Alexa Hennig von Lange: Chefin einer Großfamilie

Die Schriftstellerin hat fünf Kinder mit drei Männern. Wie daraus eine Familie wurde, erzählt sie in ihrem neuen Buch – und in GALA

Alexa Hennig von Lange

Bekannt wurde sie gleich mit ihrem Debütroman. "Relax" hieß Alexa Hennig von Langes Buch übers Erwachsenwerden, das sie sofort auf die Bestsellerliste katapultierte.

Heute, knapp 20 Jahre später, kümmert sie sich wieder ums Erwachsenwerden – jetzt allerdings aus Muttersicht. Und "Relax" kann sie sich mehrmals am Tag selbst zurufen. Mittlerweile hat die Autorin fünf Kinder: Tochter Mia stammt aus einer frühen Beziehung, Sohn Pontus aus ihrer ersten Ehe und die drei jüngsten Kinder aus ihrer aktuellen Ehe mit dem Journalisten Marcus Jauer. Mit ihm gemeinsam hat sie jetzt ein Buch geschrieben über die Herausforderungen und schönen Momente, wenn ein Paar sich findet und eine neue Familie entsteht. Sehr erwachsen. Und sehr gut.

Sie waren einige Zeit Single, bevor Sie Ihren jetzigen Mann kennenlernten. Hatten Sie je Bedenken, ob Sie als Zweifachmutter überhaupt einen neuen Partner finden?

Nicht mehr als jede andere ungebundene Frau – da war mein Umfeld wesentlich besorgter. Als ich Marcus begegnete, wurde mir ständig bedeutungsvoll gesagt: Oha, was dieser Mann auf sich nimmt! Mit dir und den zwei Kindern, ist schon toll! Und ich dachte: Aber ich gebe doch auch etwas! Mein Zuhause, mein Vertrauen, meine Familie.

"Stresst ihr noch oder liebt ihr schon?“ heißt das Buch des Autorenduos Hennig von Lange/Jauer. Es erscheint am 22. August (Gütersloher Verlagshaus, 192 S., 17,99 Euro)

Haben Sie gleich gemerkt, dass er der Richtige ist?

Ja. Ich habe ihn gesehen, und etwas in mir hat gesagt: Das ist er! Kein Zweifel. Für immer.

Was haben Ihre Kinder gesagt?

Glücklicherweise mochten meine beiden Großen Marcus vom ersten Moment an. Aber er hat sich auch nicht geschont. Plötzlich haben wir gemeinsam Ausflüge unternommen, sind zelten oder paddeln gefahren. Gerade mein Sohn war von so viel ungewohntem Abenteuer komplett geflasht.

Mittlerweile haben Sie fünf Kinder. Weshalb so viele?

Als Eltern ist es einfach immer wieder schön zu sehen, welchen Zauber die tägliche Entfaltung der Kinder mit sich bringt. Weswegen mein Mann gerne noch ein paar mehr hätte. Ich lächle dazu freundlich …

Also sind weitere geplant?

Ich gebe zu, mir fällt es schwer, kategorisch zu sagen: Ich möchte kein Kind mehr. Aber ich merke natürlich, dass es mit jeder Schwangerschaft anstrengender wird. Außerdem nehme ich jedes Mal locker 30 Kilo zu, und es ist hart, die wieder loszuwerden.

Wie hat das bisher geklappt?

Mit Joggen. Außerdem habe ich während der Schwangerschaften dieses Sportprogramm nach gemacht. Derzeit hüpfe ich zur DVD-Anleitung von im Zimmer herum. Der kennt echt keine Gnade! Und Ernährungsumstellung natürlich: Ich esse kaum Zucker.

Sie sind jetzt Chefin einer Großfamilie. Was wird mit mehreren Kindern einfacher?

Man lernt schnell, von Prinzipien zu lassen. Tischmanieren etwa, die mir früher sehr wichtig waren, lassen sich mit so vielen Kindern nicht in der Konsequenz durchhalten. Jeden Tag ein bisschen, sage ich mir. Über ein umgekipptes Glas Apfelsaft rege ich mich inzwischen nicht mehr auf. Sonst wäre ich ständig auf 180.

Alle zusammen auf einer Bank (v. l.): Marla, 2, Pontus, 13, Alexa Hennig von Lange, 43, Ehemann Marcus Jauer, 41, mit Holly, neun Monate, Aaron, 4, und Mia, 17 Jahre. Die Familie lebt in einem Haus in Brandenburg, rund 30 Kilometer von Berlin

Neben Ihrem Mann gibt's noch zwei Väter. Wie integrieren Sie die beiden in die Familie?

Wir reden viel und bringen uns gegenseitig auf den neuesten Stand. Grundsätzlich muss man akzeptieren, dass auch die in der aktuellen Familie nicht anwesenden Väter unbedingt dazugehören. Bei uns klappt das ganz gut, wir feiern sogar alle zusammen Weihnachten.

Was ist das Beste, das Sie von Ihren Kindern gelernt haben?

Nicht nachtragend zu sein. Kinder vergessen unglaublich schnell. Unsere Kleinen lernen im Kindergarten, dass man sich entschuldigt, wenn man aus Versehen jemanden geschubst hat. Und damit ist es aber auch erledigt.

Bleibt bei all dem Trubel zu Hause überhaupt noch gemeinsame Paar-Zeit übrig?

Nun ja. Wir waren das letzte Mal vor einem Jahr an Marcus’ Geburtstag essen. Und im Kino an genau dem Tag, an dem ich erfahren habe, dass ich wieder schwanger bin – also vor knapp zwei Jahren. Im Grunde genommen gibt es diese Auszeiten nicht. Unser Liebesgeheimnis ist, dass wir uns alles erzählen, um uns nicht fremd zu werden.

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche