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Heidi Klum So nicht, Seal!

Bisher schien es, als würde Heidi Klums Scheidung unkompliziert verlaufen. Doch jetzt missbrauchte Noch-Ehemann Seal ihr Vertrauen in übelster Weise - das könnte ihn sogar das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder kosten

Angefühlt hat es sich für Heidi Klum wohl wie ein Schlag ins Gesicht.

Es ist der ultimative Vertrauensmissbrauch, den Seal an ihr begangen hat - er setzte sich einfach über ihr wichtigstes Anliegen hinweg: das Wohl der gemeinsamen Kinder. Statt ihre Familie zu schützen, wie es bisher das erklärte Ziel des Klum- Clans war, präsentierte er die vier jetzt vollkommen ungeschützt der Öffentlichkeit. Und das, welch unangenehmer Beigeschmack, ausschließlich zu seinem eigenen Nutzen. Die Klum-Kids waren in einem Werbefilm zu sehen, den Seal für die Kamera-Firma Leica gedreht hatte. In dem knapp vierminütigen Spot, der Anfang voriger Woche noch auf der Seite des Unternehmens angeklickt werden konnte, sieht man ein niedliches blondes Mädchen, das Rücken an Rücken mit einem kleinen Jungen kuschelt - Heidis Kinder Leni und Johan. In weiteren Szenen sind auch Lou und Henry zu sehen, die Geschwister wirken sehr vertraut, Lou macht fröhlich Faxen.

Zweifellos gut gelungene Fotos - aber eben nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern eher fürs Familienalbum. So sieht das jedenfalls Heidi Klum, die durch ihren Anwalt Ralf Höcker Einspruch erheben ließ, als Fotos aus dem Spot vorige Woche auch noch in der "Bild"- Zeitung veröffentlicht wurden. "Meine Mandantin hat niemals darin ein gewilligt, dass diese Bilder irgendwo ge zeigt werden - weder in einem Film noch in einer Zeitung", heißt es aus der Kölner Kanzlei. Und weiter: "Die Zustimmung beider Elternteile ist jedoch Voraussetzung dafür, dass solche Bilder gezeigt werden dürfen." Genau diese hat Seal offenbar nicht bei Heidi eingeholt, ganz im Gegenteil, er hat sie schnöde übergangen. Dazu will sich ihr Anwalt jedoch nicht explizit äußern: "Wir geben in dieser Sache vorläufig keinen weiteren Kommentar ab", so Ralf Höcker zu "Gala". Die Firma Leica reagierte sofort und nahm das umstrittene Video, das übrigens schon einige Zeit quasi unbemerkt auf der Seite zu sehen war, von der Homepage; die "Bild"-Zeitung folgte wenig später. "Selbstverständlich respektiert Leica Camera das Privatleben von Seal und seinen Kindern. Insbesondere aus diesem Grund wurden vor dem Dreh des Videos und der Veröffentlichung alle relevanten Fragen mit Seal und seinem Management geregelt", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Vorwurfsvoll hört sich das zwischen den Zeilen an, als würde man bei Leica die Schuld an dem PR-Debakel dem prominenten Testimonial zuschreiben.

Dagegen, dass die "Bild"-Zeitung ihren Nachwuchs abbildete, ging Heidi Klum sofort vor. Sie twitterte jüngst ein Foto von sich v
Dagegen, dass die "Bild"-Zeitung ihren Nachwuchs abbildete, ging Heidi Klum sofort vor. Sie twitterte jüngst ein Foto von sich vor dem Naturkundemuseum in New York, das alle gemeinsam besuchten - es wirkt wie eine Antwort auf Seals unseligen Werbespot. Denn ihre Kids zeigte sie natürlich nicht auf dem Bild.
© twitter.com/heidiklum / BILD

