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Armin Rohde + Detlev Buck "Sex ist kein Privileg der Jugend"

Armin Rohde
Armin Rohde
© Nicolas Kantor
Armin Rohde und Detlev Buck im exklusiven "Gala"-Talk über Liebe im Alter, One-Night-Stands und den richtigen Umgang mit Po-Kneiferinnen

Fünf bezaubernde Models in Brautkleidern und zwei gestandene Männer, die zumindest mal einen Blick riskieren.

Keine Frage: Detlev Buck und Armin Rohde gefallen sich in der Rolle der Womanizers. Der Grund für das festliche Styling? In der TV-Komödie "Der Heiratsschwindler und seine Frau" (Montag, 7. Mai, 20.15, ZDF) ist Armin Rohde, 57, in der titelgebenden Hauptrolle und Detlev Buck als dessen Sohn zu sehen - obwohl er im wahren Leben gerade mal acht Jahre jünger als sein Film- Vater ist. Aber an derlei Kleinigkeiten sollte man sich nicht aufreiben - im Filmbusiness ist eben einiges möglich. Viel spannen der sind doch: das Leben und die Liebe ...

Aber, aber! Wer wird denn kneifen, Herr Rohde? Beim GALA-Shooting gibt er den Bräutigam, der sich nicht traut. Detlev Buck weiß
Aber, aber! Wer wird denn kneifen, Herr Rohde? Beim GALA-Shooting gibt er den Bräutigam, der sich nicht traut. Detlev Buck weiß auch nicht so recht, was er von der Sache halten soll.
© Nicolas Kantor

Herr Buck, Sie sind immer noch Junggeselle. Warum?

Detlev Buck: Weil sich die Institution Ehe erst verändern müsste. Die Gesellschaft verändert sich doch auch ständig. 60 Prozent der Ehen werden geschieden - das Korsett funktioniert anscheinend nicht mehr. Da muss es doch andere Lösungen geben.
Armin Rohde: Also, ich habe geheiratet, um eine öffentliche Erklärung abzugeben. Ich verändere mich doch nicht als Mensch, nur weil ich heirate. Ich sehe in der Ehe kein Problem.

Passen Männer und Frauen überhaupt zusammen?

Rohde: Und ob! Ich finde es sogar toll, dass Frauen so gerne reden - ganz anders als wir Männer. Besonders von Gesprächen unter Frauen war ich schon immer fasziniert. Wenn bei den Kaffeekränzchen meiner Mama plötzlich mit gesenkter Stimme gesprochen wurde, wusste ich: Jetzt wird’s spannend!
Buck: Um Frauen zu verstehen, muss man eben gut zuhören ... (grinst)
Rohde: Spotte du nur! Ich war schon immer ein sehr guter Zuhörer. Und das ist sicher einer der Gründe, warum ich mich noch nie über mangelnde Aufmerksamkeit bei den Frauen beschweren konnte. Und ich bin ja nun wahrlich keine Schönheit.
Buck: Es ist sicher richtig, dass man kein Sexgott à la Ryan Gosling sein muss, um bei Frauen gut anzukommen.

Gab es trotzdem Momente, in denen Sie am eigenen Aussehen gezweifelt haben?

Rohde: Ja, vor und während der Pubertät. Aber wenn ich mir heute alte Fotos von mir ansehe ... Ich war schon verdammt cool! Wenn mir das damals bewusst gewesen wäre, hätte ich es noch mehr krachen lassen.
Buck: Ich war eigentlich nie volle Pulle Teenager - bin aber auch heute nie volle Pulle Erwachsener. Ich habe schon immer gerne Lebensphasen durcheinandergemischt. Wo bitte steht geschrieben, dass ich mich wann wie zu verhalten und was wann zu empfinden habe? Ich hasse Dogmen!
Rohde: Ich verstehe total, was du meinst. Es gibt Momente, da fühle ich mich wie ein 14-Jähriger. Okay, manchmal auch wie ein 80-Jähriger. Und mein Papa steht mit 77 Jahren auch noch mitten im Leben und ist frisch verliebt - in einen 62-jährigen Hüpfer.

Detlev Buck: "Man muss kein Sexgott à la Ryan Gosling sein, um bei Frauen gut anzukommen."
Detlev Buck: "Man muss kein Sexgott à la Ryan Gosling sein, um bei Frauen gut anzukommen."
© Nicolas Kantor

Was sagen Sie zu Madonna, die mit 53 noch auf Sexbombe macht und 30 Jahre jüngere Lover hat?

