vermutlich im Kern das größte Herz hat – warum war er so fies?

Weil er einsam ist. Das Problem von Alex ist, dass er am Anfang keine Familie hat, in der es einen starken Zusammenhalt gibt und die ihn bedingungslos liebt. Er hat einen karrieregeilen Vater, aber die Familie ist ja so ein Grundbedürfnis und sollte eigentlich eine Konstante im Leben sein. Alex hat sich halt von seinem Vater abgeschaut, wie der sich verhält. In der Schule führt Alex dann so eine Art "Terror-Regime", er hat sich seine Freunde mit "Gewalt geholt". Leute, die einfach Angst vor ihm haben und deshalb auf seiner Seite sind. Erst im Krankenhaus lernt er, was wahre Freundschaft ist.

Also konntest du dich gut in deine Rolle hineinversetzen?

Auf jeden Fall. Ich konnte es vollkommen nachvollziehen und kann Alex total verstehen. Es gibt so viele Familien und Kinder in Deutschland, in denen es Dramen gibt, wo sich die Eltern scheiden lassen. Das ist schon sehr hart. Aber das Schöne an Alex ist, dass der Zuschauer sieht, dass man auch in Freunden eine Familie finden kann. Wie zum Beispiel im "Club der roten Bänder".

Ivo Kortlang, Luise Befort, Nick Julius Schuck, Albert Espinosa, Tim Oliver Schultz, Timur Bartels, Damian Hardung
Albert Espinosa (Mitte) besucht das Set von "Club der roten Bänder"
© VOX/Martin Rottenkolber

Hattest auch du persönlich mal so einen Schicksalsschlag, wie ihn die Kids im Krankenhaus erlebt haben?

Ich persönlich lag noch nie lange im Krankenhaus. Aber ich habe Freunde, die am Herzen Probleme haben. Auch welche, die Krebs haben.

Sprechen dich viele Fans an und wirst du viel von den Leuten erkannt?

Das passiert schon öfter. Viele wollen Fotos machen - natürlich am liebsten mit den Bändern. Aber es gab mal jemanden, der gedacht hatte, dass ich als Mensch tot wäre. Der meinte dann "Alex ist doch tot", aber er hat dann relativ schnell gemerkt, dass es nur eine Rolle ist und ich Schauspieler bin.

Wie hat dich die Rolle/die Serie persönlich verändert? Hat sich etwas geändert in deinem Leben?

Albert Espinosa hat ja die Buchvorlage zur Serie geschrieben und darin vermittelt er super wichtige Werte und Tipps fürs Leben. Vieles davon kannte man natürlich schon vorher, aber die Geschichte hat einem noch mal verdeutlicht, wie wichtig es ist, optimistisch zu sein. Ich glaube, dass Optimismus mit das Wichtigste im Leben ist. Aufgeben darf keine Option sein! Das hat mich schon total verändert.

Gala

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