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Helene Fischer Gala.de sprach mit dem Mann, der sie verklagen will

Der Österreicher Heimo Eitel will gegen Helene Fischer klagen, weil er sich diskriminiert fühlt. Gala.de begab sich auf Spurensuche und sprach mit dem 63-jährigen Eitel über die Gründe der Klage und was er wirklich von Helene Fischer fordert

Was für ein Wirbel um Helene Fischer! Ende August gab es böse Schlagzeilen um die schöne Sängerin. Der Grund: Rentner Heimo Eitel wollte den Schlager-Star verklagen, weil er sich von ihr diskriminiert fühlte. Gala.de hakte bei dem Österreicher nach, was es mit den Vorwürfen auf sich hat. Am 15. Juli fuhr der 63-Jährige, der an der Nervenkrankheit ALS leidet, zu einem Konzert von Helene Fischer in die österreichische Gemeinde Mörbisch am See. Dort wollte er sich mit einer Gruppe Behinderter treffen. Gegenüber Gala.de berichtet Eitel, wie Helene Fischer auf die Fans reagiert hat: "Ich wollte ihr zu ihrem Geburtstag ein kleines Geschenk machen, eine Antiquität. Das Ganze wäre in einer Minute erledigt gewesen. Sie kommt, sieht unsere Gruppe, macht einen Bogen auf die andere Wegseite, drei Meter weiter und lacht uns hämisch aus, wirklich hämisch, nicht laut. Dann ist sie einfach weiter gegangen und hat uns ignoriert." Dass es sich um ein Missverständnis gehandelt haben könnte, schließt Heimo Eitel aus: "Sie hat uns gesehen, auf alle Fälle, sonst wäre sie in uns hineingelaufen."

Der Vorfall zerstörte nicht nur sein Bild von Helene Fischer, sondern hat sich auch auf seine Krankheit ausgewirkt, wie er Gala.de erläuterte: "Die Krankheit wird durch die Psyche gesteuert. Geht's dir schlecht, ist die Krankheit auch schlechter. Hast du ein positives Erlebnis, ist die Krankheit auch besser." Nach dem Vorfall mit Helene Fischer ging es ihm "sieben, acht Wochen ganz schlecht", zeitweise konnte er nur mit langen Beinschienen gehen.

ALS-Patient Heimo Eitel will Helene Fischer verklagen.
ALS-Patient Heimo Eitel will Helene Fischer verklagen.
© Picture Alliance

Eitel strebte in Absprache mit dem österreichischen Behindertenverband und dem Bundesministerium für Soziales eine Schlichtungsverhandlung an, um die Angelegenheit mit Helene Fischer zu klären, doch die Schlagersängerin erschien nicht persönlich zu dem Gesprächstermin. Jetzt strebt Eitel eine Klage auf der Grundlage des Diskriminierungsverbots gegen Behinderte an. Dabei steht ihm die Wiener Rechtsanwältin Dr. Astrid Wagner beiseite.

Wagner sagte Gala.de, dass sich ihr Mandant durch den Vorfall "ausgelacht" und "gedemütigt gefühlt" habe und in der Folge unter körperlichen Schmerzen litt. Dazu kamen Beschimpfungen und Drohungen von wütenden Helene-Fischer-Fans. "Das setzt ihm psychisch sehr zu. Anrufe um halb zwei Uhr in der Frühe. Es ist wirklich entsetzlich. Ein Kesseltreiben", so Wagner. Auch in ihrer Anwaltskanzlei gebe es häufig solche Anrufe "Regelrechte Hasstiraden", empört sich Wagner. Und weiter: "Als Anwalt wird man ja wohl seine Arbeit tun dürfen und ich glaube, eine Demokratie muss das aushalten. Und der Herr Eitel fühlt sich gedemütigt. Er hat das sehr plausibel dargestellt. Es gibt ein Gesetz. Es gibt Gott sei Dank noch unabhängige Gerichte, die werden das dann entscheiden. Aber die Volksseele ist da irgendwie fehl am Platz. Es ist natürlich eine sehr emotionale Sache, aber ich hätte nicht gedacht, dass das jetzt so ausartet." Ein Gutachten stehe noch aus, dann wollen Heimo Eitel und seine Anwältin die Klage einreichen.

Was sagt Helene Fischer zu den Vorwürfen gegen sie? Auf Nachfrage von Gala.de äußerte sich ihr Management nicht dazu. Das einzige Statement zu der Angelegenheit gab die 30-Jährige der "Bild". Darin erklärte sie: "Die Vorwürfe schockieren mich sehr. Es liegt mir fern, jemanden in irgendeiner Weise zu diskriminieren und ich habe das auch noch nie getan. Ich respektiere und achte prinzipiell jeden Menschen von ganzem Herzen. So bin ich erzogen worden und so lebe ich es."

Auf die Frage, was er jetzt von Helene Fischer erwartet, antwortet Eitel: "Diesen ganzen Konflikt, der jetzt immer mehr und mehr eskaliert, könnte man ganz leicht lösen. Wenn sie sagt, 'OK, reden wir drüber, gemeinsam', bin ich der Letzte, der dann nicht alles tut." Vor allem erwarte er, dass Helene Fischer persönlich auf ihn zukomme. "Wenn sie das tut, ist alles bestimmt innerhalb von 14 Tagen in Ordnung. Davon bin ich überzeugt." Ob sich Helene Fischer darauf einlässt, wird sich zeigen.

pko Gala


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