Seal ruderte gleichfalls zurück und nahm das Video von seiner eigenen Homepage. Selbst in den USA, wo Fotos der Klum- Kinder aufgrund des amerikanischen Presserechts unverpixelt gezeigt werden dürfen, kann es jetzt nicht mehr so einfach angeklickt werden. Dass der prekäre Film ganz aus dem Netz verschwinden wird, darauf kann Heidi Klum jedoch nicht hoffen. "Grundsätzlich ist es fast unmöglich, Sachen komplett aus dem Internet zu entfernen. Sowie eine öffentliche Diskussion um ein Thema entsteht, hat man sofort Websites, die solch ein Video kopieren und auf ihre Seite stellen. Es ist im Web, und man wird es dort auch weiter finden", erläutert "Gala.de"-Chefredakteur Gregor Poniewasz die Lage. Will heißen: Heidi muss sich auch in Zukunft darüber ärgern, dass sich jeder findige User den Film ansehen kann. Der Vorfall könnte Heidi im Rahmen des demnächst anstehenden Scheidungsverfahrens unerwartete Munition liefern. Momentan teilen sich Heidi und Seal die Zeit, die sie mit Leni, Henry, Johan und Lou verbringen, sehr entspannt auf. Wie "Gala" aus dem Umfeld der Familie erfuhr, gibt es bisher keine einheitliche Regelung in puncto Sorgerecht. Die vier sind hauptsächlich bei Mama Heidi, und wenn Seal Zeit und Lust hat, lässt er die Kleinen zur Daddy-Time abholen.

Starke Unterstützung: Gerade besuchte Seals Bruder Jeymes Heidi und die Kinder in New York.
Starke Unterstützung: Gerade besuchte Seals Bruder Jeymes Heidi und die Kinder in New York.
© Picture Alliance

Wenn sie zu ihm reisen - wie vor Kurzem nach Australien, wo er das TV-Format "The Voice" drehte -, bringt das Model sie persönlich zum Flughafen; eine Nanny fliegt stets mit. Ein Prozedere, das sich bewährt hat: "Den Kindern geht es prima", bestätigt Heidis Vater Günther Klum gegenüber "Gala". Auch auf die Verwandtschaft väterlicherseits müssen sie nicht verzichten: Gerade reiste Seals jüngerer Bruder Jeymes Samuel aus London an, um seine Nichten und Neffen zu besuchen. Mit dem Musiker und kreativen Kopf der Formation The Bullitts versteht sich Heidi gut, er besuchte die Familie auch in Los Angeles schon öfter. Dieses relaxte Miteinander könnte sich nach Einschätzung des New Yorker Top- Anwalts Raoul Felder nach dem Video- GAU sehr schnell ändern - wenn Heidi Klum das möchte: "Sie könnte auf alleiniges Sorgerecht klagen und hätte nun gute Chancen, es auch zu bekommen." Davon war bisher zwar nie die Rede, doch nach diesem eklatanten Vertrauensbruch dürfte sich sogar die stets entspannte Heidi Klum überlegen, ob sie in Zukunft nicht lieber allein für ihre Kinder sorgen möchte. Der Scheidungsrichter, führt Anwalt Felder weiter aus, könne den Eindruck gewinnen, dass Seal absichtlich und ohne Rücksicht auf Verluste gegen klare Ab sprachen verstößt und somit kein Verantwortungsgefühl für die Kinder zeigt. Eine üble Ausgangslage, die sich sogar weiter zuspitzen könnte. "Heidi Klum könnte verlangen, dass er die Kinder nur noch unter Aufsicht sehen darf", lautet Raoul Felders hartes Fazit.

Nie mehr alleine Zeit mit den Kindern verbringen? Das würde Seal sicherlich weit härter treffen als die Trennung von Heidi Klum. Sein Scheidungsanwalt Scott Weston wollte dazu gegenüber "Gala" zwar keine Stellung nehmen. Er dürfte seinem Mandanten allerdings dringend geraten haben, sich bis zur Scheidung am Riemen zu reißen. Schließlich war das unüberlegte Werbevideo nicht der einzige Fauxpas, den sich Seal in jüngster Zeit geleistet hat. Zu - erst turtelte der Neu-Single demonstrativ genüsslich mit einer jungen Brünetten auf einer Jacht, dann feierte er in einem Hotel in Sydney eine ausufernde Party, während seine vier Kinder im Raum nebenan zu schlafen versuchten. Heidi, heißt es aus ihrem Umfeld, sei vor allem über die Feierei absolut wütend gewesen. Warum sollte sie ihn jetzt also so einfach davonkommen lassen? Dazugelernt hat Seal aus der von ihm verursachten Misere offenbar nichts: Bei Redaktionsschluss war auf seinem Twitter- Account immer noch ein Foto zu sehen, das ihn mit seinem Sohn Henry zeigt - unverpixelt. Bewundernd schaut der Kleine, der ein Supermann-Kostüm trägt, zu Dad auf. Der Kommentar des Sängers zu dem Bild: "Superman & The Monster". Martina Ochs Mitarbeit: Julide Tanriverdi

gala.de


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