Club der roten Bänder: "Hugo" im Interview

Jungschauspieler Nick Julius Schuck hat im Interview mit GALA verraten, wie schwer die Rolle des Komapatienten "Hugo" wirklich für ihn war und was seine Klassenkameraden zu seinem Erfolg gesagt haben

Nick Julius Schuck

Er ist zwar das Küken aus "Club der roten Bänder", doch hat Nick Julius Schuck eine umso ernstere Rolle in der beliebten Serie. Der Jungschauspieler verkörpert den Komapatienten "Hugo", der seit zwei Jahren reglos in seinem Bett liegt. Als Clubmitglied hat er in der TV-Clique die Funktion vom "guten Geist". Außerdem führt er die TV-Zuschauer als Erzählstimme durch die Krankenhaus-Sendung und begeisterte besonders vergangene Woche im großen Staffelfinale.

Was sagen deine Mitschüler dazu, dass du bei "Club der roten Bänder" mitspielst? Wirst du schon mal von Fans angesprochen, die dich erkennen?

Amal + George Clooney

Sie erneuern ihr Eheversprechen

Amal und George Clooney
Menschenrechtsanwältin Amal Clooney und Schauspieler George Clooney möchten nach fünf Jahren Ehe ein zweites Mal Ja sagen.
©Gala

Meine Mitschüler finden das glaube ich auch toll. Es gibt aber auch immer mal ein paar Leute, die von den Dreharbeiten nicht so viel halten. Aber meine besten Freunde finden es toll. Es war echt witzig, als wir zusammen an einem Plakat von Club der roten Bänder vorbeifuhren und sie sagten "...ey, den kenn` ich doch!". Ich wurde schon auf dem Schulhof auf die Serie Club der roten Bänder angesprochen und beim Einkaufen. Man wird auf einmal von Fans erkannt; die dann manchmal sogar ein paar Fragen an dich haben.

Deine Rolle wirkt auf den ersten Blick wie die Einfachste, schließlich liegst du meistens mit geschlossenen Augen im Bett. Aber ist das wirklich so?

Ja, von außen gesehen sieht meine Rolle schon einfach aus. Aber einfach still zu liegen ist nicht immer so einfach. Am Anfang fiel es mir ziemlich schwer, nur da zu liegen, vor allem wenn einem mal die Nase juckt. Ein anderes "Problem" war das Schlucken. Da Koma-Patienten nicht selbstständig schlucken können, konnte ich auch nicht wirklich schlucken. Man muss ruhig liegen können und auch im Körper komplett ruhig sein. Das ist so, wie wenn man den Kopf in einen Standby-Modus schalten würde. Es sieht also sehr einfach aus, war es aber nicht immer.

Wie würdest du Hugo beschreiben?

Ich denke, dass Hugo eigentlich ein ganz normaler Junge, so wie ich auch, ist. Sein Unfall hat ihn erfahrener gemacht. Er weiß jetzt wie toll das Leben, und Leben zu können, ist. Er ist dadurch auf jeden Fall reifer als andere Jungs in seinem Alter. Hugo ist sehr ruhig und vielleicht sogar ein bisschen schüchtern; aber er ist gebildet und eigentlich auch ganz witzig.

Wie war die Zusammenarbeit mit deinen Kollegen. Hast du dich öfter mal außen vor gefühlt, weil du nicht richtig in Interaktion mit ihnen trittst?

Die Zusammenarbeit mit den anderen Schauspielkollegen war einfach nur toll. Ich habe schon an mehreren Filmprojekten mitgewirkt, aber noch nie waren die Hauptdarsteller nur Jugendliche. Auch wenn die anderen Clubmitglieder älter sind, als ich, habe ich mich nie außen vor gefühlt. Klar, man kann abends nicht so lange raus wie die Anderen. Aber wir haben uns hin- und wieder mal getroffen und hatten eine tolle Zeit. Dadurch, dass Hugo auch mit mehreren Clubmitgliedern Schwimmbadszenen hat, hatte ich also auch Dialoge mit ihnen. Was ich ein bisschen doof fand, waren die Szenen, wo alle Clubmitglieder bei Hugo am Bett saßen. Manchmal hätte ich dann einfach gerne lebendig mitgespielt.

View this post on Instagram

Club reunited ⭕️ #clubderrotenbänder

A post shared by Damian Hardung (@damianhardung) on

Wie stellst du dir Hugos Situation vor? Er ist ja quasi im eigenen Körper gefangen.

Hugo liegt im Koma und sein Körper liegt in einem Bett in einem Krankenhaus. Seine Seele und sein Verstand “leben“ aber in der Zwischenwelt, welche das Schwimmbad ist, wo Hugo seinen Unfall hatte. Hugo ist also eher gefangen in einem Schwimmbad, in dem er Menschen begegnet, die auch zwischen Leben und Tod schweben. Denn das tut Hugo ja auch, er schwebt zwischen Leben und Tod und er hat das Schwimmbad als "Aufenthaltsort".

Gab es in deinem Leben schon mal einen solchen Schicksalsschlag?

Nein. In meinem Leben gab es zum Glück noch keinen Schicksalsschlag in dieser Art. Also, ich war auch schon mal länger krank, aber man kann ja eine Grippe nicht mit einem Koma vergleichen. Ich hoffe allerdings auch, dass ich keinen "Zwischenfall" dieser Art haben werde.

Was hat dich an der Rolle gereizt?

An der Rolle Hugo hat mich gereizt, dass er zwar im Koma liegt, aber trotzdem einen Überblick über Alles hat. Hugo schwebt quasi in seiner Zwischenwelt über dem Krankenhaus. Er erzählt die ganze Story, da er den besten Blick auf Alles und Jeden der im Krankenhaus ist, hat.

Albert Espinosa, der Autor der Buch-Vorlage von "Club der roten Bänder", auf Set-Besuch.

Was hat Albert Espinosa zu dir gesagt? Wie war dein Eindruck von ihm? Deine Kollegen sind allesamt total inspiriert von ihm.

Das Kennenlernen mit Albert war toll. Albert war von Anfang an sehr herzlich und offen. Er freute sich, dass seine "Geschichte" auch den Weg nach Deutschland gefunden hat. Außerdem erzählte er mir mehr über den echten Club der roten Bänder. Ich finde es unglaublich, wie ein Mensch, der so viele schreckliche Erlebnisse in seinem Leben hatte, trotzdem immer noch so viel Freude am Leben haben kann. Er ist ein Vorbild für mich geworden! Man sitzt in einer Drehpause am Set und dann kommt ein Mann, der über Jahre schon mehrmals Krebs hatte zu dir, stellt sich vor und lächelt dich einfach an! Aber das ist, finde ich, das inspirierendste an ihm. Er zeigt, dass man nicht aufgeben, immer seinen Träumen folgen und das Leben genießen soll.

Warum glaubst du, ist die Serie so ein Erfolg?

Ich glaube, die Serie Club der roten Bänder ist so ein Erfolg, weil es die erste Serie ist, die sich intensiv mit verschiedenen Krebserkrankungen und vor allem mit dem Leben damit im Krankenhaus beschäftigt. Außerdem ist es die erste Krankenhausserie die aus der Sicht der Patienten erzählt wird. Das gab es vorher auch noch nicht. Es wird offen über Krebs und die anderen Krankheiten gesprochen. Die Serie ist lustig und traurig zugleich. Wie das Leben ebenso sein kann!

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche