André Borchers: Exklusiv: "Sylvie Meis erzählt mir alles!

"Gala" hat im Interview mit Designer André Borchers über seine Karriere, Vorurteile und seine gute Freundin Sylvie Meis gesprochen

André Borchers

Von Janina Kirsch

Als wir Modedesigner André Borchers zum Mittagessen im Hamburger Szenehotel "The George" treffen, kommt er nicht allein sondern in Begleitung seines treusten Gefährten: Rafferty. Ein Mischlingshund, den er vor dem Tierheim bewahrt habe. Liebevoll streichelt er dem Hund über das braune Fell, dann gibt er ihm einen Knochen. Bei diesem Anblick wird schnell klar, dass hinter der glänzenden Fassade des reichen Erben mit Wohnorten in Hamburg und Paris, wesentlich mehr steckt.

Gülcan Kamps

Sie findet harte Worte für Fußfetischisten

Gülcan Kamps 
Gülcan Kamps fühlt sich von Fußfetischisten bedrängt.
©Gala

Viele Menschen kennen Sie aus der Zeitung, wissen, dass Sie Mode designen, wohlhabend sind und der beste Freund von Sylvie Meis – mehr aber nicht.

Das finde ich natürlich schade, aber diesem sollten wir schnellst möglichst Abhilfe schaffen.

"Gala"-Redakteurin Janina Kirsch mit André Borchers im Hotel "The George".

Na, dann mal los. Erzählen Sie doch mal von ihrer Arbeit. Sie haben eine eigene Taschenkollektion, entwerfen regelmäßig Kollektionen für "Otto" – was noch?

Es gibt viele Projekte, die ich als Designer für andere Labels mache, aber nicht unter meinem Namen auftrete. Es ist mir nicht wichtig, dass überall "André Borchers" draufsteht.

Das müssen Sie erklären.

Ich möchte mich einfach auf meinen Job konzentrieren und diesen unabhängig von meinem Namen durchführen. Ich bin froh Projekte zu haben, die rein gar nichts mit mir als Person des öffentlichen Lebens zu tun haben.

Können Sie uns ein paar dieser Projekte verraten?

Ich habe zum Beispiel eine Möbelkollektion für Bornhold entworfen. Wohnaccessoires, Beistelltische aber auch Sessel und Sofas. Alles im Pop-Art–Stil. Außerdem arbeite ich an einer eigenen Hundekollektion.

Leben Sie ihren Traum?

Für mich war immer klar, dass ich in die Mode gehen möchte. Schon mit zwölf habe ich mir gewünscht, später einmal ein eigenes Modelabel zu haben.

Wie fanden Ihre Eltern das?

Meine Eltern waren irritiert. Ich habe das lange nicht erzählt. Meine Eltern haben sich immer gefragt, warum ich so viel zeichne. Sie haben mich aber nie so wirklich verstanden.

Davon haben Sie sich ja scheinbar nicht unterkriegen lassen.

Nach der Schule habe ich angefangen "International Management" zu studieren, um meine Eltern zufrieden zustellen. Mir wurde aber schnell klar: Mein Leben ist mein Leben und ich habe ein anderes Leben, als das, was meine Eltern für mich gut fänden. Ich habe mich entschieden das zu machen, was ich machen möchte und das Risiko in Kauf genommen, das meine Eltern mich für verrückt erklären.

Also sind Sie nach New York gegangen.

Ich habe schnell gemerkt, dass es in diesem Beruf nicht nur um Talent geht, sondern auch um gute Kontakte. Darum sich ein gutes Netzwerk aufzubauen und Erfahrung zu sammeln. Ich bin dann fünf Jahre zwischen Hamburg und New York gependelt.

Was Ihre Eltern bezahlt haben?

Sie haben mich finanziell sehr unterstützt und dafür bin ich ihnen sehr dankbar, allerdings habe ich auch immer etwas dafür getan. Ich habe die ganze Zeit eigenes Geld verdient, als Fashion-Stylist für "Sacks" gearbeitet und viel für das "New York Fashion Magazine" gemacht.

Er liebt Mode: André Borchers in seinem Ankleidezimmer in Paris.

Und haben dabei Paris Hilton samt Clique kennengelernt?

Ich habe erst Richie Rich kennengelernt. Er ist ein sehr guter Freund geworden – leider hat er sich jetzt ziemlich verändert – aber das ist eine andere Sache. Er war der beste Freund von Paris Hilton.

Haben Sie heute noch Kontakt?

Richtig guten Kontakt habe ich nur zu Misha Barton und Quincy, dem Sohn von P.Diddy. Wir telefonieren bzw. skypen regelmäßig. Das sind Freunde, die anderen Leute sind einfach nur oberflächliche Kontakte.

Wovon Sie sicherlich viele haben.

In der Tat. Aber meine wahren Freunde, die kann ich an einer Hand abzählen.

Und dazu gehört auch Sylvie Meis.

Auf jeden Fall.

Was macht diese Freundschaft aus?

Sie erzählt mir alles und ich erzähle ihr alles. Wir vertrauen uns und gehen respektvoll miteinander um. Natürlich haben wir auch Streit, so wie das unter Freunden so ist.

Man muss ja auch nicht immer einer Meinung sein.

Eben. Es tut auch gut, sich die Meinung zu sagen. Wollen Sie mal bei einem Streit dabei sein? (lacht)

Wieso? Fliegen dann die Fetzen?

Wir sind ja nicht mehr 16 – dann wären bestimmt die Fetzen geflogen. Aber wir können sehr gut diskutieren.

Worüber streiten Sie denn?

Man kann es nicht wirklich Streit nennen, es sind manchmal nur Meinungsverschiedenheiten. Wichtig ist, dass wir uns am Ende immer wieder vertragen.

Sie und Sylvie sind beide Menschen, die sehr viel Luxus besitzen. Viele fragen sich, was hinter all den Status-Symbolen, hinter der Fassade steckt?

Ein junger Mann, der auch kämpfen und sich vieles erarbeiten musste. Ich bin kein Kind, das alles bedingungslos von seinen Eltern bekommt. Ich habe für meinen Traum gekämpft gegen den Willen meiner Eltern – auch wenn sie mich finanziell unterstützt haben. Ich musste mich immer beweisen – meine Eltern wollen Leistungen sehen, genau wie meine Arbeitgeber.

Jetzt haben Sie die Gelegenheit mit allen Vorurteilen aufzuräumen, also los!

Naja, das ist aber nicht so einfach. Aber kurz gesagt: Ich sitze nicht den ganzen Tag zu Hause im Bett, trinke Champagner und bestelle mir Sushi. Dafür habe ich viel zu viel zu tun.

Haben Sie in ihrem Leben überhaupt noch Wünsche offen?

Natürlich. Ich hoffe, dass ich weiterhin einen stabilen Freundeskreis habe, dem ich vertrauen kann. Ich wünsche mir, nicht oft enttäuscht zu werden. Und natürlich eine Partnerschaft, eine Familie und viel Gesundheit für meine Freunde und Familie. Materielle Dinge kann man eben nicht mit Emotionen vergleichen.

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