Angelina Jolie: "Meine Kinder sind zu beneiden"

Angelina Jolie zeigt sich im GALA-Interview von einer privaten und sanften Seite. In New York sprach sie über ihre Beziehung zu Brad Pitt, übers Heiraten und Maddox als Adoptions-Botschafter

Angelina Jolie

Aufregung im "Regency Hotel" in New York. , 31, ist hier, um ihren neuen Thriller "The Good Shepherd" zu promoten. Aber mehr Schlagzeilen als ihr lässiger Auftritt im schwarzen Kleid mit tiefem Dekolleté machen ihre Aussagen über die Beziehung zu , 42, die sie der US-"Vogue" anvertraute, mit denen sie das Geheimnis über den Beginn dieser großen Liebe lüftete: "Wir haben 2003 'Mr und Mrs Smith' gedreht. Ich war Single, wollte keine Beziehung. Wir waren nur gute Freunde. Erst Anfang 2005, als seine alte Beziehung beendete (mit , d. Red.), kamen wir richtig zusammen." Sehr romantisch ihre Liebeserklärung an : "Als Maddox ihn das erste Mal Dad nannte, wusste ich: Das ist er!" Auch im GALA-Interview spricht Jolie offen über ihre Familie, sagt immer "wir" und "uns". Die Erinnerung an ihr früheres Leben? So verblichen wie das Tattoo mit dem Namen ihres Ex auf dem linken Oberarm.

GALA: Die Menschen feiern Weihnachten zu Hause - wo ist Ihr Zuhause?

Angelina Jolie: Wir haben keines. Wir haben ein Haus in Los Angeles, wo die meisten unserer Sachen sind, aber das ist schon alles. Und ich mag das so.

GALA: Wollen Sie nie sesshaft werden?

Jolie: Doch, wir reden immer mal wieder davon. Von einem gemütlichen Platz für unsere Kinder, mit einem schönen Teppich, wo alles zusammenpasst. Es ist gar nicht so einfach, mit drei Kindern in Hotels oder Mietshäusern. Wir denken darüber nach, uns in Europa niederzulassen.

GALA: Warum reisen Sie so viel?

Jolie: Ich reise in diese Länder, weil dort meine Kinder herkommen oder andere in ähnlichen Situationen sind wie sie es waren. Ich möchte meinen Kindern ein Vorbild sein. Ich will nicht, dass sie nur in Hollywood aufwachsen. Es ist wichtig für sie zu wissen, wie es draußen in der Welt zugeht und woher sie kommen.

GALA: Wie schaffen Sie es, so viel zu reisen und zugleich ihre Karriere zu verfolgen?

Jolie: Mit einem wunderbaren Partner. Wir wechseln uns ab. Heute Morgen zum Beispiel hat er mich ausschlafen lassen und sich um die Kinder gekümmert. Ich bin aufgewacht und habe gehört, wie er Shilohs Windeln wechselte. Zahara schrie nach der Flasche. Ich habe fünf Minuten nur gelauscht, es war so süß.

GALA: Ursprünglich wollten Sie nur adoptierte Kinder. Wie hat Ihr leibliches Kind Sie verändert?

Jolie: Ich dachte, es würde anders sein, aber das war es gar nicht. Außer, dass Shiloh aussieht wie Brad. Es ist witzig - mit ihrem blonden Haar und den blauen Augen wird sie in der Familie wohl immer etwas Besonderes sein. Meine Kinder sind alle auf verschiedene Arten zu mir gekommen. Aber jedes hatte seinen Moment und war gleich wichtig und gleich schön.

GALA: Wie haben Sie die Schwangerschaft erlebt?

Jolie: Sie war für mich nicht so ausschlaggebend, weil es mir nicht wichtig ist, dass es genetisch mein Kind ist. Aber sicher, schwanger zu sein ist schön, wenn man mit einem Mann zusammen ist und beide einander lieben. Es hat uns als Paar viel bedeutet. Der Moment, als wir das Ultraschallbild sahen, war wunderbar. Gleichzeitig war es auch emotional, als wir Zaharas Bild sahen - unterschiedliche Erfahrungen, aber ähnliche Gefühle.

GALA: Was ist eine perfekte Ehe für Sie?

Jolie: Die gibt es nicht. Und zum Glück bin ich nicht verheiratet.

GALA: Sie wollen Brad nicht heiraten?

Jolie: Ob man es Ehe nennt oder anders - das ist doch nebensächlich. Entscheidend ist, dass man dieselben Dinge will. Es kommt darauf an, was man als richtig und falsch ansieht. Ob man sich einig ist, wie man die Kinder erzieht und ob man sich gegenseitig unterstützt. Welche Ziele man hat, auch über den eigenen Tod hinaus.

GALA: Also ist Freundschaft wichtiger als Romantik?

Jolie: Romantik kann entstehen, wenn man an dieselbe Sache glaubt. Unsere romantischsten Momente waren, als wir etwas Politisches erreicht oder etwas für unsere Kinder getan haben. Dann sehen wir uns als Partner und begegnen uns mit Respekt. Respekt erzeugt Romanze.

GALA: Sie sagten einmal, Sie brauchen keinen Mann, sondern einen Vater. Den scheinen Sie gefunden zu haben.

