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Heidi Klum Sie spricht über Tochter Leni als Nachfolgerin

Heidi Klum
© Getty Images
Heidi Klum zum Start der neuen GNTM-Staffel über Angsthasen-Augenblicke, Tochter Leni als Nachfolgerin – und warum ihr Mann perfekt zu ihr passt.

Wie gut es ihr gerade geht, kann man schon an ihrer Stimme erkennen. "Hallo, hier ist Heidi!", ruft sie und lacht. Heidi Klum, 47, hat aus Berlin angeklingelt, wo gerade die 16. Staffel ihrer Erfolgsshow "Germany's Next Topmodel" produziert wird. Die ganze Familie ist aus den USA mit nach Deutschland gekommen – Ehemann Tom Kaulitz, 31, Heidis vier Kinder und sogar die Hunde. Man spürt, wie viel Rückhalt ihr die geballte Clan-Power gibt.

Welchen Spaß sie daran hat, ihren Liebsten Deutschland näherzubringen, zeigt sie gerne bei Instagram, postete etwa Bilder von einer Schneewanderung am Teufelsberg im Westen der Hauptstadt. Ganz in Deutschland zu wohnen, können sich Leni, 16, Henry, 15, Johan, 14, und Lou, 11, nicht vorstellen, sagt Heidi. Am Set von GNTM schauten jedoch alle gern vorbei – vor allem Leni, die schon in der allerersten Staffel als Baby mit am Set war.

Heidi Klum über Lenis Modeltalent: "Sie bietet von alleine so viel an"

GALA: Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?
Heidi Klum: Viele wunderschöne Mädchen! Und darauf, dass die ganze Staffel in Deutschland spielt – das gab’s noch nie. Obwohl, ganz zu Beginn, als meine Tochter Leni noch ein Baby war, haben wir auch hier gedreht. Ich weiß noch, dass ich immer zum Abpumpen oder Stillen Pause gemacht habe, das war in Düsseldorf.

Neu ist auch, dass wir nach 15 Jahren unser Logo verändert haben. Bisher zeigte es die Silhouette einer schlanken Frau, und davon wollte ich mich verabschieden. Genau wie in meiner Sendung: Ich möchte jetzt jedem Mädchen eine Chance geben, das modeln will, und nicht nur denen, die dem Bild dieser Silhouette entsprechen.

In unserem letzten Gespräch haben Sie gesagt, dass Sie ein Model-Naturtalent soforterkennen. Ist Ihre Tochter Leni auch eins?
Als Mutter findet man sein Kind natürlich immer schön, da ist es schwer, unvoreingenommen zu sein. Aber wenn ich sie bei ihren Fotoshootings begleite, begleite ich sie als ihre Mum, denn meine Hilfe braucht sie nicht wirklich. Sie ist stark, selbstbewusst, fröhlich, neugierig, mutig und offen für Neues.

Bei GNTM muss ich die Mädchen oft anfeuern und Tipps geben, Leni bietet von alleine so viel an, dass ich das gar nicht machen muss.
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Wird Leni in der Show eine Rolle spielen?
Leni ist jetzt 16 Jahre alt, ich habe mit "Topmodel" angefangen, als sie geboren wurde. Sie ist von Sekunde eins mit dabei, sie hat jedes Jahr mitgefiebert und liebt die Sendung genauso sehr wie ich. In den 16 Jahren hat sie an so vielen krassen Shootings teilgenommen, die meine Mädchen gemacht haben, sie hat auch hinter den Kulissen immer alles mitbekommen.

Deswegen kann ich mir schon vorstellen, dass ich ihr irgendwann das Zepter übergebe.

Auch beim Dreh in der Mall of Berlin war Leni dabei.
Ja, meine Mädchen mussten in 18 Metern Höhe über einen Catwalk laufen. Meine Töchter sind sofort auch dort hoch, liefen selber über den Catwalk. Die beiden haben so gar keine Angst, was auch nicht immer gut ist. Ein wenig Furcht ist nicht schlecht, weil man dann mehr nachdenkt, was man tut.

Dinge beherzt anzugehen haben Lou und Leni von Ihnen?
Eigentlich nicht. Sie wissen, dass ich Höhenangst habe! Und im Gegensatz zu den beiden habe ich mich nicht darum gerissen, über diesen Laufsteg zu laufen. Auch wenn wir zusammen in Disneyland sind, gehen alle in den "Tower of Terror" – ein Aufzug, der plötzlich ganz schnell nach untenfährt. Mich kriegt da keiner rein. Ich warte draußen und halte die Jacken!

Heidi Klum: So hält sie sich fit

Sie wirken sehr fit. Welchen Sport haben Sie für sich als den effektivsten entdeckt?
Für mich funktioniert am besten, es nicht zu übertreiben und nur wenig mit Gewichten zu trainieren. Ich habe viele Sportfanatiker kennengelernt, die heute Probleme mit Rücken, Knien und Gelenken haben. Solche Probleme habe ich glücklicherweise nicht. Außerdem lege ich den Fokus eher auf gesunde Ernährung als zu viel Sport.

Viele setzen zurzeit auf Yoga. Sie auch?
Ja, ich mache Yoga mit meinen Töchtern! Man kann ja gerade nicht so viel raus oder ins Fitnesscenter, deshalb suchen auch wir nach Abwechslung. Yoga ist toll, ich probiere dabei Sachen aus, die ich vor 20 Jahren zuletzt gemacht habe: den Handstand. Oder einen Kopfstand.

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Was gefällt Ihnen an Ihrer alten Heimat Deutschland besonders gut?
Das Berlin, das ich meiner Familie zeigen wollte, gibt es momentan leider nicht. Das Einzige, wohin ich meine Kinder mit hinschleppen darf, ist das "Topmodel"-Set. Aber gerade schaue ich aus dem Fenster und es schneit wie verrückt. So ein Winter-Wonderland kriegen meine Kinder in Los Angeles nicht geboten. Was dort traumhaft ist, ist der blaue Himmel, der Pool und die Palmen im Garten. Aber das hier, dieses Schneegestöber, finden wir alle wunderschön.

Wie viel Spaß bringt es, dass GNTM sich so langsam in eine Familienproduktion verwandelt – der Titelsong "White Lies" stammt ja von Tokio Hotel?
Viel! Mein Mann macht jeden Tag Musik, im Studio oder derzeit on the road mit seinem Computer. Dabei höre ich öfters mit – und jedes Mal, wenn Tom an "White Lies" gearbeitet hat, konnte ich nicht aufhören, um ihn herumzutanzen. Dabei ist mir der Gedanke gekommen, dass es ein super Song für die 16. Staffel ist.

Heidi Klum und Schönheits-Ops: "Ich bin ein Fan von Natürlichkeit"

Mittlerweile gibt's auch einige gebotoxte Kandidatinnen. Kommt das gut an?
Ich persönlich habe bei meiner Suche in der Vergangenheit immer viel Wert auf Natürlichkeit gelegt. Aber auch hier bin ich offener geworden und gebe Mädchen, die in ihrem Gesicht oder anderweitig nachgeholfen haben, auch eine Chance.

Ich finde, wir müssen Schönheit neu definieren und auch hier Diversität zulassen.

Nicht, dass ich das befürworte, aber wenn ein Kunde aufgespritzte Lippen toll oder besser findet und seinen Lippenstift darauf glänzen sehen möchte, spricht doch nichts dagegen. Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Ich bin ein Fan von Natürlichkeit, aber am Ende des Tages muss jeder selber entscheiden, wie er sich am schönsten findet. Und der Kunde muss entscheiden, wie er sein Produkt präsentieren möchte.

Wie fix erkennen Sie, ob ein Mädchen Potenzial hat?
Das geht schnell. Ich teste sie in den unterschiedlichsten Disziplinen: Können sie laufen, schauspielern und tanzen, wie bewegen sie sich vor der Kamera? Schlagfertig und selbstsicher sein ist ebenfalls wichtig. Mir geht es genau wie jedem anderen, natürlich springt mir als aller erstes nur das Äußere ins Auge. Aber wenn der äußeren Schönheit keine innere folgt, ist es eben nur eine schöne Hülle.

Mit Tom zurück in die deutsche Heimat?

Sie waren dank GNTM wieder längere Zeit in Deutschland. Könnten Sie sich vorstellen, ganz hier zu leben?
Ich liebe Deutschland. Meine Kinder nicht so unbedingt, obwohl sie es mögen, hier reinzuschnuppern. Klar, sie haben ihr Leben in Amerika, ihre Schulen, ihre Freunde, da würde ich sie niemals einfach so rausreißen. Ihre Wünsche gehen vor!

