Anna Maria Mühe: "Ich bin ein Stehaufmännchen"

Exklusiv: Erstmals spricht Anna Maria Mühe über ihre Erfahrungen als werdende Mama, Pläne für die Babypause und ihren Umgang mit Schicksalsschlägen

Alle paar Minuten streichelt sie ihren Bauch,

in ihrem Blick liegt ein Glänzen, wie es nur Schwangere haben. Anna Maria Mühe nippt im Berliner Szene-Café "Blaues Band" entspannt an einem Glas Orangensaft. Bislang hat die Schauspielerin noch nie über ihre Schwangerschaft gesprochen - für "Gala" macht sie eine Ausnahme. Wann kommt das Kind zur Welt? "Ganz bald", antwortet die 27-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Vor der Babypause ist die Tochter von Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann noch einmal im Fernsehen zu bewundern. Im zweiteiligen Ost-West-Agententhriller "Deckname Luna" (5. und 8. November, jeweils 20.15 Uhr, ZDF) spielt Anna Maria Mühe eine Ostdeutsche, die in den Westen flüchtet und dort zur Agentin wider Willen wird.

Schwangere Stars

Glücklich für zwei

Stolz präsentiert uns das Curvy-Model Ashley Graham in einem enganliegendem Schlauchkleid ihre Baby-Kugel. Dazu schreibt die 1,75 Meter große Schönheit: "Kann es kaum erwarten, dich kennen zu lernen". Erst vor wenigen Tagen verkündete sie die freudige Nachricht, dass sie und ihr Ehemann Justin Ervin Nachwuchs erwarten. 
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Welche persönlichen Erinnerungen haben Sie an die DDR?

An das Leben in dem Staat gar keine. Als die Mauer fiel, war ich gerade mal vier Jahre alt. Insofern erinnere ich mich eigentlich nur an mein Kinderzimmer und an ganz bestimmte Momente …

Zum Beispiel?

Wir wohnten damals im Berliner Nikolaiviertel, und eines Tages ließ ich mein Kuscheltier und meine Nuckelflasche versehentlich vom Balkon fallen. Ich war noch so klein - aber derartig geschockt, dass sich diese Szene tief in meine Erinnerung gegraben hat. Zum Glück konnte mein Vater beides retten.

Sie werden sehr bald Mutter. Wie hat die Schwangerschaft Sie verändert?

Manche Dinge, über die ich mich vor einem Jahr noch wahnsinnig geärgert habe, lassen mich heute komplett kalt. Schwanger zu sein bringt eine Lässigkeit und Entspanntheit mit sich, die ich sehr genieße. Weil ich zurzeit so sehr in mir selbst ruhe und noch mehr lache als üblich, werde ich gern mal "lachender Buddha" genannt.

Glücklich: die schwangere Anna Maria Mühe vor Kurzem bei einer Premiere in Berlin.

Schmökern Sie viel in Ratgebern?

Die "Hebammen-Sprechstunde" steht zu Hause im Regal. Aber ich habe mir vorgenommen, so wenig wie möglich zu lesen und mir keinen großen Kopf zu machen.

Und das halten Sie durch?

Zumindest versuche ich es. Okay, manchmal setze ich mich dann doch an den Computer und recherchiere im Internet Fragen zur Schwangerschaft, die mir ganz besonders unter den Nägeln brennen - und bereue es in den meisten Fällen sehr schnell.

Warum?

Weil es zu jeder Frage mindestens zehn verschiedene Thesen gibt, von denen neun auf jeden Fall negativ behaftet sind. Nehmen wir zum Beispiel das Erkältungsbad: von vorzeitig einsetzenden Wehen bis hin zum totalen Kreislaufversagen ist an Nebenwirkungen fast alles mit dabei. Da wird einem ganz anders.

Nehmen Sie auch gut gemeinte Tipps von Bekannten an? Zum Beispiel für die Zeit nach der Geburt?

Auf jeden Fall! Eine sehr enge Freundin ist vor einem Jahr Mama geworden. Und für sie ist es wichtig, dass sie und ihr Partner sich regelmäßig ausgiebig Zeit für sich selbst nehmen: Sie gehen ins Kino, Theater oder essen, ohne alle 30 Minuten beim Babysitter anzurufen. Ein gutes Vorbild.

Was genießen Sie in Ihrer Schwangerschaft besonders?

Die unmittelbare Nähe zu meinem Kind. Ich trage es unter meinem Herzen und werde es nie wieder so beschützen können wie in den ersten neun Monaten seines Lebens.

Und was nervt?

Dass ich ständig auf die Toilette rennen muss. (lacht)

Mit ihrem Freund Timon Modersohn, 33, ist Anna Maria Mühe seit zehn Jahren zusammen.

Haben Sie jetzt extravagante kulinarische Gelüste?

Mit Rollmops in Nutella kann ich leider nicht dienen. Dafür hatte ich sechs Monate lang einen Riesenjieper nach Erdbeeren. Eine Schale musste es unbedingt sein. Jeden Tag!

Die volle Dröhnung Vitamin C und Eisen also ...

Genau. Schade, dass ich aus saisonalen Gründen umsatteln musste. Jetzt dope ich mich mit Mango und Granatapfel.

Steht nach der Geburt eine Babypause auf dem Plan?

Das lasse ich auf mich zukommen. Ich glaube aber nicht, dass ich ein ganzes Jahr aussetzen werde, bis ich wieder vor einer Kamera stehe. Aber auch das ist etwas, was ich erst mal nicht planen kann.

Wie finden Sie es, wenn Eltern eine Art Generalstabsplan für die Förderung ihres Nachwuchses aufstellen?

Befremdlich! Mir ist es viel wichtiger, auf mein Kind einzugehen und auch auf Zwischentöne zu achten. Wenn es mir dann mit fünf sagt, dass es zum Beispiel Klavierspielen lernen möchte, dann freue ich mich natürlich. Aber ich werde es bestimmt nicht mit drei Jahren vor die Tasten setzen und sagen: "So und nun übst Du brav mal die ersten Tonleitern!" Wir möchten ein Kind, das offen und freudestrahlend durchs Leben laufen kann, einen eigenen Kopf hat. Eltern sollten Anstöße geben und in richtige Bahnen lenken. Aber laufen muss das Kind schon selbst.

Wird es ein Junge oder ein Mädchen?

Dieses Geheimnis möchte ich erst mal für mich behalten.

Soll es bei diesem einen Kind bleiben?

Eine Großfamilie brauche ich sicher nicht zu meinem Lebensglück, lege mich jetzt aber auch nicht auf die Aussage fest, dass ich nur ein Baby möchte. Es kommt, wie es kommt.

Sie haben mit 27 Jahren schon viele tief greifende Erfahrungen im Leben gemacht, zum Beispiel beide Eltern verloren. Und trotzdem wirken Sie unglaublich fröhlich und optimistisch. Wie machen Sie das?

Die Zeit bleibt nicht stehen. Das zu begreifen, kostet viel Kraft. Das Leben geht weiter - und zum Glück bin ich von meinem Wesen her einfach ein Stehaufmännchen; ein von Grund auf positiv eingestellter Mensch. Das hat mir schon oft geholfen.

Bei allem, was passiert ist, drängt sich Ihnen nicht die Frage nach dem Warum auf?

Genauso müsste man sich fragen, warum wir hier im Frieden leben können und in anderen Teilen der Welt Krieg herrscht und Menschen Hunger leiden. Darauf kann es keine befriedigende Antwort geben.

Was bedeutet für Sie Glück?

Wenn mein Mann mir aus heiterem Himmel Blumen schenkt. Erst gestern hat er mir einen großen Strauß mitgebracht. Herrlich! Glück bedeutet für mich aber auch, den Moment zu genießen: wenn ich zum Beispiel mit meinen Mädels stundenlang zusammen brunche und wir uns viel zu viele Bagels hineinstopfen.

Glauben Sie an Schicksal?

Ja. Viele Dinge im Leben können wir einfach nicht steuern. Man muss es annehmen und lernen, damit umzugehen. So ist das Leben eben. Und das Wort Schicksal kann ja auch positiv behaftet sein. Alexander Nebe

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