Jolie: In der Tat. Ich war zufrieden mit meinem Leben als Alleinerziehende. Es konnte nur jemand in mein Leben treten, der ein Vater sein kann. Und Brad ist es. Er geht ganz toll mit den Kindern um. Sie sind wirklich beneidenswert.

GALA: Sie kannten Brad bereits durch die Medien. Was hat Sie am meisten überrascht, als Sie ihn persönlich kennenlernten?

Jolie: Dass er so bodenständig ist. Und jeder, der seine Familie kennt, weiß, dass er aus einem sehr liebevollen Zuhause kommt. Sie alle sind alle ausgeglichen und cool. Und ich weiß, sie sind der Grund, warum er sich als Mensch niemals ändern wird.

GALA: Wie kommen die Kinder miteinander klar?

Jolie: Wunderbar. Maddox und Zahara streiten sich manchmal, weil die Kleine jetzt alt genug ist, ihm seine Spielsachen wegzunehmen. Heute Morgen haben Brad und ich sehr gelacht, weil wir sahen, wie sie sich vor Shiloh anschrien. Ein Chaos! Aber wir sind so glücklich, dass sie einander haben.

GALA: Feiern Sie Weihnachten auf traditionelle Weise?

Jolie: Ja, sicher. Brad und ich sind zwar nicht sehr religiös, aber wir wollen es den Kindern nicht vorenthalten. Wir sind als Familie sehr spirituell. Und wir haben überlegt, in welcher Religion wir die Kinder aufziehen sollen. Wir sind uns einig, dass wir alle Religionen vertreten werden und alle wichtigen Feiertage lehren, und sie können daraus dann ihren eigenen Weg finden.

GALA: Sie haben mit Ihrer Familie einen wahren Adoptions-Trend ausgelöst. Gefällt Ihnen das?

Jolie: Wenn ich auch nur im Geringsten dazu beigetragen habe, dass mehr Kinder auf dieser Welt adoptiert werden, dann bin ich sehr begeistert. Aber ich muss das Maddox anrechnen. Er ist eine Art Botschafter für Waisenkinder geworden. Ich weiß von dem, was mir Menschen sagen, und auch aus meinem Umfeld, dass alle diesen wunderbaren Jungen lieben.

GALA: Mit ihm kann man sicher auch viel unternehmen?

Jolie: Oh ja. Als Shiloh geboren wurde, habe ich ihn und seinen Vater zu einem Männer-Wochenende geschickt. Brad war mit ihm in Afrika Haifische gucken. Natürlich von einem Käfig geschützt - wir sind ja nicht verrückt! (lacht).

GALA: Leben Sie nicht manchmal zu gefährlich? Sie fahren auch Motorrad.

Jolie: Brad und ich fahren Motorrad und fliegen Flugzeuge - aber wir tragen immer Helme. Und wenn wir die Kinder mitnehmen, dann kriegen auch sie Helme.

GALA: Sie besuchen die ärmsten Orte der Welt. Haben Sie manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich bei Bedarf in ein Nobelhotel zurückziehen können?

Jolie: Kommt drauf an. Oft bleibt uns gar nichts anderes übrig als in ein Fünf-Sterne-Hotel zu gehen, weil uns die Paparazzi verfolgen und wir Schutz brauchen. In Kambodscha haben wir in einer Hütte mit zwei Räumen mitten im Dschungel gewohnt, weil wir dort ungestört waren. Aber auch Hotels sind gut für die Kinder, schließlich haben sie immer unsere erste Priorität. Sie sollen sauberes Wasser bekommen, frischen Salat und Gemüse. Das hat Vorrang vor allem.

GALA: Wie erklären Sie den Kleinen die Paparazzi?

Jolie: Mein Leben ist in Ordnung, wie es ist, und ich habe es mir als Schauspielerin ja auch so ausgesucht. Aber ich habe oft Angst, wenn sie den Kindern so nah kommen. Wir machen dann Scherze und sagen: Guck mal, da sind die verrückten Leute wieder. Wir sagen nicht ausdrücklich, dass sie Fotos machen, weil wir dann auch erklären müssten, wozu. Und ich will ihnen nicht erklären müssen, dass wir Aufmerksamkeit auf uns ziehen, weil wir Schauspieler sind. Das wäre die falsche Botschaft.

GALA: George Clooney sagt, wenn er nun schon immer von den Kameras verfolgt wird, fliegt er zum Beispiel in die afrikanische Krisenregion Darfur und macht auf die Probleme dort aufmerksam.

Jolie: Er kann es gern probieren, aber Paparazzi tauchen nie dort auf, wo man sie haben will - nach Darfur fliegen sie leider nie mit (lacht). Aber stimmt schon: Manchmal zahlt es sich aus, berühmt zu sein - weil man etwas anderes in den Mittelpunkt rücken kann als sich selbst.

GALA: Tun Sie auch mal etwas zum Spaß - zum Beispiel shoppen?

Jolie: Ich shoppe selten, manchmal in Indien oder Kambodscha. Brad lacht immer über mich, weil ich eher zufällig etwas finde. Ich habe in Japan einen Kimono gekauft, aber nie getragen. Meist trage ich was in Schwarz, was Bequemes, Schnelles - wegen der Kinder.

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