Andreas Gabalier: "Ich hab ein tapferes Mädel"

Er steht für die heile Bergwelt. Und ein absonderliches Familienbild: Ob seine Frau nach der Hochzeit den Job aufgibt, kann sie selbst entscheiden – obwohl, eigentlich soll sie daheim bleiben, meint Andreas Gabalier

"Servus, grüaß di, i bin der Andi!“ Andreas Gabalier, 31, reicht der GALA-Redakteurin charmant die Hand und gibt ihr auf jede Wange ein Küsschen. Der Volks-Rock’n’Roller, wie er sich selber nennt, riecht nach Aftershave und sieht aus, als sei er gerade der Dusche entsprungen. Stimmt fast: "Erst habe ich verschlafen, dann zu lange gebadet", entschuldigt er sich für die fünfminütige Verspätung. "Man muss es doch ausnutzen, wenn man in einer tollen Hotelsuite mit einer Riesenbadewanne ist“, fügt er lachend hinzu.

Gabalier strahlt eine wohltuende Ruhe aus, dabei arbeitet der gebürtige Grazer fast ununterbrochen. Nächste Woche erscheint sein neues Album und die DVD "Mountain Man Live aus Berlin", die bei Amazon jetzt schon als Top-Seller geführt wird. Doch obwohl (oder gerade weil?) der Bergbauernbub aus der Steiermark auf der Bühne die Sau rauslässt, zeigt er sich im Interview äußerst nachdenklich und unerschrocken ehrlich.

Franz Beckenbauer

Sohn enthüllt Details über seinen Gesundheitszustand

Franz Beckenbauer
Wie steht es um den Gesundheitszustand von Franz Beckenbauer? Die Fußball-Legende ist schon länger angeschlagen - Jetzt äußert sich sein Sohn Joel Beckenbauer dazu.
©Gala

Sind Sie eigentlich ein häuslicher Mensch?

Ja. Ich koche gern. Wenn ich allein bin, gehe ich immer zum Bauernmarkt bei uns. Ich lege viel Wert auf regionales Essen, das geht so weit, dass ich mir von der Nachbarin die Eier hole oder die Fische von der Teichalm. Ich mache gern Steaks, ich esse gern Salat, den hole ich mir auch bei der Nachbarin. Ein Freund von mir hat einen großen Bauernhof am Stadtrand, da wächst sehr viel, was man zu Hause so braucht.

Laden Sie gern zu sich ein?

Ich bewirte meine Freunde gern in meiner Küchenbar, zum Beispiel wenn es ein Fußballspiel gibt.

Wie oft nehmen Sie sich für Freunde und Familie frei?

Ich suche mir immer wieder Wochenenden raus, die ich zu Hause verbringe. Deshalb ist das alte Leben nicht ganz verloren gegangen. Das ist wichtig – für die Familie, für Freunde, für die Oma, die wird jetzt zu Ostern 90, da gibt es eine fette Fete. 150 Leute, mit allen Verwandten. Das sind Phasen, die brauche ich. Ich brauche meine Motorradtouren und meine Skiwochen. Ich brauche meinen Sport zum Ausgleich.

Der "Volks-Rock’n’Roller" mit Freundin Silvia Schneider. Mit der österreichischen Moderatorin ist Andreas Gabalier seit 2013 glücklich

Und Zeit mit Ihrer Freundin?

Die natürlich auch. Sie ist sehr tapfer und muss das ja alles mitmachen. Es ist schon ein wildes Leben. Ich höre viel von Kollegen, die sind dreimal geschieden oder haben fünf Kinder von drei Frauen. Davon träume ich jetzt nicht. Ich habe ein tapferes Mädel gefunden, die viel ertragen kann, die vielleicht stark genug ist – wer weiß.

Wohnen Sie zusammen?

Nein. Ich wohne nach wie vor in meiner Wohnung in Graz – für zwei Nächte die Woche ungefähr. Die Silvia ist aus Oberösterreich, wir sehen uns in der Freizeit.

Wie schaffen Sie es, gemeinsame Auszeiten zu finden?

Das ist schwer. Zu Hause alles halbwegs auf die Reihe zu bringen ist die große Herausforderung. Dessen bin ich mir sehr bewusst, deshalb ziehe ich auch seit Weihnachten an der Handbremse und richte mir immer wieder ein paar Wochen ein, wo ich sag: da nicht, da nicht, da nicht. In den Schulferien sowieso nicht, denn dann sind auch alle meine Freunde zu Hause, die zum Teil schon Kinder haben. Dann will ich auch daheim sein, weil dann im Garten gegrillt wird, weil wir dann Ski fahren und baden gehen können.

Möchten Sie auch Kinder?

Die sind gerade nicht im Gespräch. Vielleicht kommt das ja noch.

Wie wären Sie wohl als Vater?

Darüber habe ich mir noch gar keinen Kopf gemacht. Nein, ich würde auch noch keiner sein wollen. Da fehlt mir noch die nötige Reife.

Und wie sieht es mit einer Hochzeit aus?

Auch die habe ich noch nicht geplant. Gott sei Dank darf das ja der Mann bestimmen. (lacht) Ich möchte es nicht zwischen Tür und Angel machen. Es muss sich richtig anfühlen, dass man sagt: Jetzt ist der Moment! Nicht nur mal eine Woche freischaufeln, damit man es gemacht hat, nein. Nächstes Jahr ist noch ganz dick und fett verplant. In der Kopfspinnerei wird es 2018 ein bisschen ruhiger. 2019 sind dann die ersten zehn Jahre meiner Musikerkarriere rum. Danach kann man sagen: Es war eine unfassbare Zeit, jetzt kann man a bisserl kürzer treten!

Sie wurden häufig für Ihr Frauenbild kritisiert. Soll Ihre Freundin ihren Job aufgeben, wenn Sie eine Familie gründen?

Ich finde, das sollte den Frauen freigestellt sein. Heute traut sich die Frau schon fast nicht mehr, sich zu freuen, wenn sie sich zu Hause um die Kinder kümmert, weil es so hingestellt wird, als wäre das der größte Fauxpas überhaupt. Als müsste sich jede Mutter, die sich den Kindern hingibt und mal auf den Job pfeift, als zweitklassiger Mensch fühlen. Ich sehe es als etwas Schönes, da ich es selbst auch bei uns so erlebt habe, dass die Mama das mit voller Hingabe gemacht und genossen hat. Jeder, der seinen Job weitermachen will, soll ihn machen.

Was heißt das für Sie beide konkret?

Bei uns wird sich die Frage nicht stellen, denn bis es dazu kommt, spielt es ja auch finanziell überhaupt keine Rolle, dass Silvia daheim bleibt. Da sind wir natürlich eine Ausnahme, die meisten kämpfen am Monatsende ums Überleben. Aber es steht einfach nicht zur Diskussion, natürlich wird sie als Mutter zu Hause bleiben. Sie freut sich vermutlich auch drauf, weil sie es selber so erlebt hat mit ihrer Mama.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche