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Heidi Klum Kampf mit allen Mitteln


Sie ist so frei: Heidi Klum präsentiert sich zu Beginn des Sorgerechtsstreits demonstrativ als liebende Mutter und als starkes Model. Aber Seal lässt sich nicht einschüchtern

Sie wirkt stark, selbstbewusst, fast ein bisschen hart.

Und das ist so gewollt. Denn die jüngsten Fotos von Heidi Klum 38, sind eine Botschaft. An ihre Fans, vor allem aber an ihren Noch-Ehemann Seal, 49. Heidi zeigt sich in der Fotoproduktion des US-Magazins "Allure" als wunderschöne reife Frau, die sich mutig den Herausforderungen des Lebens stellt - seien es nun Fältchen oder echte Krisen.

Ihren Mut wird sie während der bevorstehenden Scheidung gut gebrauchen können. Denn Heidi Klum will für das Sorgerecht ihrer Kinder Leni, 7, Henry, 6, Johan, 5, und Lou, 2, kämpfen - Seal dagegen soll dem Scheidungsantrag zufolge, den sie Karfreitag beim Obersten Gericht in L. A. einreichte, nur ein Besuchsrecht erhalten. In seinem eigenen Antrag forderte er wenige Tage später ein Sorgerecht, bei dem die Kinder zwischen Vater und Mutter pendeln. So wird es in Kalifornien oft praktiziert. Eine herzzerreißende Situation für jedes Elternteil! Und außerdem eine ungewohnte Situation für Super-Heidi: Kontrolle abzugeben ist für die resolute Karrierefrau aus Bergisch Gladbach geradezu undenkbar. Der mögliche Kontrollverlust würde sie nun an einer Stelle treffen, an der sie besonders verletzlich ist: dem Familiensinn. Ihre Liebsten will sie mit allen Mitteln zusammenhalten.

Doch Seal hat offenbar nicht vor, Heidi nach sieben Jahren Ehe das Feld kampflos zu überlassen. Er selbst wurde als Kind zwischen Vater, Mutter und Pflegeeltern hin- und hergeschubst, er wurde vernachlässigt und sogar misshandelt. Das alles hat ihn nachhaltig geprägt. Bei seinen drei leiblichen Kindern und Adoptivtochter Leni will er es heute besser machen. "Keine Schlammschlacht" solle es geben, betonten Heidi und Seal Ende Januar, als sie für die Öffentlichkeit völlig überraschend ihre Trennung bekannt gaben. Jetzt allerdings scheint sich genau diese Schlammschlacht anzubahnen. "Der bittere Sorgerechtsstreit hat bereits begonnen", so das Urteil von TV-Kolumnistin Hollie McKay. Sie glaubt, dass die Scheidung des einstigen Traumpaars "bestimmt nicht freundschaftlich" ablaufen wird. Derzeit sieht es tatsächlich nicht so aus, als sei einer der beiden kompromissbereit. Schaffen Heidi und Seal es nicht, sich außergerichtlich zu einigen, wird in den kommenden Monaten ein Richter über das Kindeswohl entscheiden. Und zudem wohl über die finanzielle Regelung. Auch in diesem Punkt machen beide in ihren Scheidungsanträgen unterschiedliche Angaben. Während Heidi einen Ehevertrag erwähnt und im Formular ankreuzte, dass es kein gemeinsames Vermögen gebe, ist bei Seal von einen Vertrag keine Rede, und bei der Frage nach einem gemeinsamen Vermögen notierte er ein "Ja". Durchaus brisant, wird Heidis Vermögen doch auf rund 70 Millionen Dollar und Seals nur auf 15 Millionen Dollar geschätzt. Ohne Ehevertrag stünde ihm die Hälfte des Zugewinns während der siebenjährigen Ehe zu. So fleißig wie Heidi war, käme eine stattliche Summe zusammen.

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Wer sie kennt, weiß jedoch, dass sie sich weder Kinder noch Geld so leicht nehmen lassen wird. Die clevere Multitasking-Frau hat sich ihre Strategie schon zurechtgelegt: Sie gibt das Tempo vor. Auffallend oft und ohne Nannys zeigt sie sich zurzeit gemeinsam mit den Kindern. Seal sieht man derweil häufiger Seite an Seite mit seiner australischen Musikerkollegin Delta Goodrem. Zäh und energisch kämpfte Heidi Klum schon immer für ihr privates Glück. Ob es um die Scheidung von Starfriseur Ric Pipino ging, die Trennung von Formel-1-Manager Flavio Briatore oder die damals frische Beziehung mit Seal: Kompromisse sind bei ihr nicht vorgesehen. Das spürt jetzt am Ende der Liebe auch Seal wieder, den Heidi einst fast vergötterte. Allein für die Adoption von Leni - mit ihr war Heidi von Briatore schwanger, als sie Seal kennenlernte -, hätte sie ihn am liebsten heiliggesprochen. Auch bei ihr spielt die Erinnerung an die eigene Kindheit nämlich eine große Rolle, jedoch sind es bei ihr schöne Erinnerungen: Ihr Vater Günther, der sie heute in vielen Belangen managt, hatte Michael, den Heidis Mutter Erna mit in die Ehe brachte, wie ein leibliches Kind angenommen. Seal hat sich in letzter Zeit offenbar stark verändert, so sehr, dass Heidi sich ein Leben an seiner Seite nicht mehr vorstellen kann. Ob es an wiederholten Wutausbrüchen lag, wie in den US-Medien spekuliert wurde, darüber schweigt sie bisher. Bleibt abzuwarten, ob das Thema im Laufe des Sorgerechtsstreits aufgeworfen wird. Nun steht Heidi jedenfalls wieder vor einer großen Wende in ihrem Leben. Weil das Glück ihrer vier Kinder von ihrem Handeln abhängt, darf sie zum ersten Mal nicht so resolut vorgehen, wie sie es sonst gern tut. Sie weiß, dass das Verhalten der jeweiligen Eltern entscheidet, ob die Kinder unter einer Scheidung leiden.

Supermutti: Heidi twitterte zu Ostern Bilder von sich, wie sie mit ihren Kindern Ostereier ausbläst und bemalt.
Supermutti: Heidi twitterte zu Ostern Bilder von sich, wie sie mit ihren Kindern Ostereier ausbläst und bemalt.
© http://twitter.com/#!/heidiklum

Der renommierte Schweizer Kinderpsychologe Remo Largo schreibt in seinem Buch "Glückliche Scheidungskinder": "Wenn die Beziehungen der Kinder zu beiden Eltern erhalten bleiben, verliert die Trennung ihren Schrecken." Einem Drittel der Eltern gelinge das. Largo: "Ein hartes Stück Arbeit, aber es ist möglich." Tatjana DetloffAnna Barbara Tietz, Ariane Sommer

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