Iñaki Urdangarin: So privilegiert lebt er im Gefängnis

Iñaki Urdangarin genießt als Häftling einige Privilegien – und macht sich damit unbeliebter denn je 

Unter einer gerechten Strafe hatten sich die meisten Spanier eigentlich etwas anderes vorgestellt. Denn statt trocken Brot und Wasser, karger Zelle und rauem Umgangston genießt Iñaki Urdangarín, 50, gerade eine Menge Annehmlichkeiten im Knast von Brieva, einem kleinen Dorf rund 120 Kilometer von Madrid entfernt.

Iñaki Urdangarin genießt die Privilegien des Gefängnisses 

Prinzessin Cristina + Iñaki Urdangarín

Als ruhig und konfliktlos gilt das Frauengefängnis, in dem der Schwager von König Felipe, 50, seit dem 18. Juni seine Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verbüßt. Männer werden hier eigentlich nur übergangsweise untergebracht. Aus Angst vor Übergriffen könnten die Behörden bei Urdangarín jedoch langfristig eine Ausnahme machen. Aktuell sitzt der Mann von Prinzessin Cristina, 53, allein im Männertrakt. Mit 16 Quadratmetern hat sich Urdangarín dort die größte Zelle ausgesucht. Wird die Sehnsucht nach seiner Ehefrau zu groß – er und Cristina sind seit über 20 Jahren ein Paar –, darf er sich einmal im Monat mit ihr in der "Liebeszelle" treffen. In dem Raum ohne Videoüberwachung gibt es nichts als die beiden. Zwei Stunden voller Zweisamkeit. 

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Prinzessin Cristina besuchte ihren Mann alleine

Beim ersten Besuch nutzte Cristina allerdings den normalen Besucherraum. Trotz wartender Presse konnte sie unerkannt das Gefängnis betreten und sprach – abgeschirmt durch eine Trennwand – 40 Minuten lang mit ihrem Mann. Urdangarín darf einmal in der Woche Besucher empfangen und zehn Telefonate von jeweils fünf Minuten Länge führen. Seine drei Mahlzeiten am Tag nimmt er allein im Speisesaal ein, es gibt keinen Kontakt zu den weiblichen Insassen. Ungestört guckt er dort sämtliche Spiele der Fußball-WM, oder er spaziert durch den 25 Quadratmeter großen Innenhof. Jeden Sonntag besucht ein Jesuiten-Pater den tief gläubigen Spanier. Und da er die Sportanlage nur nutzen darf, wenn sich dort keine Frauen aufhalten, bekam der Ex-Handballprofi Hanteln und ein Spinning-Rad zur Verfügung gestellt. 

Iñaki Urdangarin will Einspruch erheben 

Iñaki Urdangarín holte seinen Haftbefehl nach der Verurteilung am Landgericht in Palma de Mallorca selbst ab. Der Familienvater muss für knapp sechs Jahre ins Gefängnis.

Die Privilegien des ehemaligen Herzogs von Palma stoßen nicht wenigen seiner Landsleute böse auf. Von "Bevorzugung" und "Luxus-Knast" ist die Rede – und das nach all dem, was Iñaki Urdangarín sich geleistet hat. Unter dem Deckmantel seiner angeblich wohltätigen Organisation Nóos veruntreute er öffentliche Gelder in Millionenhöhe, fälschte Dokumente und schleuste Steuern am Fiskus vorbei. Noch bevor er verurteilt wurde, hatte ihm König Felipe den einstigen Herzogtitel entzogen. Doch an ein Eingeständnis denkt Urdangarín trotzdem nicht. Stattdessen will er jetzt beim Verfassungsgericht Einspruch erheben – obwohl er laut Experten nicht mit einem Freispruch zu rechnen hat. Bei guter Führung könnte der vierfache Familienvater allerdings nach zweieinhalb Jahren in den offenen Strafvollzug entlassen werden. Bis dahin wird Urdangarín seine bevorzugte Situation im Gefängnis genießen. Nur seine Zelle und die Toilette muss er jetzt selbst putzen. 

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