Ben Affleck: "Jennifer ist mein Fels"

Seit der Geburt seiner Tochter steht für Ben Affleck die Familie an erster Stelle. GALA erzählte der Schauspieler, wie die Vaterrolle ihn verändert hat und warum er heute endlich ein zufriedener Mensch ist

Ben Affleck

Auf den ersten Blick ist er kaum wiederzuerkennen. Gemütlich sieht er aus, wie ein echter Papa eben. Die Babypause hat , 34, gut getan. Mit seiner Frau , 34, und Tochter Violet Anne entzogt er sich für eine Weile dem Hollywood-Trubel, widmete sich ganz dem Familienalltag. Bis auf eine Ehrung beim Filmfestival in Venedig, wo er den Preis als "Bester Schauspieler" im Drama "Hollywoodland" einsammelte. spielt darin einen Filmstar der Fünfzigerjahre, der beruflich enormen Erfolg hat, privat aber ein trauriges Leben führt. Ein Szenario, das er ansatzweise nachvollziehen kann. Auch wenn er inzwischen richtig zufrieden mit seinem Leben ist.

GALA: Wir haben Sie lange nicht mehr gesehen. Haben Sie sich versteckt?

Ben Affleck: (lacht) Nein, aber ich habe bewusst eine Pause gemacht, wollte ein bisschen Ruhe haben. Es war einfach alles zu viel für mich.

GALA: Was meinen Sie damit?

Ben Affleck: Die Aufmerksamkeit, die Fotografen, mein verrücktes Leben. Es war nicht mehr normal. Ich musste meine innere Ruhe wiederfinden.

GALA: Hört sich so an, als seien Sie nicht gerade happy gewesen mit Ihrem Leben.

Ben Affleck: Das Leben vor meiner Hochzeit mit Jennifer war wie ein Wirbelwind. Zu viel Hektik, zu viel Durcheinander, zu viel von diesem Promi-Dasein. So bin ich gar nicht. Das hat mich total nervös gemacht.

GALA: Und nun ist alles anders?

Ben Affleck: Allerdings. Mit meinem neuen Film "Hollywoodland" habe ich endlich mal wieder einen Streifen gedreht, auf den ich verdammt stolz bin und über den ich gerne rede. Und vor allem bin ich in meinem Privatleben Vater einer wunderbaren Tochter.

GALA: Wie hat Sie die Vaterrolle verändert?

Ben Affleck: Ich kann jetzt jede Plattitüde zitieren, die man immer so über das Vaterdasein hörte - alles stimmt: Die Prioritäten verändern sich, meine Tochter ist wichtiger als alles andere in meinem Leben. Es ist großartig, jeden Morgen als Vater aufzuwachen. Und meine Frau ist einfach eine spektakuläre Mutter. Ich bin schwer beeindruckt.

GALA: Können Sie anderen jungen Eltern jetzt schon gute Ratschläge mit auf den Weg geben?

Ben Affleck: Ich bin niemand, den man um Rat fragen sollte. Aber ich kann Ihnen eine kurze Baby-Anekdote erzählen, die ganz lustig ist...

GALA: ...dann mal los!

Ben Affleck: Vor zwei Tagen musste Jennifer zur Arbeit, ich war allein mit der Kleinen. Kein Problem, dachte ich. Jennifer sagte mir noch, wie ich das Baby zu füttern habe. Sie gab mir eine Liste, was ich mit den Pfirsichen zu machen habe, wie ich sie mit Haferbrei mischen soll, welches Wasser-Saft-Gemisch es sein muss. Mir wurde ganz heiß. Sie sah meinen Gesichtsausdruck und fragte: "Ist das zu kompliziert für dich...?" So viel also zum Thema, was meine eigene Frau von meinen Fähigkeiten als Vater hält.

Ben Affleck und seine Frau Jennifer Garner schätzen das unkomplizierte Alltagsleben mehr als den roten Teppich

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GALA: Hat die Kleine schließlich etwas zu essen bekommen?

Ben Affleck: Natürlich. Das war gar nicht so schwierig, ich musste mich nur sehr konzentrieren, um ja keine Fehler zu machen.

GALA: Sie hätten doch Ihren Kumpel Matt Damon anrufen können, der auch gerade Vater geworden ist und sicherlich ein paar Tipps parat hat.

Ben Affleck: Sie sagen es! Wir tauschen uns tatsächlich häufig am Telefon aus, das funktioniert prima. Oft müssen wir lachen, weil wir dieselben Fehler machen.

GALA: Sie haben mal gesagt, Ihr Leben komme Ihnen manchmal wie eine Seifenoper vor. Ist das heute noch so?

Ben Affleck: Nein, ich habe es geschafft, die Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen. Ich habe gemerkt, dass Hollywood wie eine leere Hülse ist. Man hetzt von Film zu Film, gewinnt einen Preis, schreibt ein Autogramm. Und weiter geht die Jagd. Ich wollte nie, dass mein Leben so aussieht. Ich habe diesen Job gewählt, weil ich mich als Künstler betrachte.

GALA: Konnten Sie sich auch deshalb mit Ihrem Filmcharakter George Reeves - der als "Superman" im amerikanischen Fernsehen bekannt wurde - identifizieren?

Ben Affleck: Ja. Er war ein Star, aber innerlich total zerrissen. Das hat ihn in den Abgrund gezogen. Eine tragische Geschichte. So möchte ich bestimmt nicht enden.

GALA: Inwieweit hat Ihnen die Ehe mit Jennifer Garner geholfen, solch einem Schicksal zu entkommen?

Ben Affleck: Sehr sogar. Jennifer ist mein Fels. Sie ist eine sehr starke Frau, eine klasse Partnerin. Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich derzeit so glücklich bin wie nie zuvor.

GALA: Sie sehnen sich nicht nach der Zeit zurück, als Jennifer Lopez Sie wie ein Model angezogen und im Bentley durch Los Angeles chauffiert hat?

Ben Affleck: (lacht laut) Was, das war ich? Nein, ich habe eigentlich immer schon eher auf die inneren als auf die äußeren Werte geschaut. In meinem Leben habe ich schon viel Mist gebaut, aber ich habe gemerkt, dass ich so nicht leben möchte.

GALA: Hätten Sie Lust, gemeinsam mit Ihrer Frau vor der Kamera zu stehen?

Ben Affleck: Tricky, diese Frage (schmunzelt). Sie meinen, weil es in der Vergangenheit mit anderen Partnerinnen nicht so gut geklappt hat? Ganz ehrlich: Ich würde sehr gern mit meiner Frau zusammenarbeiten. Sie ist eine hervorragende Schauspielerin und kann mich daher nur gut aussehen lassen.

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