Annette Frier: "Heulen ist besser als Joggen"

Im Fernsehen sehen wir Annette Frier oft lachend. Privat kommen der Powerfrau aber auch mal die Tränen. Und sie findet sehr weise Worte zu schmerzhaften Themen

Sie spielt fast immer starke Frauen, die die Klippen des Lebens mit einem Lachen umschiffen.

Für ihre Rolle der Rechtsanwältin Danni Lowinski in der gleichnamigen Comedy-Serie wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ganz klar: Annette Frier, 38, hat Vorbildfunktion in Sachen Optimismus. Und auch privat ist sie gern gut drauf. "Trotzdem bin ich keine Glücksfetischistin", sagt sie gegenüber "Gala". Auch zu ihrem Leben gehören Tränen. In dem neuen Sat.1-Film "Und weg bist Du" spielt die Kölnerin eine krebskranke Mutter, die buchstäblich dem Tod begegnet (gespielt von Christoph Maria Herbst) und ihn um Aufschub bittet. Eine Situation, die die Filmfigur Jela mit viel Humor meistert. Eine Rolle, die Annette Frier zu einem bemerkenswerten Gespräch über stille Stunden, Traurigsein und über das Lebensende anregt.

Sie spielen in ihrem neuen Sat.1-Film eine Krebskranke - eine große Herausforderung?

Ja. Körperlich war es für mich schon anstrengend, den Film zu drehen. Wenn man fünf Wochen lang jemanden spielt, der völlig am Ende ist, strengt das kurioserweise auch den eigenen, gesunden Körper stark an. Vor allem gepaart mit der mentalen Situation.

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©Gala

Die haben Sie körperlich gespürt?

Total. Ich war abends noch nie so müde! Obwohl ich für die Figur Jela nicht wirklich viel weinen musste, habe ich mich nach Feierabend oft gefühlt, als wenn ich stunden lang geheult hätte. Weinen ist doch auch oft körperlich so anstrengend ...

Aber bei Ihnen denkt man gar nicht, dass Sie viel weinen. Wahrscheinlich, weil Sie immer so stark und fröhlich wirken.

Och, das ist ja schön! Aber was soll ich dazu sagen? Heulen kommt in den besten Familien vor. (lacht)

Annette Frier in der Rolle der krebskranken Jela mit Til Schweigers Tochter Emma als ihre Tochter Lucy.

In welchen Situationen kommen Ihnen die Tränen?

In vielen. Ich habe keine Probleme damit zu weinen. Das kann ganz schnell passieren. Zuletzt war es so weit, als ich mit meiner Tochter "Heidi" im Fernsehen angeschaut habe. Besonders wenn ich Freizeit habe und mal zur Ruhe komme, kann ich mich ganz in melancholische Tage ergeben. Heulen ist etwas sehr Schönes - wenn man dazu Zeit und Platz hat und damit keine anderen Leute groß behelligt. Dann ist das besser als Joggen.

Ihre Filmrolle meistert ihre Situation mit viel Humor. Ist das eine gute Möglichkeit, Krisen zu überwinden?

Nicht zwingend. Erst mal sind da oft die vier Phasen der Trauer: Ohnmacht, Wut, Auflehnen, meinetwegen Gott verfluchen, alles erlaubt. Und danach ist Versöhnen wichtig - und Lachen, wenn es geht. In Bezug auf das Lebensende ist Humor die letzte Waffe.

Das heißt?

Wenn man seinem Tod begegnet und ihm mit einem Lächeln gegenübertritt, dann hat man, glaube ich, ziemlich viel richtig gemacht im Leben. Das ist für mich eine schöne Vorstellung vom Tod.

Der Tod (Christoph Maria Herbst) schiebt Jela im Rollstuhl - aber noch nicht ins Jenseits. "Und weg bist Du" 4. September. 20:15, Sat 1

Sie stellen sich Ihren eigenen Tod vor?

Na ja. Nicht übermäßig oft. Aber da ich den Tod im Laufe meines Lebens ja schon kennen lernen musste - wie wir alle - , finde ich es wichtig, sich damit zu beschäftigen. Es gibt viel unsinnigere Themen!

Ängstlich klingen Sie dabei nicht.

Doch, ich bin da durchaus sehr ängstlich. Aber es gibt ja keine Alternative zum Tod.

Wie kann man damit umgehen?

In der Schauspielschule haben wir gelernt, uns alles einmal vorzustellen, was uns besonders viel Angst macht. Wenn man das einmal so durchatmet und zulässt, nimmt das den Schrecken vor fast allem, vor dem man große Angst hat. Da darf man keine zu große Hemmschwelle haben.

Auch Ihre Rollen haben oft kaum eine Hemmschwelle. Sind sie privat genauso tough?

Ich finde mich nicht besonders tough, ich bin auch nicht immer gut drauf. Aber wenn wir dieses typische Beispiel vom halb vollen Glas nehmen wollen, dann ja. Ich bin zumindest jemand, der das Leben oft so ungeheuerlich findet, dass ich mich über jedes kleine Licht freuen will. Und es fällt mir schwer zu verstehen, dass viele Menschen, die gesund und nicht existenziell bedroht sind, wegen echten Kleinigkeiten schon einen Flunsch ziehen.

Wie kann man fröhlicher werden?

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