"Take That"-Star Howard Donald "Großartiges Album in der Mache"


Mit "Gala" sprach der "Got to Dance"-Juror Howard Donald über seine schwierige Anfangszeit vor der "Take That"-Karriere, das neue "Take That"-Album, Vater-Sein und wie sein Körper nach 25 Jahren im Showbiz gelitten hat

Von Hauke Herffs

Sie sind gerade mit "Take That" im Studio. "Ich freu mich schon, wenn ihr die Sachen hören könnt", haben Sie kürzlich getwittert. Es läuft also gut?

Großartig. Wir haben Ende Januar mit den Album-Aufnahmen angefangen, und es wird sicher noch bis Ende September gehen. Von der Zeitplanung her ist das für mich momentan eine große Herausforderung, weil ich ja gerade noch "Got to Dance" mache. Mein Terminkalender ist noch voller als im vergangenen Jahr, und es muss noch mehr organisiert werden. Gestern war ich noch mit den anderen drei im Studio, letzte Woche für die Aufnahmen in Los Angeles, jetzt bin ich gerade von London rüber nach Deutschland geflogen. Ich bin sehr gespannt. Wir schreiben viel selbst und zusammen mit Co-Autoren, und wir haben schon ein paar großartige Tracks aufgenommen. Ich glaube, wir haben da ein gutes Album in der Mache.

Robbie Williams ist definitiv nicht dabei? 2011 hat er die Band ja wieder verlassen.

Nein, es sind wir vier.

Wann wird das Album rauskommen?

Ende des Jahres. Nächstes Jahr ist auch eine Tour angedacht. Konkrete Dates kann ich aber noch nicht sagen.

Sie sind 1989 mit "Take That" gestartet. Sie sind also seit rund 25 Jahren im Showbiz dabei. Wie geht es Ihrem Körper? Wo zwickt’s am meisten?

Seit den Neunzigern habe ich im unteren Rücken immer wieder Probleme. Aber das kann alles wieder hingebogen werden. Die Knie schmerzen ziemlich, das ist schon ernster. Klar, du schaust dir diese jungen Tanz-Talente an und dann erinnerst du dich, wie hungrig wir mit "Take That" in der Anfangszeit waren. Wie wir uns da in jede Bewegung hineingeworfen haben. Heute sind wir vorsichtiger. Verrückte Moves vermeiden wir. (lacht) Legen die Songs so, dass nicht zu viele schnelle Stücke hintereinander kommen.

"Wenn ihr Kinder habt. Feiert das! Es ist ein großes Glück sie in seinem Leben zu haben", haben Sie vor einigen Tagen auf Twitter geschrieben. Sie haben zwei Töchter im Alter von neun bis 15 Jahren aus zwei unterschiedlichen Beziehungen. Wie sehr hat Sie das Vater-Sein verändert?

Sehr. Es war damals eine Art Wake-Up-Call. Vater zu sein ist manchmal anstrengend und nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber es gibt dir so viel Schönes und Gutes zurück. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich neun Jahre alt war. Ich habe meinen Vater relativ wenig gesehen. Ich will nicht, dass zum Beispiel meine Jüngste, die bei ihrer Mutter in Münster lebt, aufwächst so wie ich damals. Deshalb bin ich alle zwei Wochen bei ihr. Ich habe in Münster ein Apartment. Die Kinder kommen bei mir immer an erster Stelle.

Sie leben in London. Wie ist es, wenn man dann ein paar Tage mit seinem Kind zusammen verbringt?

(Seufzt) Wenn du mit ihnen zusammen bist, fällt es dir schwer, dich wieder von ihnen zu trennen. Dann willst du immer noch mehr Zeit mit ihnen haben.

Was haben Sie von Ihrem Vater übernommen in Sachen Erziehung?

(Überlegt) Kann ich nicht sagen. Weil er so früh weg war, erinnere ich mich eigentlich nur daran, dass er sehr streng war. Und er sagte immer: 'Wenn du anfängst zu arbeiten, wünscht du dich zurück in die Schule.' Das habe ich heute noch gut im Kopf. Aber: Für mich war das kompletter Bullshit. Ich mochte die Schule nicht. (lacht) Ich bin ja nicht gleich bei "Take That" eingestiegen nach dem Ende der Schulzeit, sondern habe erst einmal fünf Jahre ein paar normale Jobs durchgezogen.

Zum Beispiel?

Ich habe in einer Autowerkstatt gearbeitet. Das war harte Arbeit, aber ich mochte das immer noch lieber als die Schule. Heute will ich meine Kinder nicht zu sehr unter Druck setzen, aber ich sage ihnen immer: "Jetzt ist deine Zeit, versuche dein Bestes." Denn wenn du die Schule verlässt, willst du einen guten Job bekommen, genug Geld haben, um dir vielleicht eine Wohnung und ein Auto zu leisten. Da denkst du in dem Alter nicht drüber nach.

Wie kommt Ihre Lebensgefährtin mit Ihren Kindern klar?

Katie liebt meine Kinder, und meine Kids mögen sie unfassbar gern. Sie vertraut mir, sie liebt mich, sie ist wundervoll. Es ist nicht immer leicht für sie, aber sie macht das großartig.

Gala

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