Anni Friesinger: So fern, so nah!

Anni Friesinger führt eine ungewöhnliche Ehe auf Distanz – in zwei Ländern. GALA sprach mit der ehemaligen Kufenkönigin über ihre Liebe mit Auszeiten

Annie Friesinger mit Ehemann Ids Postma

Dreimal Olympia-Gold, 16-mal bei Weltmeisterschaften ganz oben auf dem Treppchen: Anni Friesinger, das Mädchen aus dem Berchtesgadener Land, gehört heute zu den größten Sport-Ikonen der Welt. 2010, mit 33, beendete die Eisschnellläuferin ihre Karriere. Ein Jahr zuvor hatte sie den Niederländer Ids Postma geheiratet, ebenfalls ein Eisschnellläufer und vielfacher Medaillengewinner. Zur Familie gehören heute die Töchter Josephine, 5, und Elisabetta, 2.

Man lebt in Salzburg – und auf einem Bauernhof in den Niederlanden. Ab Herbst gibt’s in der neuen Vox-Personality-Doku "6 Mütter" Einblicke in dieses turbulente Leben. GALA sprach vorab mit Anni Friesinger.

Sie kannten Ihren Mann vor der Hochzeit schon zehn Jahre, richtig?

Das stimmt, wir waren seit Ende der Neunzigerjahre ein Paar. Aber immer wieder mit Auszeiten, auch des Sports wegen.

Bis heute führen wir zeitweise eine Fernehe. Ist das Ihr Liebesgeheimnis?

Vielleicht ist diese vertraute Distanz wirklich der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung. Man muss die Balance finden aus Vertrauen und Zielstrebigkeit, Liebe und Freiheit.

28. Dezember 2014: Anni Friesinger-Postma feiert mit ihren Töchtern Elisabeth und Josephine den Geburtstag von Ehemann Ids Postma.

Sind Sportler-Ehen anders als andere?

Es gibt definitiv zwei Seiten. Eine stimulierende, verständnisvolle Seite – schließlich hat man einen "Gleichgesinnten" als Partner. Aber dann ist da auch die aufreibende Seite. Das ständige Reisen für beide, das tägliche harte Training, der Leistungsdruck unter den Augen der Öffentlichkeit. Schlimm ist es, wenn die sportlichen Erfolge ausbleiben, wenn man Verletzungen und Rückschläge meistern muss. Dann belasten lange Trennungszeiten die Beziehung zusätzlich. Umso schöner ist aber jedes Wiedersehen.

Was haben Sie und Ids aus all den Herausforderungen gelernt?

Man sollte füreinander da sein und den Partner unterstützen, aber trotzdem nie den eigenen Fokus verlieren. Der Sport ist so schnelllebig! Da muss man die leidenschaftliche Zeit auskosten. Außerdem hilft es, wenn man sich, wie wir, auch für andere Dinge interessiert. Ids ist Landwirt mit Schwerpunkt Milchwirtschaft, und ich war schon früh Design-affin und habe Firmen beraten.

Wussten Sie immer schon, was für Sie nach der Sportkarriere kommt?

Ich wollte immer unternehmerisch und kreativ tätig sein. Seit eineinhalb Jahren bin ich jetzt Geschäftsführerin der "Small Heroes Kids"-Conceptstores in Salzburg und in den Niederlanden. Ich will nachhaltige, trendy Newcomer-Labels zu uns holen und für Eltern und Kids eine internationale Anlaufstelle sein.

Vermissen Sie das Eislaufen?

Manchmal sicherlich, vor allem das Training und den fitten Körper. (lacht) Auch die Faszination, mit top speed übers Eis zu flitzen. Das war schon toll. Aber ich bin nun Mutter von zwei Mädchen, und die halten mich auch auf Trab.

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