Aber mein Mann und ich könnten uns durchaus vorstellen, wenn wir grau und alt sind, in Europa zu leben.

Das mit den grauen Haaren passiert bei mir  natürlich schneller als bei meinem Mann.

Wie gut fühlt es sich an, dass Sie mit Tom deutsche Verstärkung in der Familie haben?
Es ist ein komplett anderes Gefühl, mit einem deutschen Mann zusammen zu sein – ein sehr gutes Gefühl. Wir haben die gleichen Wurzeln, auch wenn wir aus unterschiedlichen Städten kommen und zu einer anderen Zeit geboren wurden. Trotzdem haben wir den gleichen Hintergrund, den gleichen Essensgeschmack.

Und die Amis nennen uns nicht umsonst Kartoffeln, sie haben recht! Tom und ich lieben Kartoffeln in jeder möglichen Form: Ofenkartoffeln, Bratkartoffeln, gebackene Kartoffeln, Kartoffel-Puffer, überbackene Kartoffeln, frittierte Kartoffeln, Kroketten, Kartoffelsuppe, und wir LIEBEN Kartoffelsalat mit selbst gemachter Mayonnaise.

Bei Instagram sieht man Sie beim Schachspielen. Entspannt Sie das?
Überhaupt nicht, weil ich immer gewinnen möchte! Ich siege eben gerne. (lacht) Ich spiele, seit ich acht Jahre alt bin. Auch mein Sohn Henry ist ziemlich gut darin. Übrigens bin ich niemand, der sein Kind einfach gewinnen lässt, das gibt’s bei mir nicht. Ich finde, Schach ist ein sehr wichtiges  Spiel, denn man muss viele Schritte vorausdenken. Ein gutes Training fürs Leben. Und gerade gibt's ja die Netflix-Serie "Das Damengambit", super!

Sie malen auch gerne. Ein neues Talent?
Ich sehe das eher als Spaß an. Ich male für mich selbst, weil ich Freude daran habe. Und das schon immer, ich hatte im Abitur Kunst und Mathe als Leistungskurs. Ich kreiere einfach gerne Dinge, ob das jetzt Kleidung, ein gutes Essen oder eine TV-Sendung ist. Früher habe ich außerdem viel gebastelt und Tiffany-Glaskunst gelötet. Gesangs-unterricht hatte ich ebenfalls, weil ich Opernsängerin werden wollte.

Klingt nach ganz schön vielen Begabungen.
Hm, ich weiß nicht, ob ich immer Talent habe – aber diese Dinge bringen mir einfach Spaß. Ich schaue nicht sonderlich viel Fernsehen, bin kein Serientyp. Nicht mal "Game Of Thrones", was alle geguckt haben, habe ich gesehen. Vielleicht liegt das an meinen Kindern, die mich – vor allem, als sie klein waren – so beschäftigt haben, dass ich immer todmüde ins Bett gefallen bin.

Hört sich an, als würden Sie ein erfülltes Leben führen.
Wir kreieren alle unsere eigene Welt, treffen unsere eigenen Entscheidungen. Ich hatte natürlich das Glück, in einem Land geboren zu sein, in dem ich die Möglichkeit hatte, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Wege, die ich eingeschlagen habe, haben mich dahin gebracht, wo ich heute stehe: Ich habe vier Kinder, die ich über alles liebe.

Und das i-Tüpfelchen ist mein Mann. Also ja, ich bin überglücklich!

Aber außerhalb meiner kleinen, glücklichen Blase geht ja zurzeit leider sehr viel Schlimmes ab.

Machen Sie sich Sorgen um Ihre Kinder, wenn Sie auf den Zustand der Welt blicken?
Wer tut das momentan nicht? Ich sorge mich um die Welt, um meine Kinder und um deren Kinder. Wie lange kann das alles noch so weitergehen? Deshalb versuche ich, vier Menschen in die Welt  zu entlassen, die nicht verschwenderisch sind und freundlich mit ihren Mitmenschen umgehen. Ich möchte eine Generation hinausschicken, die alles ein bisschen besser macht.

Gala


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