Rohde: Das ist doch klasse! Okay, volljährig sollten ihre Jungs schon sein. (lacht) Aber warum darf Madonna keine jungen Partner haben und nicht mehr sexy sein? Dieser Altersrassismus nervt. Erotik und Sex sind kein Privileg der Jugend.

Noch mal zum Thema Optik: Sind Sie heute mit Ihrem Aussehen zufrieden?

Buck: Generell schon. Aber nicht immer. Nach den Dreharbeiten zu "Die Vermessung der Welt", durch den ganzen Druck als Produzent und Regisseur, bin ich regelrecht ergraut. Und weil es mich dann wahnsinnig nervte, dass sich der Stress auf diese Weise optisch manifestiert hat, habe ich mir die Haare kurzerhand gefärbt.
Rohde: Wirklich? Das sieht man gar nicht. Wirkt alles total natürlich.
Buck: Umso besser. Es musste einfach sein, denn ich hatte schon keinen Bock mehr, in den Spiegel zu schauen.
Rohde: Bei mir ist alles noch Natur. Mal sehen, ob ich mir irgendwann in Silber immer noch gefalle. Falls nicht, dann färbe ich sicher auch.

Armin Rohde: "Ich habe geheiratet, um eine öffentliche Erklärung abzugeben. Ich verändere mich doch nicht als Mensch nur weil ic
Armin Rohde: "Ich habe geheiratet, um eine öffentliche Erklärung abzugeben. Ich verändere mich doch nicht als Mensch nur weil ich heirate. Ich sehe in der Ehe kein Problem."
© Nicolas Kantor

Welche Rolle spielt Eitelkeit generell in Ihrem Leben?

Rohde: Ich habe zu meinem Aussehen ein relativ sachliches Verhältnis. Ich sehe mein Gesicht und meinen Körper eher als Arbeitsmaterial, das ich für bestimme Rollen unterschiedlich einsetzen kann.

Eine fürs Showbiz erfreulich entspannte Einstellung ...

Rohde: Stimmt. Neulich habe ich bei der Verleihung der Goldenen Kamera einen Hollywood-Kollegen gesehen, den ich verehre. Und plötzlich sehe ich da Nähte im Nacken! Warum macht der das, habe ich gedacht. So was hat der doch gar nicht nötig. Ich will deine Falten sehen, Alter!
Buck: Und was ist, wenn du irgendwann mit XL-Tränensäcken herumläufst?
Rohde: Dann würde ich wahrscheinlich doch stark ins Grübeln kommen und mir einen Plan B überlegen.

Wie finden Sie es, wenn Frauen offensiv flirten?

Rohde: Es kommt darauf an, wie charmant und klug etwas passiert. Und auf die jeweilige Situation.
Buck: Mich hat im vergangen Jahr mal eine auf der Tanzfläche an gelächelt - und mir dann in den Hintern gekniffen. Das war eine interessante Erfahrung. Ich hatte aber keinen Plan, wie ich darauf reagieren soll.
Rohde: Mit Po-Kneiferinnen habe ich auch schon meine Erfahrungen gemacht. Ich grinse solche Damen dann breit an und gehe cool weiter.
Buck: Das merke ich mir.

Wären Sie Männer für eine Nacht?

Buck: Diese Frage kann ich definitiv nicht beantworten.
Rohde: Früher war ich es auf jeden Fall. Ich kann sagen, dass ich mir die Hörner gründlich abgestoßen habe. Doch heute ist mir klar, was man mit One-Night-Stands alles anrichten kann. Früher habe ich außer der Schauspielerei nichts richtig ernst genommen. Ich habe wahrscheinlich viele Herzen gebrochen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Groupies gemacht?

Rohde: Zu Beginn meiner Karriere bin ich mal mit einer Verehrerin ausgegangen. Ein schwerer Fehler!

Warum?

Rohde: Weil sich die Dame von Anfang an so verhielt, als wäre ich ihr persönliches Eigentum. Beängstigend. Dabei waren wir nur einmal essen. Ich bin schließlich durchs WC-Fenster geflüchtet, weil mir die Situation zu komisch wurde. Seitdem habe ich mir geschworen: Nie wieder mit Fans!

Und wie sieht’s bei Ihnen aus, Herr Buck?

I Buck: Im Januar, als ich mit Matthias Schweighöfer Party machte, um zwei Millionen Besucher für "Rubbeldiekatz" zu feiern, steckte mir ein Mädel ihre Telefonnummer zu.
Rohde: Hast du sie angerufen?
Buck: Nö. Kurz nachdem ich den Zettel in der Hand hatte, hat sie mir ins Ohr geflüstert, dass ich die Nummer doch bitte unbedingt dem Matthias geben soll! Alexander Nebe

gala.de

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