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Ian McKellen Offener Brief an Putin

Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi hat Ian McKellen gemeinsam mit 27 Nobelpreisträgern gegen die homosexuellenfeindlichen Gesetze Putins appelliert

Sir Ian McKellen hat sich mit 27 Nobelpreisträgern aus Wissenschaft und Kunst zusammengetan, um gegen die homosexuellenfeindlichen Gesetze Russlands zu protestieren. In einem offenen Brief, der in der britischen Zeitung "The Independent" veröffentlicht wurde, fordern sie Wladimir Putin auf, die Gesetzgebung aufzuheben.

Unter den Unterzeichnern des Briefes befinden sich auch die Schriftstellerin Herta Müller, der deutsche Physiker Gerhard Ertl und Chemiker Sir Harold Kroto. Gemeinsam mit dem 74-jährigen Schauspieler hat Kroto das Schreiben formuliert, aus dem auch hervorgeht, dass sie seit Schulzeiten befreundet sind.

Ihr Anliegen sei es, zu zeigen, "dass viele ranghohe Mitglieder der internationalen Wissenschaftsgemeinde sich mit Politikern, Künstlern, Sportlern und vielen anderen solidarisieren, die bereits ihre Abscheu für die Maßnahmen der russischen Regierung gegen homosexuelle Bürger zum Ausdruck gebracht haben".

Ian McKellen, der selbst homosexuell ist, setzt sich bereits seit vielen Jahren für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen ein.

Der offene Brief kommt nur wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi. Im Juni hatte Präsident Wladimir Putin ein Gesetz verabschiedet, das positive Äußerungen über Homosexuelle in der Öffentlichkeit verbietet.

Die Gruppe um Ian McKellen schreibt weiter, sie hoffe, dass der russische Staat die humanitären, politischen und demokratischen Prinzipien des 21. Jahrhunderts wieder annehme, für die Michael Gorbatschow so lange gearbeitet habe.

Der Schauspieler, der den Brief mit seinem Namen und "auch bekannt als Henry V./Gandalf" unterzeichnete, schrieb außerdem aus seiner persönlichen Perpektive: "Ich wurde vom britischen Außenministerium gewarnt, dass ich in Russland nicht offen über meine Sexualität sprechen könnte, zumindest wenn unter 18-Jährige dabei sind. Deshalb musste ich Einladungen zu russischen Filmfestivals absagen."

Ob und wie Wladimir Putin auf das Anliegen der geistigen Elite reagiert, bleibt abzuwarten.

iwe


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