Barbara Schöneberger: "Ich bin mehr Hausfrau als Fernsehfrau"

Nach knapp vier Monaten kehrt Barbara Schöneberger aus der Babypause zurück auf den Bildschirm. Wie die Moderatorin ihr Leben zwischen Showbühne und Sandkasten meistert, erzählt sie exklusiv beim "Gala"-Shooting

Barbara Schöneberger

Sie ist wieder da, und dann gleich überall. Natürlich als Gastgeberin der "NDR Talk Show" (ab 26. April). Den Countdown zum Eurovision Song Contest am 18. Mai wird sie moderieren, dazu mehr als 20 Events bis zur Sommerpause. Wie ist das Showbusiness bloß seit Weihnachten ohne Barbara Schöneberger, 39, ausgekommen? "Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen", sagt das Multitalent beim Fotoshooting für "Gala" in Berlin - und verrät, dass ihr der Wiedereinstieg nicht ganz geheuer ist.

Fühlt es sich gut an, wieder zu arbeiten?

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Fotos sind ja kein richtiger Job. Ich habe eher Angst, wenn ich wieder auf die Bühne muss. Ich denke immer, ich kann das gar nicht mehr. Ich bin schon nach einer Woche ohne Job so tiefenentspannt, dass ich vergesse, womit ich mein Geld verdiene. Dann bin ich plötzlich ganz irritiert, wenn Menschen im Supermarkt anfangen zu tuscheln oder versuchen mich heimlich zu fotografieren.

In einer Meldung hieß es, Sie kehren "erst in diesem Monat" zurück. Sind knapp vier Monate Pause unanständig lang?

Finde ich überhaupt nicht! Ich könnte auch noch vier Monate länger zu Hause bleiben. Aber tief drin habe ich einen Antrieb, der mich in den Beruf hineindrängt. Ich möchte Aufgaben gestellt bekommen.

Die Moderatorin ist eine hervorragende Köchin und Gastgeberin. Gerade plant sie ein Buch übers Gastgeben.

Eine Milchflasche zuzubereiten ist ja auch eine Aufgabe.

Stimmt, aber ich finde es schön, auch wieder als etwas Anderes wahrgenommen zu werden, nicht nur als Mutter und Hausfrau. Und es befreit mich aus meinem Gammelmodus. Wenn ich nicht arbeite, lasse ich die Schlafanzughose auch gern zum Einkaufen an. Daher bin ich sehr froh, wenn ich mal wieder etwas Nettes anziehen und mit einem Köfferchen zum Flughafen fahren kann. Mein Schrank ist voll von wunderschönen Victoria-Beckham- Kleidern, die darauf warten, getragen zu werden.

Wo wir von Kleidern sprechen: Sie haben sehr schnell wieder abgenommen. Hatten Sie einen Personal Trainer?

Nein, auf keinen Fall Sport! Ich esse nach dem Metabolic-Balance-Konzept. Beim ersten Kind habe ich den Leuten vertraut, die sagten: Warte ab, die Kilos gehen von alleine weg. Diesen Fehler habe nicht wieder gemacht. Zwei Monate nach der Geburt habe ich angefangen, mich zu kümmern. Jetzt fehlen noch sieben Kilo, dann klappt das auch wieder mit Victoria Beckham.

Unsere Fotos thematisieren Ihr Leben zwischen Showbusiness und Familie. Schon mal mit einem Bügeleisen unterm Arm auf einen Abendtermin gegangen?

Nein, denn ich besaß nie ein Bügeleisen, bis ich verheiratet war. Weil meine Kleider so eng sind, dass sie automatisch glatt gezogen werden, wenn ich sie anziehe. Aber es könnte schon mal passieren, dass ich eine Gartenschere in der Hosentasche habe. Und in meinen Handtaschen finden sich unzählige Schnuller. Das sind Zaubergeräte, die man immer bei sich führen sollte.

Fällt Ihnen der Spagat zwischen diesen Welten schwer oder leicht?

Ich finde es super, wenn ich nach einer Veranstaltung noch schnell im Abendkleid etwas vom Apfelbäumchen schneide. Das Leben muss aus allen Farbschattierungen bestehen. Ich muss aber ehrlicherweise sagen, dass in mir mehr Apfelbaum steckt, als Abendkleid. Ich bin mehr Hausfrau als Fernsehfrau. Aber wenn ich die Fernsehfrau nicht wäre, könnte ich nie so passioniert Hausfrau sein.

Sie sind eine hervorragende Köchin. Ist das jetzt, wo sie Familie haben, immer noch Kür oder vor allem Pflicht?

Ich finde es wichtig, gemeinsam zu kochen. Die Kinder sollen den Vater oder die Mutter in der Küche sehen und lernen, wie man Dinge zubereitet. Sehen, dass eine Möhre geschält werden muss und nicht in einer Dose wächst. Ich bin fest überzeugt, dass die Lust der Kinder am Essen durch die Eltern transportiert wird. Natürlich bestellen wir auch häufig mal etwas, aber generell finde ich Kochen immer noch toll.

Herrscht bei Ihnen ein gesundes Chaos oder ist alles picobello?

Es ist meistens ziemlich ordentlich, weil ich ungefähr drei Stunden pro Tag versuche, den Status quo zu erhalten. Das macht mir Spaß. Ich bin niemand, der gern auf dem Sofa sitzt. Ich erarbeite mir mein Wohngefühl durch Herumräumen.

Wie viel Chaos lassen Sie denn zu?

Ich habe gemerkt: Je geordneter ich im Kopf bin, umso größer darf das Chaos um mich herum sein. Als ich eher unordentlich im Kopf war, musste alles perfekt sein. Jetzt kann ich gut leben mit Sachen, die herumliegen. Das bleibt bei kleinen Kindern nicht aus.

Mutter zu sein bedeutet ja mittlerweile Freizeitstress. Haben Sie auch unzählige Mutter-Kind-Kurse besucht?

Ich muss zugeben, dass ich vieles ausprobiert habe. Aber ich habe dort selten Mütter kennen-gelernt, die wirklich cool sind. Die meisten finde ich bescheuert - und die mich auch. Ich lasse mich nicht auf das Thema ein: Kind schreit, Kind schläft nicht, Kind ist krank - deswegen bin ich schon mal suspekt. Hauptberufliche Mütter sind schon sehr speziell. Das geht los, wenn man morgens im Juni das Haus verlässt: "Hast du ihn eingeschmiert?" Ich: "Womit?" "Na, UV-Schutz!"

Dem täglichen Chaos begegnet Barbara Schöneberger mit guter Laune und viel Humor. Auf dem Foto findet sie diese Mischung besonders gut getroffen.

Sie sind da lockerer?

Bei vielen Sachen bin ich vielleicht zu locker. Ich merke aber auch, dass ich mich aus dem Kinder-Konkurrenzkampf "Was kann meines, was kann deines schon?" nicht ganz heraushalten kann. Doch der lässt gerade wieder nach, weil vielen Eltern wohl dämmert, dass ein Kind, das den ganzen Tag nur Englisch spricht, vielleicht nie lernt, einen Deutschaufsatz zu schreiben.

Wie sieht Ihr Erziehungsstil aus?

Alles in Maßen. Man muss eine gesunde Mischung aus Fördern und Laufenlassen finden. Gleiches gilt für diese Bio-Hysterie: Willst du eine Brezel für dein Kind kaufen, steht "Glutenfrei" dran! Ich werde trotzdem ab und zu Pommes im Fast-Food-Restaurant verfüttern und ein glückliches Kind sehen. Dann gibt es am nächsten Tag eben Kürbiskernbrot. Ich erziehe total aus dem Bauch heraus und habe auch noch keine Ratgeber gelesen. Obwohl ich kurz davor bin, mir einen über die Trotzphase zu kaufen.

Wie sind Sie selbst erzogen worden?

Voller Liebe, aber streng. Ich bin Einzelkind, und alle dachten immer, ich müsste meinen Vater nur groß anschauen und bekäme alles, was ich will. Das war nicht so. Dafür wurde ich völlig ohne Spleens aufgezogen. Meine Eltern haben keine so groben Macken, dass ich unter irgendwelchen Dingen zu leiden habe, die aus meinem Elternhaus kommen.

Gala: Inhaltsverzeichnis

Gala

Inhaltsverzeichnis

Gibt es ein Erziehungs-Credo, das Sie von Ihren Eltern mitgenommen haben?

"Nicht aufregen, wenn man es nicht ändern kann." Finde ich ganz wichtig.

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 18. April, am Kiosk erhältlich.

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